Allgemeine Berichte | 22.03.2014

Selbsthilfe Lebendorganspende informiert

Situation muss dringend verbessert werden

Weltnierentag am 13. März

Mainz. Der Selbsthilfe Lebendorganspende (SLOD e.V.) zeigt sich sehr besorgt hinsichtlich der sinkenden Transplantationszahlen und der damit einhergehenden Folgeerscheinungen, wie längere Wartezeiten auf eine Nierentransplantation, in Deutschland. Die Nierentransplantation kann auch als Lebendtransplantation durchgeführt werden und dies ist unter bestimmten Umständen für Angehörige eine gute Möglichkeit sich gegenseitig zur Seite zu stehen.

Emotional sich nahestehende Personen können nach sorgfältiger Vorbereitung und gewissenhafter Prüfung der Begleitumstände die Lebendspende durchführen. Dies ist eine Herzensangelegenheit für die beteiligten Menschen und die Lebendorganspende darf nicht durch gesellschaftlichen Druck und moralischem Zeigefinger getrieben werden. Sinkende Zahlen der Organspende und damit einhergehender, steigender Druck auf potentielle Lebendspender sorgen für Unruhe. Selbst in manchen Familien wächst der psychische Druck auf die Angehörigen, doch einer Lebendspende zuzustimmen. In manchen Fällen gibt es beschämende Vorwürfe an die Angehörigen nach dem Tod der nierenkranken Menschen hinsichtlich einer ausgebliebenen Organspende. Die Situation muss dringend verbessert werden.

Nierenpatienten haben mit der Dialyse eine gute Ersatzbehandlung, die mit sehr guter Qualität durchgeführt wird und sie steht allen nierenkranken Menschen zur Verfügung. Mit der Dialyse wird in Deutschland die gleiche Lebensdauer erreicht wie bei Transplantation - die Lebensqualität kann mit der Transplantation aber wesentlich verbessert werden. Der gründlichen Vorbereitung von Spendern und Empfängern bei der Lebendorganspende muss deshalb höchste Priorität eingeräumt werden. Die Dialysebehandlung lässt allen Beteiligten die notwendige Zeit und gibt ausreichend Raum eine Entscheidung zur Lebendspende gründlich zu prüfen und abzuwägen. Durch den derzeitigen Mangel an postmortalen Nieren darf kein moralischer Druck auf Spender und Empfänger entstehen. Alle an der Lebendspende beteiligten Personen und gesellschaftlichen Gruppen müssen sich ihrer außerordentlich hohen Verantwortung bewusst sein und mit der gebotenen Vorsicht, Rücksicht und Umsicht arbeiten.

Zum Weltnierentag 2014 möchten die betroffenen Patienten und Angehörige darauf aufmerksam machen.

Der SLOD e.V. ist ein Teil des bundesweiten Selbsthilfenetzwerk Bundesverband Niere e.V. und unterstützt dessen Forderung nach einer bundesweiten Institution zur Qualitätssteuerung der Organtransplantation in den Transplantationszentren. Damit soll für mehr Qualität, Nachhaltigkeit und Transparenz gesorgt werden auch orientiert an den Bedarfen der Organempfänger und der Organspender. Transplantationszentren, die diese Vorgaben nicht erfüllen, sollen in Zukunft nicht mehr weiter transplantieren dürfen.

Das Patientennetzwerk Bundesverband Niere e.V. wurde 1975 als Interessenvertretung von chronisch nierenkranken Menschen gegründet.

Er vertritt unter seinem Dach Deutschlands chronisch nierenkranke Menschen, Dialysepatienten, Transplantierte, Angehörige sowie pflegerisches und ärztliches Fachpersonal in 170 regionalen Selbsthilfegruppen

Pressemitteilung SLOD

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