Politik | 04.02.2016, 13:49 Uhr

Agentur für Arbeit:

Winter hält Einzug am Arbeitsmarkt

Saisonbedingter Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar

Kreis Ahrweiler. Nachdem er lange verhalten agierte, zeigte der Winter sich im Januar doch noch von seiner frostigen Seite - und das prägte auch den Arbeitsmarkt in der Region. Im letzten Monat stieg die Zahl der arbeitslosen Menschen um 523 auf jetzt 3.277 an. Die Arbeitslosenquote kletterte um 0,8 auf 4,9 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 4,7 Prozent. Eine Entwicklung, die nach Einschätzung von Frank Schmidt, dem stellvertretenden Leiter der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen, typisch für die Jahreszeit ist. „Dieses Winterloch trifft uns in jedem Jahr mehr oder weniger heftig. Vor allem, wenn Eis und Schnee liegen, müssen viele Betriebe - etwa aus dem Straßen- oder dem Landschaftsbau - ihre Arbeit vorübergehend einstellen. Andere, wie etwa die Gastronomie, schränken ihre Aktivitäten in den Wintermonaten grundsätzlich ein. Die Lage entspannt sich spätestens um die Osterzeit herum wieder, wenn die Tourismussaison beginnt und auch an den Baustellen wieder störungsfrei gearbeitet werden kann.“

Die Arbeitslosenquote kletterte um 0,8 auf 4,9 Prozent.

Das Plus gegenüber dem Vorjahr sei nach wie vor überwiegend der Flüchtlingssituation im Landkreis geschuldet, erklärt Schmidt. So weist die Statistik derzeit 757 arbeitslose Ausländer aus, das ist rund ein Drittel mehr als vor einem Jahr. Er gehe jedoch davon aus, dass dieses Phänomen zwar nicht kurzfristig zu beseitigen, aber dennoch vorübergehender Natur sei. „Nachhaltige Integration braucht mehr als nur ein paar Monate Zeit. Aber mit einer Winter-Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent steht der Landkreis im bundesweiten Vergleich nach wie vor sehr gut da. Auf lange Sicht werden die zusätzlichen Arbeitskräfte der Region eher gut tun als schaden.“

Ein saisonbedingtes Problem

Da es sich bei der saisonbedingten Arbeitslosigkeit eher um ein kurzfristiges Phänomen handelt, bildet sich der Zuwachs an Arbeitslosen in den Wintermonaten üblicherweise vor allem im Rechtskreis des SGB III ab, der jene Menschen erfasst, die meist noch nicht länger als ein Jahr arbeitslos sind und von der Arbeitsagentur betreut werden. Auch im Januar nahm die Zahl hier um 325 auf nun 1.416 zu. Sie liegt allerdings um 108 unter dem Vorjahreswert. Im Rechtskreis SGB II, dem jene Arbeitslosen zugeordnet sind, die von den Jobcentern betreut werden und auf Grundsicherung angewiesen sind, stieg die Arbeitslosigkeit um 198 auf 1.861 an. Vor einem Jahr wurden hier noch 292 arbeitslose Menschen weniger gezählt.

Anstieg bei der Grundsicherung

Trotz winterlichem Anstieg der Arbeitslosigkeit gab es auch im Januar Betriebe, die auf der Suche nach neuem Personal waren. So wurden dem Arbeitsgeberservice in den vergangenen vier Wochen 173 offene Stellen aus der Region gemeldet. Insgesamt liegen der Arbeitsagentur damit 566 Stellenangebote aus dem Ahrkreis vor, 150 mehr als vor einem Jahr.

Agentur für Arbeit

Koblenz

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