Straßenkarneval bei der KG „Bunte Kuh“ Walporzheim
De Jubiläumszooch kütt
Prächtiges Winterwetter - Über 20 Gruppen und Wagen mit rund 350 Teilnehmern
Walporzheim. Im 60. Jubiläumsjahr feiert es sich besonders gut. Besonders dann, wenn das Wetter noch mitspielt. So wollte sich auch Petrus nach den teilweisen heftigen Schneefällen der Vortage nicht lumpen lassen und präsentierte beim „Jubiläumszooch“ der 1953 gegründeten KG „Bunten Kuh“ einen bilderbuchblauen Himmel und Sonnenschein - bei allerdings knackigen Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt und frischem Wind, der gefühlt fünf bis zehn Minusgrade mehr ausmachte. So war es das beste Rezept aus Narrensicht, sich tüchtig warm zu schunkeln und zur Not auch zur Flasche mit Hochprozentigem zu greifen - wenn man das Stöffchen nicht sogar von einzelnen Teilnehmergruppen des Karnevalszugs frei Haus ausgeschenkt bekam.
Zum Jubiläum hatten sich natürlich auch einige befreundete Vereine auf dem Dorfplatz eingefunden, allen voran die AKG mit dem Ahrweiler Dreigestirn Prinz Andy I. (Behrens), Bauer Alex I. (Klein) und Jungfrau Steffi I. (Heinzen) sowie die KG „Rot-Weiß“ Bachem mit Prinzessin Beate II. (Körtgen) an der Spitze - begrüßt natürlich von Zugkommentator Dieter Franke.
Gut 20 Fußgruppen und Motivwagen hatte die KG Bunte Kuh um die Zugleiter Karl Knieps und Martin Gotter zusammengebracht, die von der Franz-Wenzel-Straße über die Walporzheimer Straße und Winzerstraße zum Ahrufer Kamelle und Strüßjer werfend durch den Weinort zogen, um nach einer Schleife über Josefstraße und erneut Walporzheimer Straße und Winzerstraße wieder zum Ahrufer zu kommen. So hatten die Zuschauer die Gelegenheit, die rund 350 Teilnehmer gleich mehrfach sehen zu können. Die sorgten mit je vier Kapellen und Musikwagen für Schunkelstimmung. Vorneweg die Blaskapelle Leimersdorf, gefolgt von fünf Walbeze Möhnen, die als „Ahr-Piraten „ daherkamen.
Den ersten Wagen stellte der Senat der KG. Nach dem Motto „Auch nach 60 Jahr‘ ist immer noch Suppe da“ gab es aus der Gulaschkanone der US Army gemäß der aktuellen Temperaturlage heiße Hühnersuppe für die Jecken - wenn das nicht einmal eine passende Idee war, die auf dankbare Resonanz der mitunter fröstelnden Menschen am Straßenrand traf.
Ganz andere Temperaturzustände hatten der Sportverein Walporzheim und die Damenriege im Sinne, die nach den „Crazy Monkeys“ vom Männerballett folgten. „Der SVW macht es wahr, statt Schwimmbad geh’n wir in die Ahr“, lautete das Motto der Gruppe unter Leitung von Noel Fenioux. Dazu transportierte sie Gummiboote auf ihrem Wagen und zog als langen Schweif eine stilisierte Ahr mit Fischen hinter sich her, gebildet von den Damen.
Keine Probleme bedeutete die kühle Witterung dagegen natürlich für den Skiclub Marienthal. Über das eigene mitgeführte Lautsprecherequipment sendete die gut gelaunte Truppe flugs einmal ihr donnerndes „Alaaf“ zu den Narren. Einmal mehr zu Gast im Weindorf waren die Ramersbacher Möhnen, die überall als schon gute alte Bekannte im Walporzheimer Zug begrüßt wurden. Dabei waren sie mit schönen venezianischen Kostümen und Masken eigentlich gut getarnt.
Überraschungsgäste
Für Stimmung sorgte die Musikvereinigung Niederheckenbach, bevor die Wagen des Kinderelferrats sowie der kleinen und Kinderfunken der KG Bunte Kuh folgten, letztere begleitet von einer Fußgruppe. Wie stets war die KG „Närrische Landskroner“ mit einer starken Abordnung vertreten. Das 1954 gegründete Funkencorps sorgte dabei mit „Oh wär‘ ich nur, ein einzig Mal, ein schmucker Prinz im Karneval“ am Dorfplatz für prinzenmäßige Stimmung.
Als erster großer Höhepunkt folgte anschließend der Motivwagen von Kinderprinzessin Anna I. (Ott), begleitet von Hofdame Isabella Fischenich und Adjutant Maurice Gies. Jetzt hagelte es Schokoladentafeln, Kamelle, Popcorn und Co., denn unmittelbar darauf schoss der Elferrat der KG Bunte Kuh um Vorsitzenden Hardy Mies, Sitzungspräsident Guido Schwiperich und Elferratsvorsitzenden Stefan Jacobs aus allen Rohren.
Die Deckung verlassen konnten die Narren bald aber wieder, denn das Gefahrenpotenzial, dass eine XXL-Tafel oder Orange am Kopf landete, war bei den Fußgruppen der „Nerds on Tour“ des Junggesellenvereins Walporzheim und den „Tollen Discokugeln“ der Showtanzgruppe „Just for Fun“ ungleich geringer. Hübsch waren Letztere trotz der mottobedingt kugelrunden Hüften mit ihren blauen und rosa Perücken anzuschauen. Hoch zu Roß kam das KG-Funkenmariechen Jacqueline „Jacky“ Much daher - ihren Wagen schmückten nämlich stolze Schimmel aus Pappmaché. Auch die mittleren Funken der KG ließen sich per Motivwagen fahren. Stark besetzt war der Spielmannszug Ahrweiler, ebenfalls ein gern gesehener Gast bei der Prunksitzung der KG und eben natürlich auch beim Zooch. „Un wenn et Trömmelche jeiht“ stimmten die Musiker am Dorfplatz an - und die versammelten Narren schunkelten dazu natürlich gerne mit.
Als streng geheime Überraschung war die nächste Gruppe angesagt. Sie entpuppte sich als die Katholische Frauengemeinschaft (kfd) St. Laurentius Ahrweiler, die als „Erikas Leibgarde“ die Prinzessin karnevalistisch abschirmte. Denn jetzt folgte als Höhepunkt des Zugs und Schlusspunkt der Prinzessinnenprunkwagen mit der Tollität Erika I. (Wolf), begleitet von Adjutant Karl Knieps, Hofdame Judith Schüller und Säckelmeister Jörg Lukas.
Fazit des Walporzheimer Karnevalszugs: Auch im terminreichen Jubiläumsjahr hat es die KG Bunte Kuh mit ihrem Vorsitzenden Hardy Mies wieder einmal bestens verstanden, die närrische Stimmung über die Session hochzuhalten und die Narren des Orts und der Umgebung zu aktivieren, ihren einfallsreichen Zugbeitrag beizusteuern. Unzählige gut gelaunte Zuschauer säumten daher die Straßen in Walporzheim in froher Erwartung des Umzugs. Sie brachten nicht nur frohe Erwartung mit, sondern auch beste Stimmung. Zum Teil hatten sie eine weite Anfahrt aus der Region in Kauf genommen, weil die Narren des Weindorfs es immer wieder verstehen, einen schönen, bunten und abwechslungsreichen Zug auf den Weg zu schicken.
BÜN
Verrückt präsentierte sich das Männerballett, was der Damenwelt offensichtlich gefiel.
