St. Lambertus Junggesellen-Schützen-Gesellschaft Lantershofen feierte Kirmes
Die Lambertuskirmes gefeiert
Beim Festkommers im Winzerverein ging es wie in jedem Jahr wieder überaus festlich und stimmungsvoll zu
Lantershofen. Festlich geht es stets zu, wenn die Lantershofener Junggesellen-Schützen zum Festkommers anlässlich der Lambertuskirmes einladen. Der ganze Saal des Winzervereins erstrahlt dann in traditioneller Herrlichkeit, wenn die Mitglieder der Junggesellen-Schützen-Gesellschaft Sankt Lambertus und die gesetzteren Herrschaften der Bürgergesellschaft, allesamt in schwarzem Anzug und Zylinder, in den langen Reihen Platz nehmen. Wobei man allerdings zugeben muss, dass die Festgesellschaft ohne die bezaubernden Brötchesmädchen, die sich an diesem Vormittag um die Bewirtung der Gäste kümmern, noch nicht einmal halb so schön wäre.
Die jungen Damen waren schon lange auf Betriebstemperatur, als die Herren der Schöpfung zur Largo-Version des beliebten Marsches „Preußens Gloria“ von Johann Gottfried Piefke im Saal einmarschierten. Alljährlich ist der Festkommers am Montagmorgen der Höhepunkt der Kirmes, steht hier doch der amtierende Schützenkönig noch einmal voll und ganz im Mittelpunkt. Diesmal war es der bisherige Kommandant der Junggesellen-Schützen-Gesellschaft, Dominik Knieps, der eine Woche zuvor die Königswürde errungen hatte. Weil er deshalb als Kommandant abdanken musste, feierte der neue Hauptmann Robin Grießel, der erst am Donnerstag von den Junggesellen gewählt worden war, seine gelungene Premiere.
Was macht die Kirmes aus?
Ihm oblag nicht nur die Begrüßung der zahlreichen Ehrengäste, sondern auch die herausfordernde Aufgabe, seine erste Hauptmannsrede zu halten. Und das gleich vor großem Auditorium. Er gab zu, sich lange Gedanken gemacht zu und etliches verworfen zu haben, bis dann der zündende Funke flog mit der einfachen Frage: „Was macht eigentlich die Kirmes aus?“ Natürlich hatte er sofort die Antwort parat, die auch den befreundeten Gästen von den Junggesellen- und den Bürger-Schützen aus Ahrweiler schon auf den Lippen lag: „Drüje Ruude.“ Ein Festkommers ohne trockenen Rotwein ist schlicht und einfach nicht vorstellbar. Doch darüber hinaus sei es auch die anhaltende Begeisterung, die die Kirmes ausmache, „und das generationenübergreifend“, bemerkte der Hauptmann. Dazu trage auch der gegenseitige Respekt und die nicht enden wollende Hilfsbereitschaft in der gesamten Dorfgemeinschaft bei.
Der altehrwürdige und überaus beliebte Pastor Kurt Groß ergänzte auf seine unnachahmliche Art, dass es noch etwas Bedeutenderes gebe: „Das Wichtigste ist, dass die Kirmes immer mit einem Gottesdienst beginnt“, rief er unter dem tosenden Beifall der Festgäste. Die freuten sich besonders darüber, dass Groß ab sofort seinen Altersruhesitz bischöfliche Genehmigung in Lantershofen bezieht, denn seit wenigen Tagen ist er „Pastor im Ruhestand“. Schließlich war er schon unzählige Male eine der Hauptpersonen bei der traditionsreichen Lambertuskirmes in Lantershofen und sorgt mit seiner humorvollen Art ein ums andere Mal für Begeisterungsstürme bei seinen launigen Reden zum Festkommers.
Generationenvertrag funktioniert
Stammgast am Kirmesmontag ist bereits seit acht Jahren Regens Dr. Michael Bollig vom Priesterseminar auf Burg Lantershofen. Er attestierte den „Lantesche“, in ihrem Dorf funktioniere der „Generationenvertrag“ hervorragend und gratulierte dem neuen König. Schmunzelnd fügte er hinzu, das Studienhaus Sankt Lambert mit seinen mehr als 40 Priesteramtskandidaten sei „irgendwie auch ein Junggesellenverein.“ In einem ebenso amüsanten wie lehrreichen historischen Exkurs stellte er fest, die Lantershofener Junggesellen hätten schon 1492 - das Jahr, als Kolumbus Amerika entdeckte - die Ahrweiler Fronleichnamsprozession begleitet.
Tradition ist es in Lantershofen ebenfalls, dass die Gold- und Silberjubilare unter den Schützenmajestäten besonders geehrt werden. Hauptmann Robin Grießel zeichnete diesmal Norbert Muth als „Goldmajestät“ und Helmut Kuttig als „Silbermajestät“ aus. Landrat Dr. Jürgen Pföhler und die beiden Landtagsabgeordneten Horst Gies sowie Petra Elsner - übrigens die einzige Frau in der Herrenrunde ohne Bedienungsschürze - priesen gemeinsam das vorbildliche Miteinanders in der Dorfgemeinschaft und bei den Schützen. „Hier ist die Welt noch in Ordnung“, bestätigte der Landrat, während sich Gies von der Begeisterung infizieren ließ und Elsner besonders hervorhob, dass auch die Neubürger einbezogen würden.
Bald mit Birnenkönigin?
Lautstarken Applaus verdient sich einmal mehr Ortsvorsteher Leo Mattuschek mit seiner Anregung, das „Birnendorf“ Lantershofen könne sich künftig durchaus mit einer Birnenkönigin schmücken. „Schmucke Brötchesmädchen gibt es schließlich genug!“ Diese Idee will man nun weiter verfolgen.
Dabei war den Festgästen kaum anzumerken, dass viele von ihnen schon früh auf den Beinen waren. Das Tambour Chor der Junggesellen-Schützen-Gesellschaft weckte schon in aller Herrgottsfrühe die Bevölkerung zum Festgottesdienst mit anschließender Gefallenenehrung. Im Anschluss an den Festkommers trat die Gesellschaft am Nachmittag erneut zum Fändelschwenken und zur Parade an. Am Abend schloß sich der Königsball im Saal an, mit einem Trinkzug als Dank der Bevölkerung an die Junggesellen endete am Dienstag die Lantershofener Lambertuskirmes.
Schon am Sonntagmittag waren die Junggesellen-Schützen unter großer Anteilnahme der Bevölkerung feierlich vor der Kirche aufmarschiert. Spielmannszug und Blasorchester hatten mit Offizieren, Fähnrichen und der Infanterie die Majestäten zu Hause abgeholt und zur feierlichen Festandacht in die Lambertus-Kirche geleitet. Danach präsentierte sich die Gesellschaft dem Publikum: Die Fanfarenbläser gaben Laut, der Fähnrich schwenkte die Fahne, und schließlich paradierte die komplette Gesellschaft drei Mal im Stechschritt an den Königen vorbei. Dem anschließenden großen Festzug folgte am Abend im Saal des Winzervereins der gut besuchte Kirmesball.
Diese drei Könige standen im Mittelpunkt der Lambertuskirmes in Lantershofen (v.li.): Goldjubilar Norbert Muth, Schützenkönig Dominik Knieps und Silberjubilar Helmut Kuttig.
