Aktuelles zur AhrtalBahn
Bahnsteige früher betriebsbereit
Arbeiten am Bahnhof Ahrweiler sollen bald fertiggestellt werden - DB-Reisecenter weiten Öffnungszeiten aus
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Ab Fahrplanwechsel im Dezember 2013 kommt es für die Fahrgäste der Ahr- und RheintalBahn gleich zu verschiedenen Verbesserungen. Es wird völlig neues und modernes Wagenmaterial eingesetzt, der in Deutschland produzierte CORADIA Lint. Außerdem werden die Öffnungszeiten der beiden DB-Reisezentren in Bad Neuenahr und Remagen auf jeweils 60 Stunden wöchentlich ausgeweitet. Und die Bahnsteiganlagen am Bahnhof Ahrweiler sollen früher als geplant, voraussichtlich bereits Ende März, in Betrieb genommen werden.
Schließlich gibt es einige positive Fahrplanverbesserungen auf der AhrtalBahn (RB 30). Der sogenannte „Dernauer Takt“ wird auf das Wochenende ausgeweitet. Die Fahrlagen der Zwischentaktzüge des Dernauer Taktes werden verändert zur Herstellung des Anschlusses in Remagen auf den RE 5 von und nach Koblenz. Zusätzliche Fahrten verbinden (Ahrbrück-)Remagen mit Bonn.
Die Deutsche Bahn fordert schon länger Maßnahmen am unbeschrankten Bahnübergang in im Bereich der Steinbergsmühle in Dernau. Die Anlieger würden sich über eine Schrankenanlage freuen. Sie beklagen schon seit längerem den von den Triebfahrzeugen ausgehenden Lärm der notwendigen Hupsignale. Und aus Sicht der Verkehrssicherheit sind Bahnschranken dort ohnehin überfällig.
Die Deutsche Bahn (DB) erklärt dazu: „Gemäß Eisenbahn-, Bau- und Betriebsordnung ist die Sicherheit an dem genannten Bahnübergang derzeit durch die Reduzierung der Streckengeschwindigkeit in diesem Bereich auf derzeit 20 Kilometer pro Stunde gesichert. Die dadurch entstehenden Fahrzeitverluste sind inzwischen in den Fahrplan eingearbeitet. Unserer Meinung nach stellt diese Art der Sicherung durch den Fahrzeitverlust und die ebenfalls noch notwendigen Pfeiftafeln dauerhaft aber keine befriedigende Lösung dar. Wir hatten in der Vergangenheit mehrfach versucht, mit dem beteiligten Kreuzungspartner verschiedene Möglichkeiten für eine Verbesserung der Situation zu finden. Folgende Möglichkeiten stehen dabei zur Auswahl: Sicherstellung durch die Gemeinde Dernau, dass der Weg gemäß seiner Klassifizierung ausschließlich von landwirtschaftlichen Fahrzeugen befahren wird. Dies ist derzeit nicht der Fall, da der Weg illegal mit öffentlichem Straßenverkehr befahren wird. Eine weitere Möglichkeit wäre die komplette Beseitigung (Auflassung) des Bahnübergangs. In Frage käme auch eine komplette Sperrung des Kfz-Verkehrs einschließlich Landwirtschaftsfahrzeuge, aber Aufrechterhaltung des Fußgänger- und Fahrradverkehrs.Schließlich bliebe nach eine öffentliche Widmung des Wegs und der anschließende Bau einer technischen Sicherung mit Kostenteilung. Das würde bedeuten, dass die Deutsche Bahn, der Bund und die Gemeinde die Kosten jeweils zu einem Drittel übernehmen würden. Die Kosten zu allen genannten Varianten können erst nach einer Vorplanung mit Variantenuntersuchung beziffert werden.“
Die Situation in Ahrweiler
Die Inbetriebnahme der Bahnsteige am Bahnhof Ahrweiler hat die DB bereits für Ende des ersten Quartals vorgesehen, bis ins zweite Quartal sollen noch Restarbeiten folgen.
