Große Stimmung bei der Kostümsitzung in der Festhalle „Brohlia“
Tänze - Büttenreden - Bühnenshows
Brohl-Lützing. Unsichtbar war sie über den ganzen Abend mit dabei, die kürzlich verstorbene Ingrid Fuchs, das unvergessene Urgestein des Brohler Karnevals. Mit einfühlsamen Worten gedachte ihr Wolfgang Hilt, der wortgewandte neue Sitzungspräsident, schon bei der Eröffnung der Veranstaltung. Er begrüßte die Phalanx der Ehrengäste, darunter die Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil, das Landtagsmitglied Guido Ernst, den Verbandsbürgermeister Bernd Weidenbach und den neuen Ortsbürgermeister Michael Schäfer. Der Moderator startete damit eine Kostümsitzung der Narrenzunft, die fünf Stunden wunderbaren, höchst unterhaltsamen Karneval bot. Im Mittelpunkt des Programms standen die Tänze und Bühnenshows der gut hundert Protagonisten der „Bröhlcher Fastnacht“, organisiert in den unterschiedlichsten Korporationen. Von Beginn an mit dabei war das im zweiten Jahr seiner Regentschaft amtierende Prinzenpaar Arno I. und Nina I. mit seinem tollen Hofstaat im Piraten-Outfit. Dekoriert auf der Bühne mit dem neuen Jahresorden, der von Zeremonienmeister Ingo Schmitz entworfen war, konnten sie einen ersten Eindruck von der hervorragenden Jugendarbeit der Narrenzunft gewinnen: Die Kinderfunken, Nachwuchsgruppe der Prinzengarde, weckten mit ihrem Tanz erste Begeisterungsstürme in der gut besetzten Halle „Brohlia“. Nach dem Besuch des Burgbrohler Prinzenpaars Rolf I. und Kerstin I. mit großer Begleitung folgte die Show aus „Tausendundeiner Nacht“ der Nachwuchs-Gruppe „7 Ups“. Da „flog“ der Scheich gar auf dem Teppich ein, ehe er sich in die flotte, fantasievoll kostümierte Tanzformation einreihte. Ganz anders die folgende Parodie einer umwerfend komischen „Bauchredner-Show“ von Andrea Weiss und Sohnemann Sebastian aus Bad Breisig.
Wieder etwas für’s Auge
Der Tanz der Jung-Amazonen mit Funkenmariechen Kim Plauscheck begeisterte. Es folgte ein Highlight des Abends: Das opulente Tanztheater der neu aufgebauten Showtanzgruppe mit einem Querschnitt durch populäre Musicals. Die Choreografie, die tänzerische Exaktheit – ein wahrer „Hingucker“. Die Büttenrede von Dieter Ebert („Didi“) aus dem nahen Weibern war ein Konglomerat gut erzählter, daher mit viel Lacherfolg verbundener Witze. Der folgende Auftritt des Möhne-Korps war insgeheim eine Hommage an die verstorbene langjährige Obermöhn Ingrid Fuchs. Deren im Fach des Tanztrainings seit Jahren erfolgreiche Tochter Nina hatte mit den tanzfreudigen Möhnen die überaus ansehnliche Zirkusschau einstudiert. Bemerkenswert, was die sympathischen Damen unterschiedlicher Jahrgänge auf die Bühne zauberten.
Sehenswerter Mariechentanz
Die aus Dernau / Ahr importierte Büttenrede „Ahrwein-Königin“ (des fülligen Andy Marquard als Trude-Herr-Verschnitt ) wurde umrahmt von dem großen Auftritt der Brohler Prinzengarde mit Garde- und Kadettentanz und „Geburt“ des neuen, begabten Funkenmariechens Jaqueline Nett, die mit ihrem Tanzoffizier Tobias Mannheim gleich einen sehenswerten Mariechentanz darbot. Noch einmal brachte Jürgen Zerwas aus Eich mit viel Witz die Stimmung auf den Höhepunkt und die kleine, von Anne Diederichs auf Leistung getrimmte Tanzgruppe der Amazonen bot späten Augenschmaus, ehe alle Programmteilnehmer zum großen Finale aufliefen. Ein wirklich erlebenswertes jeckes Programm ging zu Ende, das auch von der fleißigen Musik des Musikklubs „Fidelio“ und Christoph Schnitger profitierte. Es leitete über in das Jubiläumsfest „111 Jahre Narrenzunft“, das seinen Höhepunkt am Vormittag des 1. Februar, ab 11 Uhr mit dem großen Jubiläums-Frühschoppen haben wird.
Die Prinzengarde lieferte einen einmaligen Showtanz ab.
Der Brohler Garde-Nachwuchs weckte erste Begeisterungsstürme in der Halle „Brohlia“.
Das Prinzenpaar Arno I. und Nina I. feierte mit.
