Politik | 04.11.2013, 13:17 Uhr

Deutsches Rotes Kreuz feierte Geburtstag

Rotkreuzler sind aus Liebe zum Menschen Tag und Nacht ehrenamtlich im Einsatz

Landrat Dr. Jürgen Pföhler dankte den Helfern für das selbstlose und uneigennützige Engagement

Dr. Jürgen Pföhler überreichte die Ehrenurkunde an den Kreisvorsitzenden Achim Haag. FIX
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Kreis Ahrweiler. 150 Jahre alt wird in diesem Jahr das Deutsche Rote Kreuz, immerhin der größte Sozialverband in Deutschland. Dieses Jubiläum nahm Landrat Dr. Jürgen Pföhler zum Anlass, die Verantwortlichen des DRK-Kreisverbandes Ahrweiler und seiner zehn Ortsvereine zu einem Empfang einzuladen.

Wenn schnelle Hilfe von Nöten ist, sind sie zur Stelle, die Retter, Pfleger und Helfer vom Deutschen Roten Kreuz. „Aus Liebe zum Menschen“, lautet das Motto zum 150-jährigen Bestehen. Im Namen des Kreises Ahrweiler, aber auch persönlich, dankte Pföhler dem DRK-Kreisverband mit Bürgermeister Achim Haag an der Spitze, seinen zehn Ortsvereinen und allen Helfern für das selbstlose und uneigennützige Engagement um die Sicherheit der heimischen Bevölkerung.

„Wir helfen gerne“

„Wir helfen gerne!“, lautet ein Slogan auf der Homepage des Kreisverbandes. Dass diese Worte auch in die Tat umgesetzt würden, zeige sich immer wieder aufs Neue bei der Ausführung ihrer Arbeit, sagte Pföhler in seiner Laudatio.

Auch im Kreis Ahrweiler könne das DRK bereits auf eine lange Tradition zurückblicken. 1883 wurden in Adenau und 1905 in Remagen die ersten Rotkreuzorganisationen im heutigen Kreis Ahrweiler gegründet. Mit Adenau könne der älteste Ortsverband der Region mittlerweile auf eine 130-jährige Geschichte zurückblicken. 1947 hätten sich die DRK-Ortsvereine zum DRK-Kreisverband Ahrweiler zusammengeschlossen, eine Erfolgsgeschichte, die bis heute andauere.

Bei kleinen und großen Veranstaltungen aktiv

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter sorgten sie bei Veranstaltungen, wie etwa bei Weinfesten, Karnevalsumzügen, Sportveranstaltungen, Stadtfesten oder bei Großveranstaltungen am Nürburgring dafür, dass verletzte oder erkrankte Menschen schnell und kompetent versorgt werden. Die seien in ihrer Freizeit überall ehrenamtlich im Einsatz - und dies insbesondere an den Wochenenden und in den Abendstunden. „Besonders ist mir dabei das diesjährige Konzert ‚Rock am Ring‘ in Erinnerung. Dort konnte ich mir beim Besuch der Stationen zusammen mit Staatssekretärin Heike Raab ein Bild von der verantwortungsvollen Arbeit machen.“ Die Bilanz allein dieser Großveranstaltung sei wieder beeindruckend: 7728 Hilfeleistungen und 876 Transporte wurden verzeichnet.

Wichtig sei auch der Einsatz der DRK-Sanitäter bei Blutspende-Terminen. Sie übernähmen die Nachbetreuung der Blutspender und stellten sicher, dass die notwendige Ruhezeit nach der Blutspende eingehalten werde. Auch der DRK-Betreuungsdienst erfülle wichtige Aufgaben und sei auf die unterschiedlichen Notsituationen vorbereitet.

Starker und verlässlicher Partner

Auf lokaler Ebene könnten die freiwilligen Helfer beispielsweise in kürzester Zeit bis zu 500 Menschen mit Essen und Trinken versorgen, Notunterkünfte und Kleidung zur Verfügung stellen. Für die psychosoziale Betreuung seien die Ehrenamtlichen ebenfalls geschult. Zu den weiteren Rotkreuzaktivitäten gehörten darüber hinaus auch Altkleidersammlungen, Hilfstransporte und eine regelmäßige Unterstützung des Rettungsdienstes. Dabei seien die Mitglieder des DRK ebenfalls ein starker und verlässlicher Partner. Die Einsatzzahlen seien kontinuierlich auf 28.731 im Jahr 2012 gestiegen.

