Allgemeine Berichte | 07.06.2014, 13:14 Uhr

Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. Kreisjägerschaft Ahrweiler

Nachwuchs immer im Blick

In der Kinderstube Natur bedeutet Alleinsein Sicherheit

Nachwuchs immer im Blick
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Kreis Ahrweiler. Im Frühling ist die Natur vergleichbar mit einem großen Kindergarten. Ab Februar erblicken die Wildschweine das Licht der Welt, gefolgt von den Feldhasen, den Rehen, den Wiesenbrütern und schließlich im Juni von den Rothirschen. Bei Spaziergängern in Wald und Flur löst der Anblick eines Jungtiers oft Mitleid aus - das arme Tier ist wohl ganz allein, schutzlos, friert und hungert. Doch dem ist nicht so: Wachsame Elterntiere beobachten ihren Nachwuchs aus sicherer Entfernung. Dieses Verhalten schützt den Nachwuchs vor potenziellen Fressfeinden. „Alleinlassen hat sich in der Aufzucht über Jahrtausende bewährt. Diese Strategie sollte vom Menschen respektiert werden“, erklärt Helmut Rausch, stellvertretender Presseobmann der Kreisjägerschaft Ahrweiler. Wittert die Mutter an ihrem Nachwuchs menschlichen Geruch, nimmt sie es nicht mehr an - es verhungert. Werden Spaziergänger auf vermeintlich verwaiste Jungtiere aufmerksam, empfiehlt der Kreisverband, im Zweifelsfall den ortsansässigen Jäger zu kontaktieren, der die Kinderstube beobachten und daraufhin entscheiden kann. Die Jäger raten dringend davon ab, sich der Jungen eigenmächtig anzunehmen, denn so könne man aus falsch verstandener Tierliebe den Elterntieren ihren Nachwuchs nehmen. Überlebens- und Auswilderungschancen von Wild in menschlicher Hand sind zudem stark eingeschränkt. Die Gelege von Bodenbrütern wie Enten, Watvögel und Kiebitze sind durch ihre braune Färbung kaum von der Vegetation zu unterscheiden. Zudem schützt die Küken der Reflex, bei Gefahr regungslos zu verharren. Rehkitze besitzen in den ersten Tagen nach der Geburt zudem noch keinen Eigengeruch, sodass sie kaum aufzufinden sind. Trotz der guten Tarnung sind zum Beispiel trächtige Rehe, kleine Feldhasen und Feldlerchen freilaufenden Hunden schutzlos ausgesetzt und bieten eine leichte Beute. Im Frühsommer häufen sich deshalb die Medienberichte von entsetzlichen Szenen. Die Kreisjägerschaft Ahrweiler appelliert an alle Hundebesitzer, in der Brut- und Setzzeit, Hunde grundsätzlich an der Leine zu führen, wenn sie nicht auf Ruf oder Pfiff reagieren.

Kiebitze bauen ihre Nester am Boden. Die Eier der Bodenbrüter sind durch die braun gefleckte Farbe kaum von der Vegetation zu unterscheiden.

Geruchlos und vom hohen Gras vor Feinden geschützt, verharren Rehkitze am Boden, bis das Muttertier kommt. Fotos: DJV/Rolfes

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