Allgemeine Berichte | 31.05.2014

Weihbischof Peters verabschiedet die Ordensgemeinschaft aus dem Brohltal

Letzter Arnsteiner Pater geht

Weihbischof Jörg Michael Peters (4.v.r.) hat Pater Wolfgang Nick (3.v.r.) und die Gemeinschaft der Arnsteiner Patres aus dem Brohltal verabschiedet. privat

Niederzissen. 87 Jahre lang waren sie aus dem Brohltal nicht wegzudenken: Die Arnsteiner Patres von der Ordensgemeinschaft von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariens, abgekürzt SSCC. Mit Pater Wolfgang Nick, ehemaliger Dechant des damaligen Dekanats Brohltal und Kooperator in Niederzissen, geht der letzte Arnsteiner Pater. Die Gemeinschaft hat sich in einer feierlichen Vesper mit dem Trierer Weihbischof Jörg Michael Peters, Provinzial Heinz-Josef Catrein und Pfarrer Peter Bollig in der Pfarrkirche St. Germanus verabschiedet. „Dieser Abschied ist traurig, denn gerade heute braucht die Kirche solche Zeichen, wie sie die Arnsteiner Patres durch ihr Wirken hier im Brohltal gesetzt haben“, sagte Peters während der Vesper in der gut gefüllten Pfarrkirche. „Ich sage in tiefer Verbundenheit ein großes Dankeschön und Vergelt’s Gott“. Er unterstrich weiter: „Wir haben in der Lesung gehört, dass die Kirche aus lebendigen Steinen gebaut ist, die sich gegenseitig tragen und stützen. Durch ihr Leben, ihre Arbeit, haben die Arnsteiner ein Zeugnis dafür gegeben. Sie haben nicht nur untereinander eine herzliche Gemeinschaft, sondern waren als Seelsorger in den Pfarreien für die Menschen da.“ Peters erinnerte an die Anfänge der Kommunität im Brohltal in der Eifel. Sie sei 1927 während der Weimarer Republik entstanden, als nach dem Kulturkampf Bismarcks wieder Ordensgründungen in Deutschland möglich waren. Die Arnsteiner hätten zunächst in Weibern, ab 1948 bis 1960 dann in Burgbrohl ein Noviziat unterhalten. Ab 1962 habe dann die Zeit der Pfarrseelsorge im Auftrag des Bistums Trier begonnen. Zeitweise seien bis zu zehn Patres in der Alten- und Krankenseelsorge, der Gemeindeseelsorge und der Jugendarbeit eingesetzt gewesen. Als Kapläne, Pfarrer, Dechanten hätten sie die Pfarrseelsorge im Brohltal geprägt.

„Die Arnsteiner, die damals von Holland hierher kamen in einer unsicheren Zeit, müssen entweder verrückt oder von einem unverschämten Gottvertrauen erfüllt gewesen sein“, sagte Provinzial Heinz-Josef Catrein. Er danke den Brohltalern vor allem für die große Gastfreundschaft und das Wohlwollen, mit dem die Gemeinschaft vom ersten Moment an aufgenommen worden sei. „Was wäre ein Geistlicher denn ohne seine Gemeinde? Für uns ist es schmerzhaft, jetzt festzustellen: Es geht nicht mehr.“ Von 200 Mitgliedern 1970 sei die Gemeinschaft in Deutschland auf 140 geschrumpft. 1927 sei es ein mutiger Schritt gewesen, ins Brohltal zu kommen und auch mit dem Abschied breche nun etwas Neues an. „Es soll mit dem gleichen Gottvertrauen weitergehen!“

Johannes Bell, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Brohltal, schloss sich dem Dank an die Patres an. 87 Jahre lang hätten sie die Menschen nicht nur bei kirchlichen Anlässen wie Taufen, Kommunion, Firmung, Hochzeit und auf dem Sterbebett begleitet. „Sie waren in allen Lagen Ansprechpartner und Seelsorger im besten Sinn. Wir haben uns immer gut aufgehoben gefühlt.“

Untermalt wurde die Vesper von einem Projektchor aus der Pfarreiengemeinschaft Brohltal.

Nach Kloster Arnstein benannt

Der 1800 in Frankreich gegründete Orden teilt sich in einen Männer-, einen Frauenzweig und einen weltlichen Zweig. In Deutschland heißen die Patres „Arnsteiner“ nach Kloster Arnstein bei Nassau an der Lahn. Heute besteht der Orden noch aus 500 Schwestern und 800 Brüdern, die in 25 Ländern leben und arbeiten.

Bischöfliche Pressestelle Koblenz

Pfarrer Peter Bollig, Weihbischof Jörg Michael Peters, Provinzial Pater Heinrich Josef Catrein und Pater Wolfgang Nick haben gemeinsam zum Abschied eine Vesper in Niederzissen gefeiert.

Pfarrer Peter Bollig, Weihbischof Jörg Michael Peters, Provinzial Pater Heinrich Josef Catrein und Pater Wolfgang Nick haben gemeinsam zum Abschied eine Vesper in Niederzissen gefeiert.

Weihbischof Jörg Michael Peters (4.v.r.) hat Pater Wolfgang Nick (3.v.r.) und die Gemeinschaft der Arnsteiner Patres aus dem Brohltal verabschiedet.Fotos: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Bildergalerien
Heimat aktiv erleben
PR Anzeige Last Christmas Musical in Koblenz
Innovatives rund um Andernach
Erzieher / Heilerziehungspfleger / Pflegefachkraft (m/w/d)
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0366#
Empfohlene Artikel
Ein südländischer Abend im hübschen Rosendorf
67

Löhndorf. Man wähnte sich in südlichen Gefilden a la Provence an diesem Sommerabend – neben blühenden Lavendelbüschen, bunten Rosenstöcken, unter uraltem Gemäuer und schattenspendenden Bäumen. Die Rosenfreunde Löhndorf hatten sich den perfekten Sommertag ausgesucht, um sich und ihre Arbeit zu feiern, aber auch, um neue MitstreiterInnen zu gewinnen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die niedergebrannte Zimmerei von außen.
1665

Firmenhalle einer Zimmerei in Brohltal-Ost brennt in der Nacht auf Samstag bis auf die Grundmauern ab

20.06.: 110 Feuerwehrleute und Helfer kämpfen gegen die Flammen

Niederzissen. Die Werkhalle der Zimmerei Reimund Müller im Industriegebiet Brohltal-Ost ist in der Nacht zum Samstag ein Raub der Flammen geworden. Der Feueralarm bei der Feuerwehr Brohltal ging um 22.50 Uhr ein. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte brannte die Fabrik bereits lichterloh. Feuerwehren aus Bad Neuenahr-Ahrweiler und auch Andernach wurden umgehend zur Verstärkung angefordert, sodass rund 110 Feuerwehrleute und Helfer in der Nacht gegen ein Ausbreiten des Großfeuers kämpften.

Weiterlesen