„In Zeiten des demografischen Wandels möchte ich an dieser Stelle auch besonders die Arbeit des Jugendrotkreuzes hervorheben“, lobte Pföhler die Nachwuchsarbeit des Verbandes. In kreisweit 13 ehrenamtlich betreuten Jugendgruppen bildet das Jugendrotkreuz Kinder und Jugendliche in Erster Hilfe und Rettungsschwimmen aus. Derzeit engagierten sich über 100 Kinder und Jugendliche beim DRK im Kreis Ahrweiler.

Kreis unterstützt auch finanziell das DRK

So bringe der Kreis seine Anerkennung auch durch finanzielle Unterstützung zum Ausdruck und habe das DRK in den vergangenen zehn Jahren insgesamt mit fast einer Million Euro unterstützt. Beispielsweise habe sich der Kreis an dem Neubau der Rettungswache Altenahr mit rund 370.000 Euro beteiligt. Auch die Rettungswache Niederzissen, die Mitte vergangenen Jahres ihrer Bestimmung übergeben werden konnte, habe man mit 523.000 Euro bezuschusst. Weiter seien 2010 zwei Betreuungskombis beschafft und die Fahrzeuge dem DRK für ihre Mitarbeit im Katastrophenschutz des Kreises zur Verfügung gestellt worden, wozu der Kreis rund 16.500 Euro beigesteuert habe.

Doch damit sei die Unterstützung nicht zu Ende: „Weitere Maßnahmen stehen im Rettungsdienst mit einem Anbau an die Rettungswache Adenau sowie mit der Verbesserung der Unterbringung der Einsatzkräfte an der Rettungswache am Krankenhaus Bad Neuenahr an“, wusste Pföhler. Hinzu kommt die jährliche Unterstützung der Pflegestützpunkte mit rund 7.000 Euro. Im Katastrophenschutz solle kurzfristig die gemeinsame Beschaffung eines Einsatzleitwagens in Angriff genommen werden.

Eine Idee hat sich durchgesetzt

„Sie zählen zu unseren bedeutendsten Stützen, auf die wir uns jederzeit verlassen können. Machen Sie weiter so!“, wünscht er sich und verlieh dem DRK-Kreisverband für sein uneigennütziges Engagement um die Sicherheit der Bevölkerung die Ehrenurkunde des Kreises. Der Kreisvorsitzende Haag nahm diese entgegen und stellte fest: „Nach 150 Jahren kann man sagen: eine Idee hat sich durchgesetzt.“

Leider müsse man feststellen, dass das Zeichen des Roten Kreuzes seine Träger nicht immer schütze, und viele seien bereits in ihrem ehrenamtlichen Einsatz für die Grundsätze der Humanität ums Leben gekommen. „Selbst im Kreis Ahrweiler hatten wir schon Tote zu beklagen“, erinnert er sich.

Vergangenheit ist nur das Fundament

Haag dankte aber auch den Gremien des Kreises für die vielfältige Unterstützung in der Vergangenheit. Auf dem Wunschzettel habe das DRK noch Einiges stehen, doch er sei zuversichtlich, mit seinem Anliegen nicht auf taube Ohren zu stoßen. Trotz eines 150-jährigen Bestehens müsse man sehen: „Die Vergangenheit ist nur das Fundament, die wichtigen Aufgaben müssen im Heute und Morgen geleistet werden.“ Deshalb werde auch die Jugendarbeit angesichts der demographischen Entwicklung immer bedeutender, und man müsse von klein auf die jungen Menschen fördern, fordern und ihnen ein gutes Vorbild sein. Genau das habe das DRK auch in Zukunft vor: „Wir wollen uns weiterentwickeln - für den Menschen“, versprach er.

Die Sanitätskolonne des DRK im Jahre 1936. DRK Kreisverband Ahrweiler

Die Sanitätskolonne des DRK im Jahre 1936. Foto: DRK Kreisverband Ahrweiler

Dr. Jürgen Pföhler überreichte die Ehrenurkunde an den Kreisvorsitzenden Achim Haag. Foto: FIX

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