Fehlende Schulplätze im Kreis Ahrweiler
FWG fordert erneute Prüfung einer zweiten IGS
aus Sinzig
KREIS AHRWEILER. Aktuelle Anmeldezahlen belegen dringenden Bedarf an zusätzlichen Gesamtschulplätzen
Die FWG-Kreistagsfraktion fordert eine erneute fachliche Prüfung zur Einrichtung einer zweiten Integrierten Gesamtschule (IGS) im Landkreis Ahrweiler. Hierzu hat die Fraktion beantragt, das Planungsbüro biregio mit einer Aktualisierung des im vergangenen Jahr vorgelegten Gutachtens zu beauftragen. Der Antrag soll in den kommenden Sitzungen des Werkausschusses des Eigenbetriebs Schul- und Gebäudemanagement (ESG) sowie des Kreistages beraten werden.
Aus Sicht der FWG haben die inzwischen vorliegenden Anmeldezahlen für das Schuljahr 2026/2027 die Grundlage der bisherigen Ablehnung maßgeblich verändert. Allein an der IGS Remagen konnten nach Angaben der Landesregierung 64 Schülerinnen und Schüler nicht aufgenommen werden. Hinzu kommen weitere Ablehnungen an den Gymnasien im Kreisgebiet. Am Are-Gymnasium konnten 20 Kinder nicht berücksichtigt werden, am Rhein-Gymnasium in Sinzig zwei weitere.
„Diese Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache“, erklärt die FWG-Kreistagsfraktion. „Sie zeigen, dass der Bedarf an zusätzlichen Schulplätzen im Landkreis deutlich höher ist als bislang angenommen. Insbesondere die hohe Zahl der nicht aufgenommenen Kinder an der IGS Remagen widerlegt die Befürchtung, eine zweite IGS könne den bestehenden Standort schwächen.“
Die Einrichtung einer zweiten IGS war bereits im Jahr 2025 auf gemeinsamen Antrag mehrerer Kreistagsfraktionen geprüft worden. Das beauftragte Planungsbüro biregio hatte grundsätzlich einen Bedarf für zusätzliche Gesamtschulkapazitäten festgestellt, jedoch durch den Standort Niederzissen beziehungsweise im Brohltal eine Konkurrenz zur IGS Remagen gesehen. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) sah seinerzeit kein schulisches Bedürfnis für eine zweite IGS im Kreisgebiet. Nach Auffassung der FWG lassen die aktuellen Entwicklungen diese Einschätzungen jedoch in einem neuen Licht erscheinen. Die Fraktion verweist darauf, dass auch der Landtagsabgeordnete Josef Winkler (Bündnis 90/Die Grünen) angesichts der neuen Zahlen eine systematische Überprüfung des Bedarfs an IGS-Plätzen und den Ausbau vorhandener Kapazitäten gefordert hat.
Für die FWG steht dabei nicht allein die schulische Versorgung im Mittelpunkt. Die Ansiedlung einer weiterführenden Schule im Brohltal hätte aus Sicht der Fraktion auch erhebliche strukturpolitische Bedeutung. „Eine zweite IGS in der Verbandsgemeinde Brohltal wäre ein wichtiger Beitrag zur Stärkung des ländlichen Raumes im Kreis Ahrweiler. Sie würde die Bildungsangebote für Familien verbessern, die Attraktivität als Wohnstandort erhöhen und lange Schulwege vermeiden“, betont die FWG.
Gerade im Brohltal sei das Unverständnis über die Ablehnung einer zweiten IGS in den vergangenen Monaten deutlich spürbar gewesen. Viele Eltern sowie und Bürgerinnen und Bürger hätten die Entscheidung angesichts der hohen Nachfrage nach Gesamtschulplätzen nicht nachvollziehen können.
Die FWG hält daher eine Aktualisierung des Gutachtens auf Grundlage der aktuellen Anmelde- und Schülerzahlen für zwingend erforderlich. Ziel müsse es sein, die tatsächliche Bedarfslage objektiv und auf Basis aktueller Daten zu bewerten. „Wer eine verantwortungsvolle Schulentwicklungsplanung betreiben will, darf neue Erkenntnisse nicht ignorieren. Die heute vorliegenden Zahlen unterscheiden sich wesentlich von den Annahmen, die der bisherigen Bewertung zugrunde lagen. Deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt für eine erneute Prüfung“, so die FWG abschließend.
Freie Wählergruppe (FWG) Kreistagsfraktion Ahrweiler
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Anfang des Jahres hatten Kommunal- und Landespolitiker parteiübergreifend die Forderung nach einer zweiten IGS am Standort Niederzissen unterstützt Foto: Detlef Wittke