Julia Bertram zieht Bilanz nach zwölf Monaten als höchste Repräsentantin des deutschen Weins
Ein Jahr als Deutsche Weinkönigin
Dernau/Kreis Ahrweiler. Die Amtszeit von Julia Bertram als Deutsche Weinkönigin neigt sich ihrem Ende zu. Am kommenden Freitag wird in der Oberrheinhalle in Offenburg eine neue Weinkönigin gesucht - vielleicht ist es wieder eine Vertreterin von der Ahr, denn die Mayschoßerin Julia Migend hat es ins Finale der besten Sechs geschafft. Die Übertragung beginnt um 20.15 Uhr, live vom Südwest-Fernsehen.
Zeit, Bilanz zu ziehen
Doch vorher ist es an der Zeit, Bilanz zu ziehen. Was hat Julia Bertram in den zwölf Monaten ihrer Amtszeit erlebt, wohin ist sie im Dienste des deutschen Weins gereist, was hat ihr dieses Jahr auch selbst bedeutet? Wir lassen sie selbst zu Wort kommen:
Von Null auf Hundert
„'In the end, it’s not the years in your life, but the life in your years that count!', sagte einst Abraham Lincoln, US-amerikanischer Präsident. Am Ende sind es nicht die Jahre deines Lebens, sondern das Erlebte in den Jahren, was zählt. Gefüllt mit Leben und einer Menge Eindrücke, das war mein Jahr als Deutsche Weinkönigin ohne Zweifel. Bei rund 250 Terminen im In- und Ausland durfte ich das Weinland Deutschland mit all seinen Erzeugern und ihren hervorragenden Weinen präsentieren. Vom 29. September an ging es direkt von Null auf Hundert, und es wurde mir die große Ehre zu Teil, als höchste Repräsentantin des deutschen Weins in ein unvergessliches Jahr zu starten. Alltag oder Routine kamen auch nach einigen Monaten im Amt nicht auf - viel zu verschieden und aufregend waren die Aufgaben. Fernsehauftritte, Radiointerviews, Preisverleihungen, Messen wie die ProWein oder die Intervitis und der Ball des Weins ließen mich sogar zur Moderatorin werden und gaben mir die Möglichkeit, Wein nicht nur zu präsentieren sondern den Genuss und die Weinkultur einfach zu leben. Dabei war ich sehr stolz auf die Leistungen der gesamten Branche und wurde durch ihre herausragenden Weinqualitäten in meiner Arbeit immer wieder beflügelt. Die Antrittsbesuche in unseren Anbaugebieten werden mir in unvergesslicher Erinnerung bleiben. Hierbei hatte ich die Möglichkeit, gemeinsam mit den beiden Prinzessinnen Anna und Natalie ganz persönliche Eindrücke vor Ort zu sammeln und noch tiefer in die Welt des Weines einzutauchen. Viele Weinproben, kulturelle Highlights, Wanderungen durch die Weinberge und malerische Landschaftsbilder ließen mich immer wieder ins Schwärmen geraten. Zudem konnte ich die Winzer bei Proben und in offenen Gesprächen löchern und somit nicht nur unterschiedlichste Weinphilosophien kennen lernen sondern auch einige Tipps in der Weinbereitung dazugewinnen."
Auf Reisen
"Auf meinen Reisen nach China, New York, Singapur, Toronto, Oslo, Brügge, Zürich und Bordeaux warb ich auch international für unser Weinland und habe nebenbei sehr viel über die verschiedenen Kulturen erfahren. Auf zahlreichen Weinmessen, Sommelierschulungen, Seminaren und Werbeaktionen konnte ich dort als dynamische Jungwinzerin zeigen, dass die Deutsche Weinkönigin eine Fachfrau ist, die mit großem Weinwissen und Professionalität die Zuhörer begeistern kann. Meine Leidenschaft für dieses faszinierende Produkt mit Menschen aus aller Welt zu teilen, machte mir besonders viel Freude, und die Wertschätzung für den deutschen Wein in diesen Ländern beeindruckte mich enorm. Dass deutscher Wein nicht nur Kulturgut sondern auch Lebensfreude, Qualität, unkomplizierter Trinkgenuss und die Kombination aus Tradition und Moderne ist, habe ich als meine Botschaft nach Außen getragen. Auch lange Fahrten, kurze Nächte und ein vollgepackter Terminkalender haben mein Engagement und Tatendrang für den deutschen Wein nicht geschmälert. Ganz im Gegenteil - es weckte meinen Ehrgeiz und gab mir Inspiration für meine Aufgabe sowie das Bewusstsein, jede Sekunde in meinem Amt intensiv zu erleben und zu genießen. Die Weinwelt mitgestalten zu dürfen, war mir eine große Ehre. Durch die vielen Herausforderungen habe ich mich persönlich weiterentwickelt und wurde geprägt von unvergesslichen Momenten und Begegnungen. Auch wenn mein Jahr als Deutsche Weinkönigin sich nun seinem Ende neigt, werde ich als Jungwinzerin immer eine leidenschaftliche Weinbotschafterin bleiben und meine Faszination für Wein weiter mit Herz und Seele leben.“ Wir danken Ihnen ganz herzlich für Ihren ausführlichen Bericht!
Julia trifft den EU-Kommissionspräsident José Manuel Baroso.
