Kreisjägerschaft Ahrweiler informiert
Liebestolle Rehe gefährden Straßenverkehr
Region. Die Paarungszeit des Rehwildes erreicht von Ende Juli bis Mitte August ihren Zenit. Für Verkehrsteilnehmer gilt jetzt erhöhte Aufmerksamkeit, denn es besteht akute Gefahr durch Wildunfälle.
Rehböcke im Liebesrausch! Während der sogenannten Blattzeit - der jagdliche Ausdruck für die Paarungszeit des Rehwildes - durchstreifen die Böcke ihr Revier auf der Suche nach paarungswilligen Ricken und Konkurrenten. „Blind vor Liebe“ verliert das Rehwild häufig den Blick für die ihm drohenden Gefahren und stürzt mitunter scheinbar kopflos über Wege und Straßen. Daher gilt erhöhte Vorsicht im Straßenverkehr. Wildunfälle können gravierende Folgen haben. 2012 kam es in Rheinland-Pfalz 22.280-mal zum Crash mit einem Wildtier. Dabei wurden 224 Menschen verletzt und zwei getötet. Verkehrsunfälle mit Wildtieren dürfen nicht unterschätzt werden. Ein nur 20 Kilogramm schweres Reh erreicht bei einer Kollision mit einem 70 km/h schnellen Fahrzeug ein Aufprallgewicht von fast einer Tonne.
In erster Linie sind die Morgen- und Abendstunden besonders gefährlich. Mit wechselnden Rehen muss aber momentan auch zur Tageszeit gerechnet werden. Kommt es trotz aller Vorsicht dennoch zu einem Unfall mit Wildtieren, muss der Fahrzeugführer die Unfallstelle sichern und umgehend die Polizei und - falls bekannt - auch den zuständigen Jäger informieren. Keinesfalls darf ein verendetes Wildtier mitgenommen werden, denn das wäre Wilderei. Wer nicht gerade ein Fahrzeug lenken muss, hat jetzt gute Chancen, Rehe beim Liebesspiel zu beobachten. Dabei hinterlassen verliebte Rehe auf Wiesen und Feldern sogenannte Hexenringe, die durch das kreisförmige Treiben entstehen. Der jagdliche Ausdruck „Blattzeit“ leitet sich aus der Tradition ab, mithilfe eines Buchenblattes die Fieplaute eines weiblichen Rehes zu imitieren und somit brunftige Böcke anzulocken.