Bereits vor einiger Zeit wurde die Nicht-Inbetriebnahme der elektronischen Anlagen an Gleis zwei des Bahnhaltepunktes Ahrweiler Markt mit einem fehlenden Stromanschluss begründet. Hier ist noch kein Fertigstellungstermin anvisiert.
Bahnhaltepunkt Lohrsdorf
Was einen Bahnhaltepunkt in Lohrdorf betrifft, gibt es keine Planungen seitens der Deutschen Bahn. Die DB wurde am 13. November 2012 von der Stadt Bad Neuenahr angeschrieben. Die Baukosten beziffert die Stadt auf rund 1,2 Millionen Euro liegen. Die Stadt hat ihr Ansinnen unter anderem mit einem Bericht zur Bewertung der Wirtschaftlichkeit eines Bahnhaltepunktes in Lohrsdorf, Erläuterungen der Planung, Übersichtsplan, Lageplan sowie einem Regelquerschnitt belegt. „Diese Planungsstudie wurde an die DB Station & Service AG, den Zweckverband SchienenPersonenNahVerkehr und die DB Netz AG verschickt,“ so die Stadt auf Anfrage. Damit solle, so die Stadtverwaltung weiter, der angestrebte Bahnhaltepunkt in Lohrsdorf planerisch weiterentwickelt werden.
Reisecenter länger geöffnet
Bei der Ausschreibung der DB-Reisecenter in Bad Neuenahr und Remagen ab Dezember 2013 hat sich die Deutsche Bahn durchgesetzt. An beiden Standorten sollen ab Winterfahrplan 2013 die Schalteröffnungszeiten ausgeweitet werden. Insgesamt werden die Reisecenter wöchentlich 60 Stunden geöffnet haben. Dies schließt eine Öffnung samstags und sonntags mit ein. Die neuen Öffnungszeiten werden laut DB rechtzeitig bekannt geben.
Bahnexperten im Kreis bleiben kritisch
Wolfgang Schlagwein, Sprecher der Grünen im Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler und ÖPNV-Nutzer ohne eigenes Auto, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem ÖPNV im Kreis. Er gibt sich zu einem neuen Bahnhaltepunkt in Lohrsdorf zurückhaltend: „Es gibt einen großen Modernisierungsstau der vorhandenen Bahnanlagen. Zuallererst müssen mal diese Anlagen auf Vordermann gebracht werden.“ Schlagwein nennt als Beispiel den Haltepunkt Ahrweiler Markt. „Über zusätzliche neue Haltepunkte reden wir gerne, wenn es mal eine grundsätzliche Mehrheit für den Vorrang des öffentlichen Nahverkehrs und ein Gesamtkonzept für dessen Ausbau im Kreis Ahrweiler gibt.“
Wolfgang Groß, Sprecher der Ahrtalbahnfreunde, sieht die Veränderungen mit gemischten Gefühlen: „Es geht um einen besseren Halbstundentakt, ausgeweitet am Wochenende und mit zwei Fahrzeugen statt nur einem. Dadurch ist der Fahrplan viel entspannter und die Anschlüsse dieser Züge in Remagen werden viel besser. Dies ist eine echte Verbesserung. Der Bahnsteig in Ahrweiler ist bald fertig gestellt, das ist ein echter Pluspunkt. Aber dies kann nur ein Anfang sein, an der Ahrstrecke sind noch viele Bahnsteige in sehr schlechtem Zustand. Ganz miserabel ist die Bahnsteigsituation in Sinzig und dies seit nunmehr über 25 Jahren. Es passiert zwar einiges Positives im Schienenverkehr, für eine echte Attraktivitätssteigerung muss die DB sich aber noch gewaltig anstrengen.“
Ab Dezember verkehren die neuen Fahrzeuge CORADIA Lint. Foto: Archiv
