50 Jahre Alten- und Pflegeheim St. Anna in Ahrweiler

Doppeltes Jubiläum gefeiert

Seit 60 Jahren wirken die Franziskanerinnen in der Kreisstadt

09.07.2013 - 08:18

Ahrweiler. Gleich zwei Jubiläen standen im Alten- und Pflegeheim St. Anna in Ahrweiler an: Man feierte zusammen mit rund 70 Ehrengästen nicht nur das 50. Jubiläum des Hauses, das heute wie das Krankenhaus Maria Hilf zur Marienhaus Unternehmensgruppe gehört, sondern auch 60 Jahre Franziskanerinnen von der Barmherzigkeit in Ahrweiler. Noch heute wirken sieben Schwestern in der Senioreneinrichtung in der Franziskusstraße mit ihren mehr als 80 Plätzen.


Nach der von Pastor Jörg Meyrer und Organist Klaus-Dieter Holzberger gestalteten Eucharistiefeier versammelte man sich im Aufenthaltsraum. Musikalisch umrahmt wurde der kleine Festakt von der Kreismusikschule mit zwei Saxophonen und einer Bassklarinette. Anwesend waren u.a. Abordnungen der Schwestern vom Regionalrat der Franziskanerinnen von der Barmherzigkeit, von den Ursulinen auf dem Calvarienberg und von den Waldbreitbacher Franziskanerinnen.

Nach der Eröffnung durch Heimleiterin Christiane Krebs ging zunächst Schwester Dorothe-Maria Lause, Generaloberin im Luxemburger Stammhaus der 1847 gegründeten Franziskanerinnen von der Barmherzigkeit, auf das Festtagsmotto „Den Wandel gestalten“ ein. Die Geschichte der Kongregation wie auch des Alten- und Pflegeheims St. Anna in Ahrweiler basierten beide auf dem Gedanken der Barmherzigkeit. Schwester Dorothe-Maria Lause ermunterte die Anwesenden und an erster Stelle das Pflegepersonal, den Mitmenschen und Pflegebedürftigen Zuwendung und Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.


Von Luxemburg nach Ahrweiler


Die Deutschlandbeauftragte der Kongregation, Schwester Helene Zimmer, bezeichnete den Beginn des Wirkens der Franziskanerinnen in Ahrweiler als „kleines Senfkorn Hoffnung“. Aus einer anfänglichen Idee sei Wirklichkeit geworden. Maßgeblichen Anteil daran habe das Ehepaar Anna und Josef Commans. Als 1952 vier Franziskanerinnen von der Barmherzigkeit durch Vermittlung eines Arztes von Luxemburg nach Ahrweiler kamen, stiftete es der Kongregation das Haus in der Wilhelmstraße 47. Dort entstand zunächst das St.-Anna-Kloster, bald aber begann dort auch die Pflege und Betreuung alter Menschen mit zwölf eingerichteten Plätzen. Auf Dauer war das Haus jedoch zu klein für die wachsenden Aufgaben. Eine große Chance bot sich daher in den sechziger Jahren, als die Geschwister Schäfer der Kongregation ein Grundstück am heutigen Standort schenkten, das den Grundstock für das heutige Altenheim bildete. Die Grundsteinlegung mit Segnung durch den Ahrweiler Dechant Josef Zenz erfolgte im Juni 1963, das Richtfest am 30. August. Ahrweiler Franziskanerinnen, die Kongregation und die Stadt mit Bürgermeister Wilhelm Helfmann an der Spitze arbeiteten eng zusammen, dass der Traum 1965 mit der Einweihung des Alten- und Pflegeheims in Erfüllung ging. Errichtet wurde das Haus nach Plänen des Architekten und Bauleiters Norbert Hieronymi; vorgesehen waren zunächst 60 Plätze.

