Rat der Gemeinde Rech tagte
Bogenbrücke soll einem Aluminiumbauwerk weichen
Rech. Nach langen Beratungen, Planungen und Mutmaßungen steht jetzt fest: Die alte Recher Bahn-Bogenbrücke am „Herrenberg“ wird abgerissen und durch ein neues Aluminiumbauwerk ersetzt.
Die Brücke ist von Bedeutung
Die Brücke hat für den Weinort Rech eine große Bedeutung, ist sie doch der direkte Zugang vom und zum Rotweinwanderweg. Einschließlich aller Nebenaufwendungen, wie etwa Kanalbaumaßnahmen und einen Schienen-Ersatzverkehr, sind die Umbaukosten auf insgesamt 375.000 Euro veranschlagt. Dies beschloss der Rat der Gemeinde Rech jetzt einstimmig. Die reinen Baukosten belaufen sich demnach auf rund 330.000 Euro. Für Planung, Statik und Genehmigungsverfahren sind 45.000 Euro kalkuliert. Eine hehre Aufgabe für die kleine Gemeinde. Die Arbeiten sollen in 2015 ausgeführt werden und über einen Zeitraum von vier bis fünf Monaten gehen. Die Verbandsgemeinde Altenahr wird beim Land Rheinland-Pfalz für diese Maßnahme Mittel aus dem ‚“Investitionsstock 2015“ beantragen. Dies sind Zuschüsse des Landes Rheinland-Pfalz für Infrastrukturmaßnahmen. Die nicht unproblematische Wasser-Ableitung aus den umliegenden Weinbergs- und Wegeflächen soll, so Hermann Terporten vom planenden Ingenieurbüro, in zwei 300er-Rohren unter der neuen Brücke verlaufen.
Kanal muss neu verlegt werden
Unterhalb der Weinberge soll ein neues Regen-Einlaufwerk entstehen. Hierzu muss, so Terporten, in die Straße am Herrenberg (Weg von der Bundesstraße zum Bahnhof Rech) ein Kanal neu verlegt werden. Die Zuwegung soll anschließend in der bisherigen Form wieder hergestellt werden. Dieser Bereich ist für Fahrzeuge seit der Brückensperrung ohnehin Sackgasse. Damit entsprach der Rat einem Wunsch der Anlieger. Mit der Maßnahme verbunden wären auch einige Einschränkungen. Für die Zeit der Bauarbeiten nämlich muss ein Bahn-Ersatzverkehr eingerichtet werden. Zudem fällt so lange die für Hotellerie, Gastronomie- und Weinbau so wichtige direkte Verbindung zum Rotweinwanderweg weg. Ebenso müssen der Radweg verlegt und die Radfahrer bis zum Ende der Bauarbeiten umgeleitet werden.
Option Sanierung
Der TüV hatte in seinem Gutachten neben dem Abriss eine Sanierung der Brücke ebenfalls als mögliche Option dargestellt. Zur Frage, ob auch die Sanierung der Bahnbrücke geprüft wurde, nahm Ortsbürgermeister Dieter Kutscher gegenüber von "Blick aktuell" Stellung: “Eine Sanierung wäre auch möglich. Aber während der langen Zeit der Sanierung hätte der Schienenersatzverkehr immense Kosten verursacht. Dies wurde vom Büro Terporten als unwirtschaftlich dargestellt und auch von der Verwaltung so bestätigt. Eine für Fahrzeuge nutzbare neue Brücke wäre erheblich teurer geworden und für uns nicht finanzierbar.“
Verspätete Zuschuss-Zahlung
Die Recher Ratssitzung war von großer Sachlichkeit und über Parteigrenzen hinaus einstimmigen Beschlüssen geprägten. Ortsbürgermeister Dieter Kutscher verkündete zu Beginn, dass der Landeszuschuss von 28.000 Euro für die Umbaumaßnahmen in der Kindertagesstätte Mayschoß von den Gemeinden Rech und Mayschoß anteilmäßig bis 2015 vorfinanziert werden musste. Dieses Geld vom Land Rheinland-Pfalz fließt erst im kommenden Jahr. „Das Geld wurde aber jetzt gebraucht,“ stellte Kutscher fest. Die verspätete Zuschuss-Zahlung durch das Land wurde im Rat auch als „sehr ärgerlich“ bezeichnet. Die Katholische Kirche als Träger und Eigentümer der Kindertagesstätte hat für diesen Betrag bis zum Eingang der Landeszahlung einen Kredit aufgenommen. Die Zinsen müssen hierfür die beiden Ortsgemeinden Mayschoß und Rech anteilmäßig tragen.
Mickriger Zustand
Der Recher Kinderspielplatz hinter der alten Schule befindet sich in einem „mickrigen Zustand,“ so Bürgermeister Kutscher. Die Spielgeräte sind ins Alter gekommen, und der ganze Platz braucht dringend einige Veränderungen. Damit dies anders wird, stellte Markus Dievenich ein Grobkonzept für eine zeitgemäße Gestaltung des Kinderspielplatzes vor. Dievenich regte hierbei unter anderem auch die Installation einer Wasserpumpe an. Dies soll nun in einer Bürgerversammlung vorgestellt und im kommenden Jahr umgesetzt werden. Der Rat war sich einig, dass die Eltern hierbei eng eingebunden werden. Der bisher nicht als Spielplatz dienende und an das Feuerwehrhaus angrenzende kleine Spielplatzbereich soll künftig von der Wehr genutzt werden. Das bestehende Gebäude soll seitlich, in der Breite, vergrößert werden. Grund hierfür war eine Sicherheitsüberprüfung des zu engen Gebäudes.
