Privatschule Carpe Diem Bad Neuenahr-Ahrweiler
Blick „hinter die Kulissen“ des Landtags
Bad Neuenahr-Ahrweiler. „Ich finde es wichtiger, aktiv auf mein Umfeld Einfluss zu nehmen, ich wollte als junge Frau nicht sagen, die da oben, sondern selbst mitmischen.“ So umriss Bad Neuenahrs dienstälteste Landtagsabgeordnete Petra Elsner (SPD) gegenüber rund 30 Zehntklässlern der Privatschule Carpe Diem Bad Neuenahr-Ahrweiler, wie sie vor zwei Jahrzehnten zur Landespolitik kam. Auf Einladung des rheinland-pfälzischen Landtags hatten die Carpe-Diem-Schüler die Gelegenheit, inmitten der Arbeitsstätte der parlamentarischen Demokratie im Mainzer Landtagsgebäude mit den drei Bad Neuenahrer Landtagsabgeordneten Petra Elsner, Horst Gies (CDU) und Wolfgang Schlagwein (Die Grünen) über 60 Minuten aktuelle Landespolitik zu diskutieren.
Landtagspräsident Joachim Mertes begrüßte im Plenum die Schülergruppe aus der Badestadt unter dem Beifall aller 101 Abgeordneten der drei Fraktionen zu Beginn der Landtagssitzung. Die Jugendlichen hatten das Glück, auf der Besuchertribüne eine aktuelle Fragestunde zur Lohngleichheit von Frau und Mann oder zur Cannabisfreigabe mitzuerleben. Die CDU wollte wissen, wie die rheinland-pfälzische rot-grüne Landesregierung den Gesetzentwurf der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen für ein Cannabis-Kontrollgesetz beurteile. Der bundesgrüne Gesetzentwurf sieht im Wesentlichen eine Legalisierung von Cannabis als Genussmittel sowie des Besitzes, des Anbaus und des Vertriebs vor. Horst Gies nahm in der Diskussionsrunde mit den Schülern spontan die Gelegenheit wahr zu fragen, was sie denn als Jugendliche von dem Vorstoß der Grünen hielten.
Die Jugendlichen ihrerseits wollten aber wissen, wie die Politiker sich zur Freigabe von Cannabis für Schmerzpatienten stellen würden. Horst Gies bestätigte, dass dies auch in der Kreisstadt ein aktuelles Thema sei, denn in Bad Neuenahr-Ahrweiler würde bald ein Hospiz eingeweiht. Eine lebhafte Diskussion zwischen Schülern und Politikern war angesagt. Auch die Absage des Formel-1-Rennens auf dem Nürburgring sprachen die Schüler an. Die Schülerarbeitsgruppen hatten sich im Unterricht auf den Landtagsbesuch vorbereitet - und auf die aktuelle Landespolitik.
Einige Jugendliche wollten nun von den Abgeordneten wissen, wie es dazu kommen konnte, dass eine halbe Milliarde Euro am Nürburgring geradezu in den Sand gesetzt worden sei. Klassensprecher Jonas Kampen dankte den MdL für die offene und lebhafte Diskussion. Er betonte, es habe Spaß gemacht, einmal „hinter die Kulissen“ des Landtags zu schauen. Schulleiter Lucas Bonsignore sieht im Landtagsbesuch die Chance, junge Menschen für Politik zu begeistern, ihnen parlamentarische Arbeit näherzubringen. „Wir haben unseren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gegeben, außerhalb des Klassenzimmers über tagespolitische Themen zu diskutieren“, sagte er.
