Watzmänner nehmen 28 Sprossen der Eifelleiter
Brohltal. Vom Rhein durch das Vinxt- und Brohlbachtal hinauf zur Hohen Acht und von dort nach Adenau führen die 53 Sprossen (Kilometer) der neuen Eifelleiter durch die hügelige Osteifel. Die Route bietet dem Wanderer eine große Fülle von landschaftlichen Höhepunkten und traumhaften Ausblicken. Ein renaturiertes Maar, der tief eingeschluchtete Königssee und zum Schluss der Kaiser-Wilhelm-Turm auf der Hohen Acht setzen die herausragenden Akzente dieser schönen Streckenwanderung, die man in zwei oder drei Etappen erwandern kann.
Da zur Mittagszeit tropische Temperaturen von 37 Grad Celsius zu erwarten sind, gehen die Watzmänner bereits in den frühen Morgenstunden in Bad Breisig an den Start. Über idyllische Waldpfade wandert die neunköpfige Gruppe steil zum Hahn hinauf. Diesen lang gestreckten Höhenzug haben schon die Kelten als Fliehburg genutzt. Heute genießen die Wanderer von der Anhöhe die herrlichen Ausblicke ins Rheintal, auf die Quellenstadt Bad Breisig und auf Bad Hönningen mit Schloss Arenfels auf der anderen Rheinseite. Kurz darauf wird Oberbreisig aus der Vogelperspektive bewundert und sodann durch eine Schatten spendende Baumallee am Gutshof Mönchsheide vorbei marschiert. Durch ein Wildgehege mit gewaltigen Rotbuchenbeständen gelangen die Bergkameraden zum Bad Breisiger Ortsteil „Auf Wallers“. Hier hält man an der neu errichteten Eifelblickhütte erste Wanderrast. Dann führt die Eifelleiter durch Waldparzellen und an Streuobstwiesen vorbei hinab ins Vinxtbachtal. Aus der Ortschaft Waldorf wieder aufsteigend wird die A 61 durch einen gewaltigen Tunnel gequert, um dann in einem weiten Bogen zum Bausenberg hinauf zu steigen. Von diesem imposanten Hufeisenkrater fällt der Blick vom Gleitschirmstartplatz auf Niederzissen und weit in das obere Brohltal hinein. Auf schmalen Wurzelsteigen führt die Eifelleiter über den Kraterrand des erloschenen Vulkans hinweg und streift Niederzissen in der Gemarkung Vogelsang. Nachdem die Landstraße nach Rodder überschritten wurde, lockt bereits das nächste Highlight, das Rodder Maar. In der flirrenden Mittagshitze wird das Gewässer umrundet. Seerosen und gelb blühende Wasserpflanzen sorgen für herausragende Farbtupfer am kleinen See, auf dem schwarz gefiederte Kormorane auf Beute lauern. Vom Rodder Maar schweift der Blick natürlich hinauf zur Burg Olbrück, dem hervorragend restaurierten Wahrzeichen des Brohltals. Jetzt geht es durch die freie Feldflur und an Waldsäumen vorbei hinüber zum Königssee. Die Eifelleiter führt eigentlich daran vorbei, aber man sollte es nicht versäumen, dem traumhaft gelegenen See einen kurzen Besuch abzustatten. Bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts wurde hier Basalt abgebaut. Heute ist der 75 Meter tiefe Steinbruch mit Wasser gefüllt und bietet seltenen Pflanzen- und Tierarten eine neue Heimat. Die Watzmänner wandern durch Oberdürenbach und durch Waldparzellen und über Weideland in Richtung Schelborn. Am Fuchskopf wird die L 83 überschritten. Von hier aus läuft die Eifelleiter auf einem breiten Fahrweg mit der Kohlenstraße am Waldrand entlang. Trotz einer Seehöhe von 591 Metern ist es inzwischen unerträglich heiß geworden und nur die frische Prise sorgt für ein wenig Abkühlung. Die Kohlenstraße, eine uralte Handelsverbindung, diente in den vergangenen Jahrhunderten dem Transport der Holzkohle von der Eifel zum Rhein. 28 Sprossen (Kilometer) der Eifelleiter und mehr als 900 Höhenmeter in ständigem Auf und Ab haben die Watzmänner bei tropischen Temperaturen hinter sich gebracht, als sie nach einer Wanderzeit von sieben Stunden im Landgasthof Bockshahn in Spessart diese herrliche Streckenwanderung durch die heimatlichen Gefilde der Osteifel gemütlich ausklingen lassen.
Die Beschreibung des zweiten Teilabschnitts der Eifelleiter von Spessart nach Adenau folgt in Kürze. In den bebilderten Wanderbericht über die Eifelleiter kann auf der Internetseite www.watzmaenner.com Einsicht genommen werden.
