Römisches Kastell entdecken
Exkursion zum Kastell Rigomagus in Remagen am Niedergermanischen Limes
aus Bad Breisig
Remagen. Wenn die Tage wieder länger werden, stehen bei den Ahrtal-Gästeführern wieder Exkursionen auf dem Programm. Ziel der Fortbildung war dieses Mal Remagen. Empfangen wurden die Gästeführer vom Beneficiarius Tertinius Severus (alias Limes-Cicerone Christian Havenith), der zur Einführung erläuterte, dass das Kastell Rigomagus eines der ältesten Kastelle am Niedergermanischen Limes war und der Sicherung des Limes diente.
Entgegen landläufiger Meinung bedeutet das Wort Limes nicht Grenzwall, sondern Grenze und so bildete der Rhein einen Teil des Limes, der die Grenze zwischen dem Römischen Reich und Germanien darstellte. Im Jahr 2021 wurde der Niedergermanische Limes, der vom Vinxtbach in Niederbreisig bis nach Katwijk an der niederländischen Küste reicht – auch auf Betreiben der Niederlande – in die Liste der UNESCO-Welterbestätten aufgenommen.
Beneficiarier erfüllten im Römischen Reich u. a. Polizeiaufgaben. So erklärte Tertinius Severus seine Kleidung und seine Dienstzeichen, zu denen Lanze, Schwert und Messer gehören. Die Kleidung bestand normalerweise aus Wollstoffen. Interessant war auch, zu erfahren, dass es neben Legionären auch Auxiliareinheiten gab. Nur römische Bürger hatten das Recht als Legionäre zu dienen. Die nicht-römischen Untertanen durften nur in den Hilfstruppen tätig werden. Sie bekamen geringeren Sold und mussten 25 Jahre dienen, während Legionäre nur 20 Jahre zum Dienst verpflichtet waren.
Danach ging es in die Rheinstraße, die damals Teil der Römischen Reichsstraße war. Zunächst besichtigten die Gästeführer das ehemalige Praetorium, in dem nach Aufräumarbeiten eine Hypokaust-Heizung vorgefunden wurde. In der Rheinstraße befindet sich auch das Römische Museum. Tertinius Severus gab hier Einblicke in das Alltagsleben der Legionäre. Im Keller kann man sich ein Bild von den römischen Bestattungsformen machen. Und auf der Empore sind Alltagsgegenstände aus Keramik, Glas und Metall zu sehen.
Die Gästeführer erhielten viele interessante Informationen. Es ist unmöglich, an dieser Stelle alles aufzuzählen. Aber wer sich für das römische Erbe interessiert, kann sich jederzeit an den Limes-Cicerone Christian Havenith wenden. Auch in diesem Jahr werden wieder zahlreiche Römerfeste und Veranstaltungen stattfinden.
