Große Feier zum längjährigen Jubiläum des katholischen Akademikerverbandes
90 Jahre CV-Zirkel Rhein-Ahr
Region. Kürzlich feierte der CV-Zirkel Rhein-Ahr sein 90-jähriges Jubiläum. Auch im Namen der Vorstandsmitglieder Studiendirektor a.D. Rainer Müller und Dr. med. Michael Berbig begrüßte der Vorsitzende Dr. med. Gerhard Kreuter eine große Schar von Festgästen zur Feier des 90-jährigen Jubiläums des CV-Zirkel Rhein-Ahr im Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen. Dieser ist ein Verband deutscher, katholischer, nicht schlagender, Farben tragender (Mütze und Band) Studentenverbindungen. Der Cartellverband ist der Dachverband, in dem sich 126 Verbindungen nahezu aller Hochschulstandorte Deutschlands sowie Verbindungen aus Rom und Tokio zusammengeschlossen haben. Mit ca. 6.000 Studenten und rund 32.000 Mitgliedern ist der Cartellverband der größte interdisziplinäre Akademikerverband Europas.
Im Rahmen des Kurkultkampfes, in dem der preußische Staat den Einfluss der katholischen Kirche zurückdrängen wollte, wurden in der Mitte des 19. Jahrhunderts als Gegenbewegung der katholischen Studenten an verschiedenen Universitäten katholische Verbindungen gegründet, die sich dann zum Cartellverband zusammenschlossen. Der CV-Zirkel Rhein-Ahr ist eine Vereinigung, in der sich sämtliche Mitglieder des CV- gleich aus welcher Stadt und Verbindung stammend- die im Kreis Ahrweiler wohnen, zusammengeschlossen haben. Er hat ca.140 Mitglieder. Der Vorstand gab seiner Freude Ausdruck, dass drei Vertreter der studentischen Aktivitas der CV-Verbindung Ripuaria Bonn in Vollcouleur an dem Festabend teilnahmen.
Dr. Kreuter begrüßte Herrn Landrat Dr. Jürgen Pföhler, der als Ehrengast ein sehr persönliches und anerkennendes Grußwort sprach. Er verband mit seiner Gratulation zum Jubiläum die besten Wünsche für eine gute Zukunft dieser wertvollen Vereinigung. Die 90-jährige Geschichte des CV-Zirkel Rhein-Ahr ist in einer wertvollen alten Chronik festgehalten, über die Dr. Kreuter berichtete. Der erste Eintrag ist ein Segenswunsch des damaligen Bischofs von Trier, Franz Rudolph Bornewasser vom 12. Mai 1924. In der Folge wird über ein blühendes Leben des Zirkels mit zahlreichen Veranstaltungen berichtet, das bis 1933 währte. Mitglieder waren unter anderem zahlreiche Führungspersonen im Kreis Ahrweiler aus den Bereichen Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Kirche, Gesundheitswesen und anderen Gebieten. Wie zahlreiche andere katholische Verbände wurde der Zirkel 1933 von den Nationalsozialisten verboten. Am 24. April 1952 wurde der CV Zirkel Rhein - Ahr in Bad Neuenahr wiedergegründet, es folgten Jahrzehnte voller interessanter Treffen und Festlichkeiten, an denen die Mitglieder aus den verschiedensten akademischen Berufen in großer Zahl teilnahmen.
Dabei dürfte es einem katholischen Akademikerverband in Deutschland in diesen Tagen an Gesprächsbedarf nicht mangeln. Seine Prinzipien sind gerade heute aktueller denn je: Das Prinzip Amicitia als Lebensfreundschaft sollte die Mitglieder nicht nur zusammenführen, sondern auch zu gemeinsamen öffentlichen Aktionen veranlassen. Die Mitglieder sollten sich nicht scheuen, sich zu dem Prinzip Religio nach innen und außen deutlicher zu bekennen. Gerade in der jetzigen Krise der katholischen Kirche braucht diese ihre Unterstützung und auch ihren Rat. Das Prinzip Scientia - Wissenschaft - wird umgesetzt durch aktives Handeln in der Öffentlichkeit mit eigenen Vorträgen, Mitwirkung bei öffentlichen Diskussionen und Veranstaltungen und sonstige Unterstützung des kulturellen und wissenschaftlichen Lebens im Kreis Ahrweiler. Schließlich gibt es noch das Prinzip Patria, der CV versteht dies als Überzeugung zum deutschen, freiheitlichen und sozialen Rechtsstaat und zugleich zur europäischen Integration. Es gilt, beide Gefüge aktiv mitzugestalten.
Anschließend hielt Oberstaatsanwalt a.D. Egbert Bülles, Mitglied der CV-Verbindung Alania Bonn, den Festvortrag: „(Organisierte) Kriminalität im Rheinland“. Egbert Bülles, bekannt durch Presse, Funk und Fernsehen schilderte in dem Vortrag seinen mehr als zwei Jahrzehnten währenden Kampf als Jurist gegen die organisierte Kriminalität, deren zahlreiche Organisationen und ihre große Verbreitung er auch hier anschaulich an Beispielen aufzeigte. Sein Spezialgebiet ist der Menschenhandel, wo er internationalen Ruf genießt.
