Energiewende im Landkreis Ahrweiler
Symposium Erneuerbare Energien im Landkreis Ahrweiler
Am Samstag, 24. August, 9 bis 13 Uhr im Are-Gymnasium in Bad Neuenahr-Ahrweiler
Kreis Ahrweiler. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert seit Jahrzehnten eine Energiewende: Weg von der Atomkraft hin zu erneuerbaren Energien mit gleichzeitigem Konzept zur Verbesserung der Energie-Effizienz und der Reduzierung des Energieverbrauches insgesamt.
Der Landkreis Ahrweiler hat ein seit seinem Beschluss im Kreistag ein hehres Ziel: Bis 2030 will er seinen Strombedarf bilanziell aus erneuerbaren Energien decken. Ist das Ziel auch erreichbar? Kritikern geht die Energiewende hin zu Strom aus Wind, Sonne, Biomasse und Wasser an Rhein, Ahr und in der Eifel zu langsam. Kritik an Verwaltungen auf Landes- und Kreisebene wird laut, wenn beispielsweise durch komplizierte Genehmigungsverfahren der Richtungswechsel eingebremst zu werden droht.
Kritik an der Umsetzung der Energiewende gibt es für viele Menschen sicher in unerwarteter Weise aber auch von Seiten der Natur- und Umweltverbände. Kritisch beobachtet und begleitet auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland die Aktivitäten im Kreis Ahrweiler. Er begrüßt Fotovoltaik-Anlagen und Windräder, mahnt aber ihre Umweltverträglichkeit an. Daher lädt der BUND-Kreisverband zu einem Symposium in das Are-Gymnasium Bad Neuenahr-Ahrweiler.
Für den Kreisvorsitzenden Reinhard van Ooyen (Bad Neuenahr-Ahrweiler) und seinen Vorstandskollegen Winfried Sander (Leimbach) sind extrem hohe Windkraftanlagen und flächendeckende Solaranlagen auf Ackerflächen nicht nur ästhetisch ein höchst fragwürdiges Unterfangen. Sie glauben, dass die Belastung von verschiedenen Tierarten und die Bedrohung des Erholungswertes des Waldes unterschätzt werden. Sie fordern eine Energiewende, die sich nicht allein am technisch Machbaren orientiert, sondern nach der Umweltverträglichkeit. „Schutz für die Natur und gleichzeitig vor den wirtschaftlichen und sozialen Folgen des Klimawandels“, so das Credo des BUND zum Thema Energiewende.
Beim Symposium im Are-Gymnasium am 24. August soll nach einem Königsweg zwischen Energiewende und dem Klimawandel und seinen Folgen gesucht werden. Und dabei sollen bewusst unterschiedliche Positionen aufeinandertreffen. Während Wolfgang Schlagwein und Gereon Schürmann die Potenziale für regenerative Energien wie Wind, Sonne und Biomasse im Kreis Ahrweiler aufzeigen wollen, wird der Landesvorsitzende des BUND, Harry Neumann, dafür plädieren, dass die Energiewende keine Katastrophe für Natur und Landschaft werden darf.
Dr. Jürgen Haffke, historischer Geograph in Bonn mit Wurzeln in Bad Bodendorf, stellt den Natur- und Kulturraum Kreis Ahrweiler und dessen besondere Schutzwürdigkeit und die Auswirkungen auf den Tourismus durch Windkraft und Co vor. Um den Naturschutz unter dem Aspekt der regenerativen Energien geht es auch Manfred Braun von der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) in Koblenz. Er ist ein Kenner des Ahrgebirges und seines ornithologischen Lebensraumes.
Stellung beziehen zur Energiewende im Kreis Ahrweiler wird aber auch Landrat Dr. Jürgen Pföhler, Schirmherr der Veranstaltung des BUND. Eingeladen sind Politiker von Bund, Land, Kreis und Gemeinden. Vertreter der Wirtschaft, der Kultur, der Umweltverbände und aus Wald- und Forstwirtschaft werden erwartet. Aber auch interessierte Bürger ohne Funktion wünschen sich die Veranstalter als Zuhörer und Fragesteller, wenn am Ende der vierstündigen Veranstaltung sich die Referenten in einer Podiumsdiskussion stellen.
Von 9 bis 13 Uhr wird die Veranstaltung in den Räumen der Mensa des Are-Gymnasiums in Bad Neuenahr stattfinden, Eintritt frei.
Pressemitteilung
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) -
Kreisgruppe Ahrweiler
Foto: Winfried Sander
