Stadtrat bringt Bebauungsplan für die ehemalige Weinbauschule auf den Weg
Der Weinbauschule soll wieder neues Leben eingehaucht werden
Der Umzug von Dernau in die Kreisstadt mit rund 70 Mitarbeitern soll bis Ende 2016 abgeschlossen sein
Bad Neuenahr-Ahrweiler. In die ehemalige Weinbauschule zwischen Ahrweiler und Walporzheim sollte bald wieder Leben einziehen. Nach dem Aus für die Pläne von Modezar Alfredo Pauly, auf dem Gelände ein „Chateau Deluxe“ zu errichten, gab es ein neuerliches Bieterverfahren für das landeseigene Grundstück. Der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) veräußerte das Gelände an der Walporzheimer Straße zum kolportierten Kaufpreis von 2,7 Millionen Euro an das Dernauer Gesundheitstechnik-Unternehmen medentis medical GmbH. Der Stadtrat brachte in seiner jüngsten Sitzung einstimmig den entsprechenden Bebauungsplan auf den Weg.
Betrieb soll komplett verlagert werden
Dessen Geschäftsführer Alexander Scholz möchte mit seinem Betrieb komplett von Dernau nach Ahrweiler umziehen und die vorhandenen Gebäude künftig als Verwaltungs-, Vertriebs- und Produktionsstandort nutzen, einen Teil vielleicht auch bewohnen. Das Unternehmen mit rund 70 Angestellten gehört laut eigener Homepage zu den weltweit größten Herstellern von Zahnimplantaten und Werkzeugen für die Kieferchirurgie und ist in mehr als 40 Ländern tätig. Deshalb hatte man in Dernau auch große Anstrengungen unternommen, um den größten Gewerbesteuerzahler im Ort zu halten. Doch letztlich wird die ursprünglich ins Auge gefasste, etwa 6.000 Quadratmeter große Fläche im Gewerbegebiet wohl nicht für eine Umsiedlung genutzt werden. Der Umzug, der derzeit rund 70 Mitarbeitern, an den neuen Standort soll voraussichtlich bis Ende 2016 abgeschlossen sein.
Mit der medentis medical GmbH komme ein innovatives Unternehmen an den Wirtschafts-Standort Bad Neuenahr-Ahrweiler. „Diese Unternehmensentscheidung ist für die Stadt ein Glücksfall, nicht nur wegen der Schaffung neuer Arbeitsplätze, sondern auch mit Blick auf die Gewerbesteuerentwicklung“, freute sich FWG-Sprecher Gregor Sebastian. Es handle sich um ein sehr wichtiges Projekt für die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, mit dem das historische Areal mit seinen ausgetretenen Gebäuden wieder eine sinnvolle Nutzung zugeführt werde. Auch CDU-Sprecher Hendrik Geschier war zufrieden, dass der Investor alle städtebaulichen, ökologischen und nachbarschaftlichen Erfordernisse erfüllt habe und das Areal wieder mit Leben und Aktivität erfüllen werde.
1902 von der Rheinischen Provinzialrierung gegründet
Die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Weinbau war 1902 von der damaligen Rheinischen Provinzialregierung in Düsseldorf gegründet und für 316.700 Reichsmark gebaut worden. 80 Jahre später war sie dem rheinland-pfälzischen Landesrechnungshof ein Dorn im Auge und wurde aufgegeben.
Was dort zukünftig vorgesehen ist, stellte Architekt Heinz Pütz (Euskirchen) dem Stadtrat vor. Das eigentliche Gelände der Weinbauschule soll zu einem eingeschränkten Gewerbegebiet erklärt werden, der südliche Rand zum Mischgebiet. Die zwischen Ahrweiler gelegene Grünfläche werde nicht angetastet, sondern zu einem privaten Park entwickelt. Da das Ensemble unter Denkmalschutz steht, sind eine Reihe von Auflagen zu beachten. Nach dem neuen Nutzungskonzept soll parallel zur Walporzheimer Straße ein mindestens 15 Meter breiter Streifen von jeglicher Bebauung sowie von Stellplätzen freigehalten werden. Im geplanten Mischgebiet nordwestlich der Franz-Wenzel-Straße dürfen die Gebäude höchstens acht Meter hoch werden, dafür bis auf sechs Meter an die rückwärtigen Grenzen der Nachbargrundstücke heranrücken. Ziel sei es, die zu bebauten Flächen so anzuordnen und ihr Emissionsverhaltens so zu begrenzen, dass keine Konflikte mit Nutzungen im Umfeld entstehen können.
