Allgemeine Berichte | 06.03.2026, 08:22 Uhr

EIN-SPRUCH - Frohes Purim

Pfarrer Dr. Arno-Lutz Henkel.  Foto:privat
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Am 12. März diesen Jahres feiern unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, das wohl fröhlichste Fest im jüdischen Kalender: Purim.

Man begeht es in Erinnerung eines vereitelten Pogroms von dem das biblische Estherbuch berichtet, das weniger ein konkretes historisches Ereignis im engeren Sinne in den Blick nimmt als vielmehr eine Wirklichkeit, die sich immer wieder in der Geschichte Israels bis in unsere Tage niederschlägt.

Laut biblischer Erzählung kommen Esther und alle jüdische Bewohner in Persien mit dem Leben davon, nachdem der Komplott des neidischen und boswilligen Wesirs Haman aufgedeckt wurde und sich Esther im Vorfeld durch Fasten und Gebet in den Dienst Gottes gestellt hat.

Nur, wo Menschen sich gegen Lüge, Unrecht und Machtmissbrauch zur Wehr setzen, es beim Namen nennen, indem sie von Gott her das Maß der Wahrheit, der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit in Wort und Tat praktizieren, wird das Leben eines jeden einzelnen geschützt und gefördert. Dies erfordert immer wieder Mut und eine Unbeirrbarkeit im Guten und Wahren. Fernerhin kann das Leben fröhlich und ausgelassen gefeiert werden, wie beim jüdischen Purim, wo es in die Erfahrung von Rettung eingebettet bleibt, die ein anderer - Gott - wirkt und dem sich ein Mensch restlos anvertrauen kann. Ohne ein solches Vertrauen wird das Leben mit seinen Herausforderungen schnell zur Überforderung, die entmutigt oder in die Gleichgültigkeit führt.

Dort, wo Leben geschenkt und verdankt erfahren wird, will es nicht nur der Erleichterung Ausdruck verleihen, Schwierigkeiten gemeistert zu haben, sondern andere mit hineinnehmen in jenes Geheimnis, wonach menschliches Leben immer nur im Miteinander gelingt, dass es nur so geschützt und bewahrt werden kann. So bleibt es folglich richtig, anderen an der eigenen Lebensfreude Anteil zu schenken. An Purim feiern es die jüdischen Mitbürgerinnen und -bürger, indem sie es in kleinen Geschenken für Bedürftige und Freunde, im gemeinsamen Festessen, in der Kostümierung und lautstarker Freude, zum Ausdruck bringen. Wir können dankbar sein für alle Impulse, die uns helfen, dem Leben zu dienen, vornehmlich jenem der Bedrängten, der Schwachen und Ausgebeuteten - sei es an Purim, in der Fastenzeit oder im Ramadan.

Über PfarrerDr. Arno-Lutz Henkel

Pfarrer Dr. Arno-Lutz Henkel, Kooperator im Pastoralen Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler. Seit April 2019 in der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler als Seelsorger tätig.

Dies ist ein Beitrag der katholischen Kirche in Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Pfarrer Dr. Arno-Lutz Henkel. Foto:privat

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