Spannung bis zum Schluss bei den Brohler Schützen
Was für ein Schießen um die Königswürde – Mit einem Meisterschuss krönte sich „Schliffi“ Lerchl
aus Brohl-Lützing
Brohl. Das diesjährige Königsschießen der Brohler Sankt Matthias-Schützenbruderschaft an Fronleichnam wird vielen noch lange in Erinnerung bleiben. Brohls neuer Schützenkönig heißt Karl-Peter „Schliffi“ Lerchl. Jungschützenprinz wurde Ben Schmitz. Die neue Bambiniprinzessin heißt Melina Schrade.
Aber der Reihe nach:
Der Tag begann entsprechend ihres Leitspruchs „Für Glaube, Sitte und Heimat“ mit der Teilnahme an den Feierlichkeiten zum Hochfest Fronleichnam der Pfarrei Breisiger Land Heilig Kreuz. Nach dem Festgottesdienst in Oberbreisig begleiteten die Brohler Schützen als Ehrenformation die Prozession zur Marien-Kirche nach Niederbreisig.
Brudermeister Peter Nonn konnte dann am Nachmittag zu Beginn des Schützenfestes auf der vereinseigenen Schießanlage in der Mühlenwiese zahlreiche Gäste, darunter Verbandsbürgermeister der Verbandsgemeinde Bad Breisig Marcel Caspers, Pater Tomy Twinkle, Priester aus dem Pastoralem Raum Sinzig und derzeit in der Pfarrei Breisiger Land Heilig Kreuz eingesetzt sowie den ersten Beigeordneten der Ortsgemeinde Brohl-Lützing Jürgen Roos begrüßen. Insbesondere richtete er einen besonderen Gruß an die scheidenden Majestäten der Brohler Schützengesellschaft sowie die Rhein-Ahr Bezirksmajestäten Bezirksprinz Nico Schmitz und Bezirksschülerprinzessin Emely Schrade Darüber hinaus wünschte er den anwesenden Schützen beim Königsschießen eine ruhige Hand, ein gutes Auge und gut Schuss. Für die Bewirtung des Festes zeigten sich wie in den vergangenen Jahren die Mitglieder der Prinzengarde in bewährter Form verantwortlich. Bevor mit dem diversen Schießspiele sowie dem Höhepunkt des Nachmittags die Ermittlung des neuen Schützenkönigs begonnen wurde, gedachte man den Verstorbenen der Bruderschaft. Insbesondere wurde an dem im Februar verstorbenen Schützenbruder Hermann-Josef Diekmann erinnert.
Natürlich wurde auch ein buntes Rahmenprogramm für Groß und Klein geboten. Kinder und Jugendliche hatten die Möglichkeit, mit dem Luft- oder Lasergewehr ihre Treffsicherheit zu beweisen. Neben der Ermittlung der neuen Majestäten standen für die Schützenbrüder – und schwestern noch das Ehrenpreisschießen in den verschiedenen Altersklassen, verschiedene „Verzehr-Gutschein“-Adler für jede Frau und jeder Mann und der „Ralf Butterbrodt Gedächtnis-Pokal“ auf dem Programm. Dieser wird als Wanderpokal zwischen Männer und Frauen der Prinzengarde sowie den Schützinnen und Schützen des Schützenvereins ausgeschossen und ging in diesem Jahr nach einem spannenden Wettstreit an Charlotte Nehler, Mitglied in der Marketenderei der Prinzengarde.
Dann aber war es soweit: Der Höhepunkt des Tages, das traditionelle Königsschießen mit der schweren Büchse Kaliber 16 auf den Königsadler, dem Objekt der Begierde, konnte beginnen. Besonders freuten sich die Brohler Schützen, dass mit Pater Tomy Twinkle entsprechend der Tradition, ein „Präses“ eine der ersten Schüsse auf den Königsvogel abgab. Bereits früh zeichnete sich ein spannender und packender Wettstreit um die höchste Würde der Bruderschaft ab. Die Spannung stieg von Schuss zu Schuss und der Wettkampf nahm immer mehr Fahrt auf, während der Königsvogel Schuss für Schuss weiter nachgab. Die Anwärter auf den Königsvogel haben es in diesem Jahr äußerst spannend gemacht und die Entscheidung fiel erst nach einem langen Ringen. Auch wenn dem hölzernen Federvieh schon früh seiner Insignien beraubt wurde, so erwies sich Rumpf des Königsvogels jedoch als zäh und „schussfest. Alle Anwesenden verfolgten den besonders in der Endphase hochspannenden und nervenaufreibenden Wettkampf um den Rumpf. Das Königsschießen wurde zum emotionalen Höhepunkt und Achterbahnfahrt. Als alle schon jubelten und dachten das Ringen um die Königswürde wäre zu Ende, da ein Großteil des Rumpfes zu Boden fiel, blieb jedoch ein kleiner Teil des Rumpfs des hölzernen Federviehs an der Stange hängen. Und dann kam Karl-Peter „Schliffi“ Lerchl – ruhig, fokussiert und entschlossen, den Vogel abzuschießen. Mit dem 129. Schuss setzte er dann den entscheidenden und präzisen Treffer und traf schließlich um 19.46 Uhr den handflächengroßen verbliebenen Rest des Rumpfes. Ein beeindruckender Meisterschuss. Nach einem packenden Wettstreit krönte sich Karl-Peter „Schliffi“ Lerchl damit zum neuen 144. Schützenkönig der Matthias-Schützen-Gesellschaft und wird nach 34 Jahren zum zweiten Mal als oberstes Repräsentant die Brohler Matthias-Bruderschaft bei zahlreichen Veranstaltungen vertreten.
