Nachruf
Engagierter närrischer Landskroner
Josef Adams am 2. Februar verstorben
Heimersheim. Plötzlich und unerwartet ist Josef Adams, Schulrektor a.D., am 2. Februar verstorben. Sprachlos und fassungslos waren die Heimersheimer als sich die Nachricht verbreitete „Josef Adams ist tot.“ „Ich kann es nicht begreifen“, so Prinz Marcus I. von der KG Heimersheim, „gestern auf der Seniorensitzung hat er mit Kinderprinz Luca I. und mir noch gut gelaunt Spaß gemacht. Er war stolz auf uns und hat sich über seine „Närrischen Landskroner“ richtig gefreut - und dann so was..“ So ging es vielen, die Josef Adams vortags noch auf der Seniorensitzung erlebt hatten. Er war mit viel Herzblut ein echter "Närrischer Landskroner". In den 64 Jahren seiner Mitgliedschaft in der KG Heimersheim hat er in verschiedenen Funktionen Verantwortung übernommen. Immer, wenn er gebraucht wurde, war er da. So hat er unter anderem Orden entworfen, Festschriften geschrieben, die Chronik geführt, Satzungen gestaltet, Regierungserklärungen für viele Prinzen getextet und den Kinderkarneval von Anfang an stets gefördert. In der Session 1957 war er selbst der umjubelte Prinz Josef I. am Fuße der Landskrone. Seit dem hat er als Senator an allen Karnevalsumzügen der KG teilgenommen. Die KGler ernannten ihn aufgrund seines unermüdlichen Einsatzes zu ihrem Ehrenmitglied. Für seine Verdienste im Karneval wurde er 1988 mit der Verdienstmedaille in Gold des RKK ausgezeichnet. Nicht nur bei den Karnevalisten, sondern auch bei den Landskroner Burgsängern wurde er sehr geschätzt. Er stand der Brauchtumsgruppe immer mit Rat und Tat zur Seite, hat Mundartlieder für sie geschrieben und Liedtexte überarbeitet. Auch hier wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft übertragen. In vielen Heimersheimer Vereinen war er ein langjähriges, förderndes Mitglied - über 60 Jahre bei dem MGV Cäcilie Heimersheim. Bei dem MGV zählte er bei Beginn seiner Mitgliedschaft zu den aktiven Sängern. Die Tradition bewahren und sich dazu bekennen, dies hat Josef Adams mit einem ungewöhnlich intensiven Engagement vorgelebt. Dazu gehörte für ihn, die Heimatgeschichte erforschen und für Einheimische und Gäste bekannt machen. Er machte dies zu seinem großen Hobby. Alle historischen Schilder und Info-Tafeln im Ort tragen seine Handschrift. Nicht nur im Text, sondern teilweise von ihm selbst auch in Holz geschnitzt. Ideengeber war er für die historische Gestaltung des Ortsbildes. Ortsbeirat und Ortsvorsteher holten sich gerne seinen Rat. So entstanden in Heimersheim „Höhnermaat“, „Jrom-perefrau“ und auch die "Waschfrau". Seit über 60 Jahren gibt es kaum eine Festschrift in Heimersheim, an der Josef Adams nicht mit geschrieben hat - der geschichtlich historische Teil war immer sein Part. „Ose Josef“ war eben für alle und jeden da. Das Brauchtum in seinem Heimatort lag ihm sehr am Herzen. Es gab fast kein Fest im Ort, an dem er mit seiner Frau Lieselotte nicht teilnahm. Er war dabei, auch noch im hohen Alter von 88 Jahren. Bei seiner Diamantenen Hochzeit zählten natürlich alle Ortsvereine zu den Gratulanten. Wegen seiner Ausstrahlung und seiner ruhigen, besonnenen Art sowie seinem Respekt, den er jedem entgegen brachte, war er so beliebt in „sengem Heimesche“. Josef Adams liebte seinen Beruf als Lehrer sehr. So führte ihn sein beruflicher Werdegang über Dedenbach und Bad Neuenahr nach Heimersheim. Hier wurde er Rektor der Grundschule St. Mauritius. Bei seinen Schülerinnen und Schülern, den Eltern und dem Kollegium sowie bei seinen Mitarbeitern wurde sein Engagement sehr geschätzt. Er war bei allen ein geachteter und beliebter Schulleiter. Bei dem Aufbau des ersten Pfarrgemeinderates der Kath. Kirchengemeinde St. Mauritius war er maßgeblich beteiligt. Diesem Gremium gehörte er viele Jahre an. Lektor und Kommunionhelfer zählten ebenfalls zu seinen kirchlichen Ehrenämtern. Josef Adams lachte gerne. Dabei ließ er sich nicht nur unterhalten, sondern trug selbst zur guten und Stimmung bei. Er war zwar ein Mann der Öffentlichkeit, aber bei privaten Feiern überraschte „ose Josef“ Freunde und Bekannte immer wieder mit einem Vortrag. Ich durfte es öfters erleben.
„Josef, maach et jod“, de Manfred.
Karnevalsgesellschaft
Närrische Landskroner,
Heimersheim
