Allgemeine Berichte | 26.06.2026, 11:03 Uhr

Mangelhafte Infrastruktur und Sicherheitsrisiken

Unhaltbare Zustände an Bushaltestellen in Hammerstein, Leutesdorf und Bad Hönningen

Eine aktuelle Bestandsaufnahme der lokalen Bushaltestellen durch Mitglieder des Seniorenbeirates der Verbandsgemeinde Bad Hönningen offenbart massive infrastrukturelle Defizite.
292

Bad Hönningen / Leutesdorf / Hammerstein. Wer in den Gemeinden Hammerstein, Leutesdorf und Bad Hönningen auf den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) angewiesen ist, wird vielerorts im Regen stehen gelassen – und das im wörtlichen Sinne.

Eine aktuelle Bestandsaufnahme der lokalen Bushaltestellen durch Mitglieder des Seniorenbeirates der Verbandsgemeinde Bad Hönningen offenbart massive infrastrukturelle Defizite: Fehlende Überdachungen, fehlende Sitzmöglichkeiten und mangelnde Sauberkeitsinfrastruktur prägen das Straßenbild.

Besonders alarmierend sind eklatante Mängel bei der Verkehrssicherungspflicht und der Barrierefreiheit, die insbesondere für mobilitätseingeschränkte Personen eine handfeste Gefahr darstellen. Gravierende Ausstattungsmängel: Kein Schutz vor Wind und Wetter Die grundlegendsten Serviceleistungen für Fahrgäste fehlen an vielen Standorten komplett. Neben dem fehlenden Witterungsschutz sorgt auch eine unzureichende Beleuchtung vielerorts für ein erhebliches subjektives Unbehagen und Sicherheitsrisiken in den Abendstunden, so z.B.:

● Hammerstein: An der Haltestelle Niederhammerstein (Fahrtrichtung Neuwied) suchen Fahrgäste vergebens nach einem Mülleimer, einer Sitzgelegenheit oder einem Unterstand. Ein identisches Bild bietet sich in Oberhammerstein (Fahrtrichtung Linz), wo Papierkorb, Bank und Überdachung ebenfalls vollständig fehlen.

● Leutesdorf: An den Haltestellen Neuer Weg und Christkönigshaus (beide in Fahrtrichtung Linz) sind Wartende auf schmalen Bürgersteigen schonungslos der Witterung ausgesetzt. Es gibt weder Unterstände noch Sitzgelegenheiten.

● Bad Hönningen: Auch hier weist die Infrastruktur enorme Lücken auf. An der Hauptstraße nahe dem Getränkemarkt (Fahrtrichtung Neuwied) sowie am Kandelium (Fahrtrichtung Neuwied) fehlen Sitzgelegenheiten und Überdachungen. Zudem mangelt es an der Sauberkeit: Weder an der Hauptstraße/Getränkemarkt (Richtung Linz) noch am Kandelium (Richtung Linz) oder an der Haltestelle Walther-Feld-Straße/Alte Post (Richtung Linz) sind Papierkörbe vorhanden. Verletzung der Verkehrssicherungspflicht gefährdet Fahrgäste Kommunen und Straßenbaulastträger sind gesetzlich verpflichtet, Haltestellenbereiche so zu unterhalten, dass Fahrgäste beim Warten sowie beim Ein- und Ausstieg vor vermeidbaren Gefahren geschützt sind.

Dazu gehört nach moderner Rechtsprechung und den Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen (RASt) ausdrücklich auch eine ausreichende Beleuchtung. Dunkle Haltestellen ohne Sichtverbindung bergen nicht nur Stolpergefahren, sondern verletzen auch die Pflicht zur Abwendung von vorhersehbaren Gefahren im öffentlichen Raum. Ein drastisches Negativbeispiel liefert die Haltestelle Walther-Feld-Straße / Alte Post (Richtung Linz) in Bad Hönningen. Ihre Erreichbarkeit ist regelrecht gefährlich: Sie befindet sich unmittelbar an der Absenkung zu einer Unterführung, verfügt über keinen abgesenkten Bordstein und weist eine brüchige Erhebung von 12 Zentimetern am Wartehäuschen auf.