Mehrfach wurde die Anlage später erweitert und umgestaltet: größere Zimmer, zusätzliche Räumlichkeiten, Neubauten - „eine ewigen Baustelle innen und außen“, so Zimmer. Der letzte große Um- und Anbau erfolgte 1999. Auch andere Umwälzungen, beispielsweise pflegegesetzliche, hätten die Verantwortlichen bewältigt. „St. Anna steht heute auch für eine Geschichte des Wandels“, ergänzte die Deutschlandbeauftragte.


Ein Ort zum Wohlfühlen


„Den Menschen zuliebe“ - dieser Leitspruch schwebe früher wie heute über dem Tun und Wirken im Hause. Dies habe den Wandel überstanden, ja sogar möglich gemacht. Heute gelte es, sich den Herausforderungen der Zeit zu stellen. So müsse das Haus auf der einen Seite wirtschaftlich, innovativ und marktorientiert sein, solle auf der anderen Seite aber auch einem ganzheitlichen Lebensbild entsprechen. Es müsse Heimat und Obdach für die Seele sein, ein Ort, an dem Verständnis, Achtung, Geborgenheit und vor allem Freude zu Hause seien, um Senioren einen sinnerfüllten Lebensabend zu ermöglichen. Zimmer dankte dem Pflegepersonal und den Ärzten „für die hohe medizinische, aber auch menschliche Kompetenz“ und schloss in den Dank auch die Verwaltung um Geschäftsführer Burkhard Nauroth ein, der seit mehr als zehn Jahren in St. Anna tätig ist.


„Hohe Qualität der Pflege“


Kreisbeigeordneter Fritz Langenhorst erinnerte an einen Ausspruch der Schweizer Schauspielerin Ursula Andress: „Wichtig ist die Lebensfreude, da spielt das Alter keine Rolle.“ In St. Anna, dem ältesten Alten- und Pflegeheim im Kreis Ahrweiler, habe man diese Lebensfreude seit 50 Jahren erhalten. Aus dem kleinen Seniorenheim St.-Anna-Kloster sei heute ein Haus mit mehr als 80 Plätzen geworden - „ein Beweis für die hohe Qualität der Pflege“, so Langenhorst. Rückblickend stelle es einen „Glücksfall für die Stadt Ahrweiler und den ganzen Kreis“ dar.


Ein „lebendiges Haus“


Menschen suchten heute Orte, wo sie sich zu Hause fühlen könnten, wo ihnen Respekt und Rücksichtnahme entgegengebracht würden, nicht nur medizinische Pflege. St. Anna sei ein solches „lebendiges Haus“ mit seinen vielen Angeboten für Senioren.

Er gratulierte deshalb zum „beachtlichen Doppeljubiläum“ und überreichte Heimleiterin Christiane Krebs eine Ehrengabe des Kreises.

Peter Diewald als Vertreter des Ahrweiler Ortsbeirats dankte dem Orden und dem Pflegepersonal. Heute gelte es, den „gesellschaftlichen Prozess weg von der Großfamilie aktiv zu verwalten“. Es freue ihn daher, allerorten immer wieder vom „großen Wohlfühlfaktor“ in St. Anna zu hören. Bei der Modernisierung des Hauses habe man große Weitsicht walten lassen - es sei „bescheiden und zurückhaltend, typisch franziskanerisch eben, immer geblieben“. Als Geschenk überreichte er eine Federzeichnung des ehemaligen Ortsvorstehers Helmut Gies mit Widmung und einen Rotwein.

Mit Herbert Simons, seit rund zehn Jahren im Haus, kam auch ein Heimbewohner zu Wort. Er freue sich über „jedes Lachen, aber auch fortgenommene Traurigkeit“, was St. Anna auszeichnen würde. Zwar sei heute im Gegensatz seiner Anfangszeit im Altenheim nicht mehr auf jeder Station eine Ordensfrau. Doch mit Schwester Oberin Bernadette gäbe es weiterhin hier „den guten Geist des Hauses“.

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