Nach dem erfolgreichen Königsschuss folgte unter riesiger Freude und Jubelrufen der Anwesenden eine Gratulationscour unter den Klängen des „Waldmannsheil“ – sichtlich emotional berührt und zu Tränen gerührt zeigte sich die neue Majestät den Anwesenden. Die Brohler Böllerbuben gaben mit ihren Salutschüssen der Brohler Bevölkerung lautstark kund, dass man eine neue Majestät gefunden hat. Von einem „Verschönerungs-Kommando“ wurde das Wohnhaus des glücklichen Siegers entsprechend geschmückt und so auch optisch den Brohlern Bürgern die neue Majestät kundgetan.
Parallel dazu sorgte das Schießen der Jugend am Nachmittag ebenfalls für Spannung. Die Anwesenden verfolgten gespannt, wer sich in diesem Jahr die Prinzentitel sichern würde. Schuss um Schuss rückte der entscheidende Moment bei den Jungschützen näher, bis Ben Schmitz den Vogel von der Stange holte. Der Jubel war groß, als der Vogel fiel und zahlreiche Schützenbrüder – und schwestern, Familie sowie Freunde strömten zusammen, um den neuen Jungschützenprinzen zu gratulieren.
Melina Schrade freute sich ebenfalls riesig, als sie mit dem Lasergewehr die Würde des Titels bei den Bambinis sicherte und sich gegen starke Konkurrenz durch setzten konnte und den Titel als Bambiniprinzessin errang. Voller Stolz und Freude nahm auch sie die zahlreichen Glückwünsche der Anwesenden entgegen.
Der neue König Karl-Peter „Schliffi“ Lerchl, Jungschützenprinz Ben Schmitz und Bambiniprinzessin Melina Schrade sowie die Gewinnerin beim Ehrenpreisschießen, „Ralf Butterbrodt-Gedächtnispokal“ Charlotte Nehler wurden im Rahmen der abendlichen Königsfeier ausgiebig gefeiert. Nach spannenden Wettkämpfen konnten die Gewinner in festlicher Zeremonie und fröhlicher Atmosphäre mit Ehrentanz und Königstrunk, die Insignien ihrer Macht, die begehrten Königs- bzw. Prinzenketten, in Empfang nehmen. Mit einfach dreifachem Horrido auf die neuen Majestäten endete der offizielle Teil.
Bei der Königskrönung am Abend sowie bereits am Nachmittag sorgte Alleinunterhalter Peter Speich für den musikalischen Rahmen und sorgte den ganzen Tag für eine lebhafte Atmosphäre und unterhaltsame Stimmung.
Brudermeister Peter Nonn dankte allen Helferinnen und Helfern, die hinter der Theke, in der Küche, am Schießstand und an weiteren Stellen tatkräftig unterstützt haben. „Ohne ihren Einsatz wäre die Veranstaltung nicht möglich gewesen. Ebenso danken wir allen Besuchern sowie den teilnehmenden Schützen und Schützinnen, die das Königsschießen zu einem gelungenen und schönen Event gemacht haben - ein Tag voller Gemeinschaft, Brauchtum und Feierlaune. Beim diesjährigen Königsvogelschießen konnte man 159-jährige lebendige Tradition jung und ungebrochen gepaart mit Fortschritt und Moderne, Gemeinschaft und Geselligkeit unserer Schützengesellschaft sowie die Faszination des Schießsports hautnah erleben! Wir gratulieren den neuen Majestäten und wünschen ihnen eine schöne Amtszeit.“, so Brudermeister Peter Nonn. Der Festtag klang auf dem Schützenplatz in gemütlicher Runde, bei bester Stimmung und entspannter Atmosphäre noch lange aus. Die Matthias Schützenbruderschaft freut sich schon darauf, zur Brohler Kirmes am Sonntag, den 28. Juni 2026 ihre neuen Majestäten zu feiern.
Alle drei neuen Majestäten der Brohler Matthias-Schützengesellschaft 2026; von links nach rechts: Schützenkönig Karl-Peter „Schliffi“ Lerchl, Bambiniprinzessin Melina Schrade, Jungschützenprinz Ben Schmitz Foto: Martin Schnitker
Pater Twinkle beim Schuss auf den Königsvogel Foto: Martin Schnitker
Ehrengäste Pater Winkle und Verbandsbürgermeister Marcel Caspers im Kreise der Schützenfamilie Foto: Martin Schnitker
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