Diva Delight feierte in der Propstei Buchholz eine erfolgreiche Premiere
Standing Ovation für „Nimm´s leicht!“
Buchholz. Diva Delight, das sind Nicole Wolke, Dawn Marie Flynn und Manfred Schümer. Auf der Bühne präsentiert das Ensemble bereits seit über 10 Jahren in der Propstei Buchholz sein musikalisches Können mit einer Mischung aus unterschiedlichen Musikrichtungen. Dazu zählen ausgewählte Opernmelodien, internationale Popsongs, amüsante Chansons ebenso wie Lieder aus großartigen Musicals. Umrahmt von einer augenzwinkernden Dramaturgie schafft Diva Delight komische, emotionale und auch überraschende Momente und sorgt so für abwechslungsreiche Unterhaltung. Dawn Marie Flynn wurde in Philadelphia geboren. Ihre Ausbildung absolvierte sie in New York und an der Musikhochschule Hamburg. Nach zahlreichen Opernengagements in vielen deutschen Großstädten arbeitet sie seit einigen Jahren freischaffend als Sängerin und Gesangslehrerin. Nicole Wolke stammt aus Euskirchen. Nach ihrer Ausbildung in Freiburg und Köln konzentrierte sie sich als freischaffende Sängerin zunächst auf Kirchenmusik. An der Musikschule ihrer Heimatstadt unterrichtet sie Gesang, doch die Leidenschaft der Sängerin gehört der Bühnenmusik und Manfred Schümer studierte an der Musikhochschule Köln und ist als Musikpädagoge und Chorleiter tätig. Als Partner am Klavier steht er mit anerkannten Künstlern auf der Bühne.
„Denken Sie bitte daran, Ihr Handy nach der Vorstellung wieder auf Empfang zu stellen!“ Effektiver und charmanter hätte man die Musikfreunde in der voll besetzten ehemaligen Propsteikirche am vergangenen Sonntag (21. Juni) nicht darum bitten können, ihr Handy auszuschalten, als dies der „Mann am Klavier“ (Manfred Schümer) zu Beginn des neuen Programms von „Diva Delight“ vermochte. Nachdem der vermeintlich gestresste Pianist sich ebenfalls von seinem Smartphone vorübergehend verabschiedet hatte, erwiesen die beiden Sopranistinnen Nicole Wolke und Dawn Marie Flynn sich als dauergestresste Mütter, die sich von ihren pubertierenden Töchtern provozieren ließen.
„Nimm´s leicht“ - so lautete das Premierenprogramm von Diva Delight. Dass dies im wahren Leben jedoch nicht immer so leicht getan wie gesagt ist, bewies das perfekt aufeinander eingespielte Trio mit einem bunten Strauß der schönsten Melodien aus der Welt von Pop, Musical und Klassik.
Nachdem der Pianist und Komponist Manfred Schümer sich als begnadeter Solist und einfühlsamer musikalischer Begleiter der beiden hochkarätigen Sängerinnen erwies, überzeugte er auch als „Guru“, der die altehrwürdigen Gemäuer der Propstei Buchholz in ein „Zentrum für musikalische Besinnung und seelische Schönheit“ verwandelte. Während der in einem tibetisch anmutenden Outfit an Elton John erinnernde spirituelle Lehrer mit diversen Sonderleistungen „das kostet aber eine Kleinigkeit extra...“ mehr oder weniger erfolgreich versuchte, das Leben der glamourösen Diven, die in mindestens 15 verschiedenen atemberaubenden Roben auftraten, ein wenig zu „entschleunigen“, boten diese eine ebenso amüsante wie perfekte Mischung aus Kabarett, Singspiel und Show und erzählten fast nebenbei beeindruckende Geschichten von der Liebe und dem Leid mit und ohne Mann und Kindern.
Beginnend mit einer humoristischen Persiflage auf die Ouvertüre zu „Wilhelm Tell“ (Mom Song) von Rossini über hinreißende Interpretationen aus bekannten Musicals („Mamma Mia“, „Into the woods“ oder „Cinderella“) bis hin zu einer überwältigenden Darbietung aus dem Haydn-Oratorium „Die Schöpfung“ durch Nicole Wolke, die ihre Vielseitigkeit u.a. auch mit einer kessen Darbietung des Chansons „Wegen Emil seine unanständ´ge Lust“ unter Beweis stellte, verlor das ebenso unterhaltsame wie dicht gewebte Programm keine Minute an Tempo. So brillierte auch Dawn Marie Flynn als Solistin sowohl mit einer zauberhaften Ballade auf den Hit „Atemlos“, die sie im Helene-Fischer-Glitzerfummel überzeugend darbot als auch bei dem Negro Spiritual „Ride on, King Jesus“, bei dem ihre ausdrucksstarke und glasklare Sopranstimme voll zur Geltung kam. Last, but not least gab auch der Pianist und Komponist Manfred Schümer mit „Canon D-Dur“ von Johann Pachelbel, komponiert für Streicher und Basso continuo und transkribiert für Klavier eine Kostprobe seiner künstlerischen Top-Leistung.
Für den nicht enden wollenden Applaus des Publikums bedankte Diva Delight sich mit einer Zugabe aus der Oper La Traviata von Verdi, was die begeisterten Musikfreunde wiederum mit Standing Ovation belohnten.
„Dass Diva Delight immer wieder nach Burgbrohl kommt, um hier in der Propstei Buchholz seine Premieren zu feiern, hat sicher nicht nur mit dem fantastischen Publikum etwas zu tun, sondern auch mit der besonderen Location, für deren Erhalt sich der Förderverein mit Gerd Rothbrust an der Spitze ehrenamtlich vorbildlich engagiert“, so VG-Bürgermeister Johannes Bell, der sich bei den Künstlern mit je einer Flasche edlen Weines aus der Region bedankte.
Dawn Marie Flynn bewies, dass der bekannte Helene Fischer-Hit „Atemlos“ auch als Ballade ein Volltreffer sein kann.
