Neuenahrer Pfarrfest trotzte dem Wetter
Großer Zuspruch für zahlreiche Aktivitäten
Bad Neuenahr. Unter dem Motto „…mit Dir überspring ich Mauern“ hatte die Rosenkranzgemeinde in Bad Neuenahr am vergangenen Wochenende zu ihrem traditionellen Pfarrfest eingeladen. Das Motto hatte natürlich theologische Hintergründe und bezog sich auf die Überwindung der Mauern gegenüber Isolation, Einsamkeit oder auch Fremden gegenüber. Aber man hätte es auch ganz praktisch sehen können, denn Petrus hatte offensichtlich zumindest teilweise recht schlechte Laune, was aber die Besucher nicht davon abhielt, zahlreich zu kommen. Eröffnet wurde das Fest am Samstagabend mit einem Gottesdienst, dem sich ein Dämmerschoppen anschloss. Bereits zuvor hatte man für die Kinder ein buntes und abwechslungsreiches Programm organisiert, was wirklich keine Wünsche offen ließ. Das galt natürlich auch für den Sonntag und da gab es weit mehr als nur eine Hüpfburg. So hatte man eine Malaktion organisiert und die zahlreichen Mitglieder des Teams vom Blandine-Merten Haus sorgten dafür, dass die Eltern sich auch einmal auf einen Schnack bei Wein oder Bier zurückziehen konnten, und der Nachwuchs war bestens betreut. Einen Flohmarkt hatte man organisiert und wer wollte, konnte sich auch mit dem Innenleben der Kirche sowie dem Kirchturm vertraut machen. Für die Bewirtung mit kühlen und gepflegten Getränken hatten sich die Karnevalisten ins Zeug gelegt und für die musikalische Begleitung des Frühschoppens war die Bigband des Peter-Jörres-Gymnasiums verpflichtet worden. Doch Bigband und Technik und Regen sind mitunter eine fatale Kombination, die nicht immer funktioniert. Daher hatten sich die Musiker entschlossen das Konzert in die Kirche zu verlegen und wurden mit einem Klangkörper der ganz besonderen Art konfrontiert. Das Publikum hatte dies am Sonntag sehr schnell mitbekommen und die Kirche war zu Beginn des Konzertes gut gefüllt und sollte nach und nach voller werden. Allerdings war dies nicht wirklich verwunderlich, denn was da vom Altarraum her erklang, da muss man an anderen Stellen in der Kurstadt richtig viel Eintritt für bezahlen. Das war schon ziemlich große Klasse und richtig gut, auch wenn die Sängerinnen mitunter etwas untergingen, was aber wohl der Improvisation der Technik geschuldet war. Moderner Bigband-Sound in alten Kirchengemäuern, das könnte glatt ein cooler Trend werden, akustisch war es jedenfalls ein Genuss und die meisten Besucher waren begeistert. Aber schon Bertold Brecht wusste, dass die Kultur nur dann weiterhilft, wenn auch für das leibliche Wohl bestens gesorgt ist. Bei der katholischen Kirche sorgen schon traditionell die Frauen der kfd für süßes Naschwerk und die Kuchentheke ließ wirklich keine Wünsche offen. Die Pfadfinder beteiligten sich natürlich ebenfalls an dem Fest und sorgten mit frischen Waffeln für eine leckere Alternative zum Kaffee. Informationen gab es auf dem Pfarrfest natürlich auch, so wurde unter anderem auf großen Tafeln über die Arbeit des Pfarrgemeinderates informiert und auch die Seniorengruppe zeigte die Ergebnisse ihrer Arbeit. Der Erlös des Pfarrfestes ist auch in diesem Jahr für soziale und gemeindliche Zwecke bestimmt, wobei dies sicherlich auch der aktuellen Situation durch die vielen Flüchtlinge geschuldet ist. Aber etwas anderes ist der Kirchengemeinde auch gut gelungen mit der Konzeption. Denn dieses Konzept ging insofern gut auf, als dass alle Altersgruppen dort vertreten waren und miteinander feierten, das Ganze ein Fest der Begegnung wurde. Das alles hatte nichts mit dem mitunter von Medien und einzelnen gern gepflegten Image der katholischen Kirche als altertümlich und gestern zu tun, vielmehr wurde deutlich, man hat eine im wahrsten Sinne des Wortes „Frohe Botschaft“ und wenn man in die Evangelien schaut, Jesus ging ja auch gerne zu den Menschen und feierte die Feste mit, insofern eine gelungene und fröhliche Veranstaltung.
Leckere frische Waffeln gab es bei den Pfadfindern.
