Allgemeine Berichte | 14.09.2015

Letzte Vorstellung der Sommerreihe „Dichtung und Wahrheit“ auf Schloss Bürresheim

Kultureller Leckerbissen auf Schloss Bürresheim

Burgfestspiel-Intendant Peter Nüesch und sein kleines Ensemble hatten zur 32. Vorstellung den „Zerbrochenen Krug“ im Gepäck

St. Johann. „Das war wieder einmal ein großer Erfolg“, freute sich kein Geringerer als der „Erfinder“ dieser wunderbaren Sommerzeitgeschichte „Dichtung und Wahrheit“ im Märchenschloss Bürresheim, Dieter Dierkes. Denn der „große“ Theatermann und Intendant Peter Nüesch sowie zwei seiner Schauspielerkollegen, die bezaubernde Dramaturgin Petra Schumacher und der junge Mime Simon Mehlich begeisterten am vergangenen Freitagabend das zur letzten Vorstellung der Sommerreihe „Dichtung und Wahrheit“ erschienene Publikum. Und dies in einem Ambiente, das es in sich hatte, im Ahnensaal des Schlösser-Kleinodes „Bürresheim“ im Nettetal. Dort wo bereits renommierte Regisseure ihre Film- und Fernsehproduktionen produziert hatten, da passte auch innerhalb des historischen Gemäuers das von den in verschiedene Rollen geschlüpften Schauspiel-Profis in rhetorischer und mimischer Perfektion vorgetragene, zu Weltruhm gelangte Meisterwerk „Der zerbrochene Krug“ nach Heinrich von Kleist. Dieses exzellente Werk der Weltliteratur zählt auch zu den bekanntesten Lustspielen deutscher Sprache. Bei der Uraufführung des „Krug´s“ im Jahre 1808 in Weimar unter der Regie von Johann Wolfgang von Goethe fand es allerdings keinen Anklang. – Anmerkung meines Sitznachbarn: „Das wäre Nüesch nicht passiert“. Seinen Titel leitet das Schauspiel von einem zerbrochenen Krug ab, der Anlass zu einem Gerichtsverfahren gibt, in dem Dorfrichter Adam Recht sprechen soll über eine Tat, die er selbst begangen hat. Die Komödie spielt in einem Gerichtszimmer in Huisum, einem niederländischen Dorf bei Utrecht, gegen Ende des 17. Jahrhunderts. Es ist darin amüsant zu verfolgen, wie sich Richter Adam immer mehr in seine Unwahrheiten verstrickt. Heinrich von Kleist wollte jedoch mehr, als die Menschen zum Lachen bringen. Er stellte die Unzulänglichkeit des Einzelnen ebenso an den Pranger wie die gesamte gesellschaftliche Situation. Der „Tausendsassa“ Peter Nuesch, der in der Rolle des Dorfrichters Adam einfach köstlich war, bot, unterstützt von seinen Mitstreitern, wieder einmal „Großes Theater“ auf der Bürresheimer „Schlossbühne“.

„Ein Stück Kultur, ein Stück grandioser Geschichte in einer wundervollen Sprache“

Peter Nüesch: „Wir möchten ein Stück Kultur, ein Stück grandioser Geschichte in einer wundervollen Sprache, in deutsch herüberbringen. Dafür ist das Theater da, solch wunderbare Sprachen aufrecht zu erhalten. Hier zeigen wir auch den Besuchern, wie man mit Macht umgehen kann. Wenn man Macht hat, dann sind damit Leute in der Politik oder der Wirtschaft gemeint. Wie geht man mit Macht um und wie missbraucht man Macht? Solange bis man entdeckt oder entlarvt wird. Manche werden nie dabei entdeckt oder entlarvt. Aber wie der Insider weiß, geht’s in unserem heutigen „Falle“ schief“. Das Thema ist jedenfalls heute noch genauso aktuell wie damals, als Kleist das Stück geschrieben hat“, so der Theater-Titan Nuesch zu „Blick aktuell“. Und dies Alles konnte wohl keiner so gut wie der „Alte Theaterhase“ und Intendant der Mayener Burgfestspiele „herüberbringen“. Das Publikum merkte wieder einmal, wie wertvoll und voller Einfallsreichtum dieser begnadete Mime agiert. „Nüesch und sein Team sind eine Bereicherung der Kulturellen Szene innerhalb unserer Region“, so viele fachkundige Besucher zu unserer Zeitung. Man hätte wahrscheinlich für diese Veranstaltung einen Konzertsaal füllen können. So groß war im Vorfeld die Nachfrage nach Einlasskarten. Doch nur 80 Personen hatten im Ahnensaal Platz gefunden. Dieter Dierkes hatte diese Kulturreihe „Dichtung und Wahrheit“ einst ins Leben gerufen und betreut sie seit der Entstehungszeit.

„Großes Theater“ auf der Bürresheimer „Schlossbühne“

Der Richter am OLG a,D. freute sich ebenfalls und zeigte sich glücklich über die große Resonanz und das riesige Interesse an solchen kulturellen „Leckerbissen“, wie an dieser nunmehr 32. Veranstaltung innerhalb von sieben Jahren. Diese Reihe ist wahrlich zum „Dauerbrenner“ avanciert. Doch für Dierkes stand eines fest: „Ohne die Unterstützung der heimatlichen Banken, der Kreissparkasse Mayen und der Volksbank RheinAhrEifel wären solche Events einfach nicht möglich. Er dankte allen, die mit zum Gelingen beigetragen hatten. Klar, dass Peter Nüesch und sein kleines Ensemble ihr „Standing Ovations“ bekamen. Und für die Gäste stand zum Abschluss Brot und edler Wein bereit. Es war eben ein sommerliches „Sahnehäubchen“ innerhalb eines Märchenschlosses. Übrigens: Das neue Programm mit vielen „Leckerbissen“ steht schon wieder. Man kann also gespannt sein, was da kommen wird.

Freuten sich über die große Resonanz: Michael Kaltz (stellvertr. Vorstandsmitglied des Sponsors KSK), „Erfinder“ Dieter Dierkes, Elmar Schmitz (Vorstandsvorsitzender des Sponsors VOBA) und Intendant Peter Nüesch (v.l.).

Das Publikum im Ahnensaal war restlos begeistert

Das „Schlitzohr „Nuesch“ als Dorfrichter „Adam“ in einer Paraderolle

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