Für Menschen mit Rollatoren ist diese Haltestelle ungeeignet und birgt ein hohes Sturzrisiko. Bauliche Gefahrenquellen wie diese stellen eine klare Verletzung der Verkehrssicherungspflicht dar, für die die Kommune im Schadensfall haftbar gemacht werden kann. Zudem mangelt es fast flächendeckend an der Barrierefreiheit: Zu hohe Bordsteine (oft 15 bis 17 cm), fast flächendeckend fehlende Blindenleitsteine (wie z.B. am Bahnhof Bad Hönningen, Richtung Neuwied) und unleserlich oder zu hoch angebrachte Fahrpläne machen die Nutzung des ÖPNV für Rollstuhlfahrer, Senioren und Sehbehinderte zu einer unzumutbaren Hürde. Dringender Handlungsbedarf Die verantwortlichen Kommunen werden nachdrücklich aufgefordert, ihrer baulichen Erhaltungs-, Beleuchtungs- und Verkehrssicherungspflicht umgehend nachzukommen. Es bedarf raschen Handelns, um fehlende Abfallbehälter zu ergänzen, Sitzmöglichkeiten, Beleuchtungsanlagen und Witterungsschutz zu installieren und vor allem gefährliche Stolperfallen zu beseitigen. Der öffentliche Nahverkehr kann in der Region nur dann eine echte Alternative zum Auto sein, wenn Sicherheit, Barrierefreiheit und ein Mindestkomfort für alle Fahrgäste gewährleistet sind.

Pressemitteilung Seniorenbeirat der Verbandsgemeinde Bad Hönningen

Eine aktuelle Bestandsaufnahme der lokalen Bushaltestellen durch Mitglieder des Seniorenbeirates der Verbandsgemeinde Bad Hönningen offenbart massive infrastrukturelle Defizite. Foto: Quelle: VG Bad Hönningen

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag
Dienstleistungen
Dauerauftrag 2026
Stellenanzeige Reinigungskraft
Stellenanzeige Zimmermädchen
Stellenausschreibung 2026/078 IT-Systemadministrator (w/m/d)
Anzeige Herbstfest 2026
Herbstbunt in Bad Neuenahr-Ahrweiler
Empfohlene Artikel
Symbolbild
51

Region. Auch an Halloween gelten bestimmte Regeln, um sicherzustellen, dass der Spaß nicht außer Kontrolle gerät. Nicht jeder Streich ist harmlos. Am 31. Oktober ziehen wieder Geister, Hexen und Vampire durch die Straßen und rufen "Süßes, sonst gibt’s Saures!" Der Gruselfaktor ist garantiert, doch um echten Schrecken zu vermeiden, gibt es wichtige Verhaltenshinweise.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.
8006

Astrologische Vorschau für die KW 44: Gesundheit, Liebe und Erfolg im Fokus bei den Sternzeichen

Sterne im Blick: Horoskop für die Woche 26. Oktober bis 1. November – Zwischen Neuanfang, Gefühlschaos und Erfolgsmomenten

Die Tage werden kürzer, die Abende gemütlicher und mit der Umstellung auf die Winterzeit am Sonntag, dem 25. Oktober, beginnt die dunklere Jahreszeit endgültig. Die zusätzliche Stunde Schlaf klingt verlockend, doch der veränderte Tagesrhythmus kann auch die Stimmung beeinflussen. In der Kalenderwoche 44 stehen die Zeichen auf Veränderung: Während in der Liebe längst überfällige Gespräche für Klarheit sorgen können, verlangen berufliche Herausforderungen nach Geduld und klugen Entscheidungen.

Weiterlesen