Else Sarter gibt auch mit 90 Jahren noch Unterricht
Einmal Lehrerin, immer Lehrerin
Altenburg. In Altenburg gibt es zwischen Jung und Alt ganz kurze Wege, das wurde wieder deutlich, als die Heimbewohnerin und ehemalige Lehrerin Else Sarter im Maternus-Stift ihren 90. Geburtstag feierte und Schulleiter Hubert Stentenbach seiner „Kollegin“ herzlich gratulierte.
Die Jubilarin zögerte nicht lange, als sie vom Nachbarn der Ahrtalschule Realschule plus Altenahr erfuhr, dass dort Flüchtlingskinder unterrichtet werden. Nach dem Motto: "Einmal Lehrerin, immer Lehrerin" klopfte sie vor einiger Zeit beim Schulleiter Hubert Stentenbach an die Tür und bat ihre Hilfe an, indem sie den Flüchtlingskindern Deutschunterricht gibt. Auch mit nun 90 Jahren fühlt sich die rüstige Seniorin fit genug, jungen Menschen beim Erlernen der deutschen Sprache zu helfen, und sie schaut wöchentlich in strahlende Kinderaugen.
Nun aber durfte Else Sarter selbst einmal strahlen, als sie die Cafeteria im Maternus-Stift betrat und die Schulband mit dem Musiklehrer Harald Schmit zum gemeinsamen Geburtstagsständchen anstimmte. Gratulation und einen Blumenstrauß gab es von der Einrichtungsleiterin Elisabeth Schroeder-Solf, dem Heimbeirat und auch vom Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenahr und Schulträger der Realschule plus, Achim Haag, der auch im Namen von Ortsbürgermeister Rüdiger Fuhrmann und Landrat Dr. Jürgen Pföhler gratulierte. Schulleiter Hubert Stentenbach merkte an: "Wann kann man schon einer 90-jährigen Kollegin zum Geburtstag gratulieren?", und dies tat er dann auch ganz aufrichtig mit einer Tasse der Ahrtalschule, die die Jubilarin an ihre Zeit als Deutschlehrerin erinnern soll.
Damit aber nicht genug, da Stentenbach auch noch die Glückwünsche der ADD Koblenz Außenstelle Schulaufsicht überbrachte, mit einem Brief der Danksagung und einer Urkunde. In der Danksagung hieß es: "Verbunden mit den Glückwünschen ist der Dank für Ihr Engagement bei der Integration der Flüchtlingskinder, indem Sie wöchentlich jungen Menschen ein Sprachangebot der besonderen Art machen. Sie bauen Brücken, indem Sie den Kindern Raum geben, um die deutsche Sprache zu erlernen, aber auch um Emotionen zuzulassen, die Sie durch Ihre Empathie und Lebenserfahrung auffangen". Zu diesen Worten passte auch der Vierzeiler auf der Urkunde: "Ein Mensch mit weißen Haaren ist wie ein Haus, auf dessen Dach Schnee liegt. Das beweist aber noch lange nicht, dass im Herd kein Feuer brennt".
Dass das Feuer noch lange brennen möge und noch viele Flüchtlingskinder Hilfe beim Erlernen der deutschen Sprache von Else Sarter erfahren mögen, das wünschten sich nicht nur die Kinder, sondern alle Gratulanten.
Schulleiter Hubert Stentenbach überreichte Else Sarter eine Urkunde der ADD.
