Förderverein Zukunft Lantershofen präsentiert Projekt
Ein Birnen-Wanderweg soll entstehen
Mit der 8,2 Kilometer langen Strecke sollen noch mehr Touristen in den Birnenort gelockt werden
Lantershofen. Der „Birnen-Rundwanderweg Lantershofen“ nimmt so langsam Formen an. Bei einer öffentlichen Vorstandssitzung des Fördervereins „Zukunft Lantershofen“ präsentierten die Vorstandsmitglieder Leo Mattuscheck, Elmar Zilgen und Horst Saame das ehrgeizige Projekt, das künftig mehr Touristen in den „Birnenort“ locken soll. Außerdem soll damit der Lantershofener Birnensortengarten, der jüngst in einem Reiseführer als besonders sehenswert charakterisiert worden war, noch bekannter gemacht werden.
In Planung ist nun ein Wanderweg rund um Lantershofen, der an zwei Stellen Anschluss an den Rotweinwanderweg hat und in seinem Verlauf den Birnensortengarten ansteuert. Das Gelände der Kettiger Thonwerke soll dabei weiträumig umgangen werden, wodurch die ursprünglich 7,2 Kilometer lange Strecke um einen Kilometer länger geworden ist. Dafür gibt nun stellenweise eine Aussicht bis ins Siebengebirge, die Strecke führt mancherorts durch schattigen Wald, und es sind im Gegensatz zur Ursprungsplanung keine Treppen mehr für zu überwinden. Nach Ansicht der Initiatoren macht die neue Streckenführung den Wanderweg auch für Radfahrer, insbesondere Mountainbiker, interessant, zumal man vielerorts Birnbäume entlang der Strecke findet. Die etwa 2,5 Stunden dauernde Wanderung durch soll 178 Höhenmeter überwinden und auch mit mäßiger Kondition problemlos machbar sein.
An schönen Fachwerkhäusern vorbei
Der Wanderweg führt entlang des historischen Hohlwegs „Schwallhüll“ in den Ort Lantershofen hinein, durch alte Gassen an schönen Ecken und Fachwerkhäusern vorbei zum Birnensortengarten und wieder zurück auf den Rotweinwanderweg. Da man sich ausschließlich auf bestehenden Wegen und Straßen bewegt, sind die Kosten für das Projekt voraussichtlich überschaubar. Vor allem die notwendige Beschilderung schlägt dabei zu Buche und einige noch herzustellende „Besonderheiten“. Dafür hat der Förderverein schon reichlich Ideen. So sollen im Ortskern markante Plätze und malerische Häuser mit Informationstafeln versehen werden. Dabei denkt man an die Brennereien, ehemalige Gastwirtschaften, die Kirche, aber auch acht denkmalgeschützte Bauten, die Burg sowie die ehemalige Schule. Erinnert werden soll aber auch an Bauwerke, die nicht mehr vorhanden sind, wie etwa das Backes, die alte Kapelle oder die 1983 abgerissene zweite Lantershofener Schule.
Auch für das Umfeld des Dorfes gibt es schon einige Pläne. Hier soll vor allem der Rohstoff „Holz“ zum Einsatz kommen. Dafür hat sich der Förderverein die Unterstützung der Universität Trier und der rheinland-pfälzischen Forstwirtschaft gesichert. Bislang trägt man sich mit dem Gedanken, an einigen Aussichtspunkten Hochbänke aufzustellen. Wie die aussehen sollen, wo sie stehen könnten und wieviele es werden sollen, soll bei einem Ortstermin am 3. Oktober gemeinsam vom Förderverein und einigen Trierer Studenten festgelegt werden.
Kreativität kennt keine Grenzen
Auch einige Unterstände sollen gebaut werden, wobei der Kreativität der Lantershofen offensichtlich keine Grenzen gesetzt sind. So denkt man über den Bau einer kleinen Kapelle nach, die nicht nur als Zufluchtsort bei Regen dienen könnte. Am Birnensortengarten selbst gibt es die Überlegung, ein großes Dach für Versammlungszwecke zu errichten. Schließlich könne man dort dann auch das Maubichfest feiern, fand nicht nur Elmar Zillgen. An den Birnbäumen könne man sich auch ein „Bienenhotel“ vorstellen, dazu noch ein paar Klettermöglichkeiten für Kinder, die dann Unterricht in der Natur mit dem Spielen kombinieren könnten.
Um einen ungehinderten Zugang zum Birnensortengarten zu ermöglichen, wäre nach Ansicht Mattuschecks allerdings der Ankauf von Kirchenland östlich des Birnensortengartens von großer Wichtigkeit. Hierzu müsse noch mit der Kirchengemeinde verhandelt werden. Zillgen erläuterte anschließend weitere Details und ging dabei zunächst auf das Birnensymbol ein, welches in Metallform von bis zu 2,50 Metern Höhe hergestellt und als Positiv und Negativ an zwei Stellen aufgestellt werden soll: am Dorfeingangsplatz sowie am Birnensortengarten.
Zuschüsse in Aussicht gestellt
Für dieses Projekt rechnet der Förderverein mit Zuschüssen von gleich mehreren Seiten. Nicht nur die Kreisverwaltung habe ihre Unterstützung signalisiert, sondern sogar die Europäischen Union habe Zuschüsse für die Holzbauten in Aussicht gestellt. Partner und Sponsoren dürften nach Ansicht der Initiatoren leicht zu finden sein, zumal es sich bei dem Lantershofener Projekt um den ersten offiziellen Wanderweg in der Grafschaft handele. Es werde noch weitere öffentliche Termine geben, bei denen sich die Lantershofener einbringen könnten, so der Vorsitzende des Fördervereins, Leo Mattuscheck.
