Politik | 22.02.2013, 11:22 Uhr

Fleischerverband Rheinland-Rheinhessen

Schnelle und vollständige Aufklärung gefordert

Das Fleischerhandwerk verurteilt illegale Verwendung von Pferdefleisch

Koblenz. Das Fleischerhandwerk verurteilt die offensichtlichen Machenschaften rund um die illegale Verwendung von Pferdefleisch bei der Herstellung von Lebensmitteln. Die Fleischer-Fachgeschäfte fordern schnelle und vollständige Aufklärung der erhobenen Vorwürfe gegen industrielle Verwerter. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, müssen die Verantwortlichen ausnahmslos zur Rechenschaft gezogen werden.

Die Fleischer-Fachgeschäfte sehen sich einem hohen Qualitätsanspruch verpflichtet. In den handwerklichen Familienbetrieben steht der Meister mit seinem Namen für die hochwertige Qualität seiner Waren ein. Der persönliche Kontakt stellt zudem ein besonderes Vertrauensverhältnis zwischen Fleischerei und Kunden sicher.

Die Fleischer-Fachgeschäfte zeichnen sich durch eine integrierte Produktion aus, das heißt, Vieh- und Fleischeinkauf, Produktion und Verkauf liegen in der persönlichen Verantwortung des Betriebsinhabers. Die enge Einbindung in regionale Kreisläufe stellt zudem sicher, dass die Herkunft der verwendeten Zutaten vom Bauernhof bis in die Theke nachvollzogen werden kann. Den Verbrauchern muss empfohlen werden, gewissenhaft zu prüfen, wem er beim Einkauf von Lebensmitteln vertraut. Die Verbraucherschutzlobby und aufgeregte Politiker fordern nun mehr Kontrollen und umfassende Herkunftskennzeichnung. Was ist dazu zu sagen? Es gehört zu den unerfreulichen Lebenserfahrungen, dass man sehr viel leichter Geld verdienen kann, wenn man sich an Spielregeln oder gar Gesetze nicht hält. Offensichtlich sind die aktuellen Skandale rund ums Fleisch Ausdruck dieser Erfahrung. Es ist einfach, nun mit dem Finger auf eine ganze Branche zu zeigen und von systematischen Machenschaften zu sprechen. Das wird aber weder den ordnungsgemäß arbeitenden Betrieben gerecht, noch wird es zu einer Vermeidung solcher Vorgänge in Zukunft beitragen.

Um Lehren ziehen zu können, muss vollständig ermittelt werden, wie die Arbeitsweise der Verursacher war und wie die Warenströme gelaufen sind. Vieles ist hier noch offen. Eines kann man aber wohl schon jetzt feststellen: Je anonymer Geschäfte abgewickelt werden, je länger und mehrstufiger die Warenströme werden, desto leichter sind kriminelle Vorgänge zu vertuschen. Ein Teil des Problems lässt sich durch Kontrolle lösen, schärfere Strafen nutzen nichts, wenn Übeltäter nicht überführt werden.

Aber auch, was die Kontrollen angeht, darf man sich keinen Sand in die Augen streuen. Jedem muss klar sein, dass nicht hinter jedem Produkt ein Kontrolleur stehen kann. Letztlich muss der Verbraucher darauf vertrauen können, dass er ein einwandfreies Produkt erhält. Ohne diese ethische Verantwortung der Hersteller und das persönliche Vertrauensverhältnis zum Kunden wird es also nicht gehen. Diesem Vertrauensverhältnis wird das Fleischerhandwerk in besonderer Weise gerecht. Es ist durchaus wünschenswert, wenn die Kontrollen zum Schutz des Verbrauchers (und der redlichen Betriebe) wirksamer, also risikoorientierter gestaltet werden. Wichtig ist dabei aber, dass diese Maßnahmen diejenigen treffen, die die Spielregeln nicht einhalten. Politischer Aktivismus und daraus resultierende gesetzgeberische Schnellschüsse im Vorwahlkampf bringen hier allerdings nichts. Pressemitteilung

Fleischerverband Rheinland-Rheinhessen

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