Feuerwehren haben im Ditschhardttunnel den Ernstfall geprobt
Einsatzbereitschaft bewiesen
Altenahr. Als die Alarmdurchsage „Rauchentwicklung aus dem Südportal des Ditschhardttunnel“ auf der Umgehungsstraße Altenahr bei den Freiwilligen Feuerwehren und Löschgruppen von Altenahr, Kreuzberg, Ahrbrück, Brück, Krälingen und Berg einging, wussten die Einheitsführer, was zu tun ist und das ihnen ein schwieriger Einsatz bevorstehen könnte. Da es ein Übungsalarm war, durften die Feuerwehren allerdings bis zur Absperrung der Ortsumgehung ihre Sonderrechte von Blaulicht und Martinshorn nicht einsetzen erst unmittelbar vor den Süd- und Nordportalen des 565 Meter langen Tunnels begann der Ernstfall. Für das Unfallszenario mit drei beteiligten PKW und insgesamt fünf verletzten Personen, vom Schädelhirntrauma bis zu offenen Wunden, hatte der Wehrleiter der Verbandsgemeinde Altenahr Frank Linnarz ungefähr die Mitte des Tunnels ausgewählt in unmittelbarer Nähe zum Eingang des neu geschaffenen Fluchtstollens mit einer Länge von rund 300 Metern. Die fünf Unfallopfer stellten die Jugendfeuerwehren aus Kesseling und Krälingen mit der Betreuung der Feuerwehrfrau Pia Kreuer als Verbandsgemeinde-Jugendwartin und damit alles realistisch rüberkam hatte der Rotkreuzler Thomas Görges vom DRK Ortsverein Niederzissen das Schminken der Unfallopfer übernommen. Neben den Feuerwehren waren auch die DRK Helfer vom Ortsverein Adenau mit ihrem Einsatzfahrzeug vor Ort sowie der Vertreter der Polizeiinspektion Ahrweiler und die Helfer der Straßenmeister Adenau und der Masterstraßenmeisterei Sinzig. In der Leitstelle „Ditschhardttunnel“ wurde der Einsatz auf den Monitoren überwacht, die auch bei der PI Ahrweiler und der Straßenmeisterei in Adenau im Bedarfsfall zugeschaltet werden können. Aufgrund der aufwendigen Sicherheitsnachrüstung im Tunnel schafften es die großen Lüftungsgeräte an der Decke schnell, die künstliche Nebelwolke abzuziehen, die den Brand eines PKW symbolisierte. Für die Feuerwehrleute und DRK Helfer ist der Einsatz im Tunnel allerdings eine große Herausforderung, da sowohl bei der Übung als auch im Ernstfall kein Rettungsfahrzeug in den Tunnel einfahren darf, da es schnell zu einem weiteren Brand kommen könnte und eine Flucht aus dem Tunnel äußerst schwierig wäre. So mussten die Wehrleute in ihren Atemschutzausrüstungen den langen Weg in den Tunnel zu Fuß antreten und da nahmen sie gleich die an verschiedenen Stellen deponierten Handwägelchen mit Schlauchmaterial mit in den Tunnel oder auch direkt im Rucksack. Nachdem die Fahrzeuge gelöscht und alle Personen gerettet und erstversorgt waren, ging es durch den Fluchtstollen hinauf zu den Rettungsfahrzeugen, die vor dem Nordportal Aufstellung genommen hatten. Vom Ablauf der Übung überzeugten sich vor Ort der Chef der Feuerwehren in der Verbandsgemeinde Altenahr Bürgermeister Achim Haag in Begleitung von Landrat Dr. Jürgen Pföhler sowie der Kreisfeuerwehrinspekteur Udo Schumacher, die alle überzeugt waren, das auch im Ernstfall das Zusammenspiel aller Einsatzkräfte funktioniert hätte. Denn genau dafür werden solche Übungen angesetzt, denn wenn es im Tunnel zur Katastrophe kommen sollte, herrschen eigene Gesetze und die müssen von Zeit zu Zeit geübt werden. In diesem Fall würde auch die Freiwillige Feuerwehr Dernau in Alarmbereitschaft versetzt werden und bei Bedarf weitere Rettungsdienste, die dann am Seilbahnparkplatz Aufstellung nehmen würden, so der Wehrleiter Frank Linnarz, der sich mit dem Übungsausgang zufrieden zeigte. Nach rund eineinhalb Stunden war der Übungseinsatz beendet, allerdings gab es dann noch eine kurze Nachbesprechung mit Imbiss für die Einsatzkräfte und der Verkehr konnte wieder den gewohnten Straßenverkauf über die Umgehungsstraße nehmen, was bei den Altenahrer Bürgern im Ort wieder für Ruhe sorgte, denn da wurden schnell die Erinnerungen wach, als sich alles unaufhaltsam Tag für Tag durch den Ort schob.
Bergung der Verletzten.
Erstversorgung der Verletzten im Fluchtstollen.
Landrat Pföhler und Bürgermeister Haag machten sich ein Bild von der Übungslage.
