Stimmungskanone begeisterte – Kölner Urgestein Annemie Lorenz hielt „Verzällsche“
Bruce Kapusta lässt das Brauhaus beben
Bad Neuenahr. „Karneval ist einfach die beste Zeit. Warum nicht auch jetzt schon feiern?“, gab eine Besucherin die Marschroute des Abends jeck gelaunt vor. In Bad Neuenahr hatten alle Narren am Sonntag die Möglichkeit, schon einmal erste Karnevalsluft zu schnuppern – so kurz vor Sessionsbeginn. Bruce Kapusta tanzte wie ein Derwisch durch die Reihen im Neuenahrer Brauhaus. 200 gut Gelaunte waren dabei. „Der Clown mit seiner Trompete" präsentierte sich im Sessionscountdown bereits in Hochform, riss singend und spielend die Gäste im voll besetzten Haus von den Stühlen. Dabei drehte der Musikus immer wieder seine Runden durchs Lokal, so dass Kapusta im gleißenden Lichtkegel seine schmissigen Hits abfeuern konnte. In der Session 2014/2015 feiert Kapusta sein 20-jähriges Bühnenjubiläum. Mit seinem Programm „Singe un Laache - das kölsche Mitsingkonzert“ hatte der jecke Trompeter die Gäste schnell auf seiner Seite. Nach dem Hit „Drink doch ene mit“ waren die Stimmbänder flugs geölt. Liederhefte halfen bei Texthängern schnell aus, und so wurde auch zu eher unbekannten Liedern geschunkelt und gewippt. Da Kapusta zum Mitsingkonzert eingeladen hatte, waren natürlich auch die Gäste gefragt:
„Verzällsche“ von Annemie Lorenz
Die hatten beim „En d’r Kayass Nummer Null“ keinerlei Text-Probleme, den eher unbekannten Stücken wie Ostermanns „Kinddauf-Fäss unger Krahnebäume“ ging noch eine Trockenprobe voraus. Dazu gehörten neben vielen rheinischen Karnevals- und Geselligkeitsliedern wie „Inunserm Veedel“ oder „Schenk’ mir dein Herz“ auch eigene Songs des gebürtigen Kölners und machte gekonnt auf „Dä Clown für Üch.“ Wenn Kapustas Trompete kurz verstummte, wurde dem Kölsch in den Singpausen indes weiterhin zugesprochen: durch die herrlichen „Verzällsche“ der Kölner Karnevalsgröße Annemie Lorenz, die im schönsten Platt direkt aus dem Leben berichtete – natürlich jeck überzeichnet. Kostprobe gefällig? Die Lacher hatte sie bei der Geschichte von Filou auf ihrer Seite, dessen Ehefrau ihn im Taxi lautstark schimpfend seines Doppellebens überführte. Der Taxifahrer stellt – die Familienverhältnisse des Paars nicht kennend – wenig später fest, dass der Ehemann diesmal ein ganz besonderes Exemplar abschleppe. Annemie Lorenz schaffte mit ihren „kölschen Geschichten zum Kappottlaache“ einen gelungenen Ausgleich zur bunten Schau von Bruce Kapusta. Sie ließ die Stimmbänder der rund 200 Gäste zur Ruhe kommen, trainierte dafür jedoch die Lachmuskeln umso mehr. Nach drei musikalischen Zugaben war der frühe Karnevalsspuck nach zwei energiegeladenen Stunden erst einmal wieder vorüber. Bevor Kapusta im neuen Jahr so richtig in den Karneval startet, ist er wieder mit Annemie Lorenz in der Region mit seiner Show „Kölsch Klassisch Advent & Weihnacht“ unterwegs, unter anderem am 15. Dezember, in Adenau und am 16. Dezember, in Westum.
