Eine Kirmes mit Überraschungen
Heimersheimer Junggesellen feierten wieder im Dorf
Heimersheim. Der Junggesellenverein „St. Mauritius“ Heimersheim (JGV) kann auf eine lange Tradition zurück schauen, immerhin wurde er schon 1712 gegründet. Doch mit der Kirmes, die er austrägt, hat er sich in den letzten Jahren schwergetan, die Besucherzahlen sanken. Deshalb wurde das Fest vor Zeiten an die Landskroner Festhalle verlegt und ein wenig auf Oktoberfest und Wies´n gebürstet. Der Parkplatz am Fußballplatz diente als Gelände für die Schausteller, aber die Rechnung ging nicht auf, die neue „location“ wurde nicht wie gewünscht angenommen, viele Einheimische wurden schmerzlich vermisst. Also beschloss man, das Fest auf drei Tage zu verkürzen und holte die Kirmes zurück ins Dorf, auf den „Roten Platz“ mitten im Ort.
Auftakt mit Hindernissen
Beim Aufstellen des Zeltes gab es ein paar Schwierigkeiten zu meistern, die Kreisverwaltung bestand auf Mindestabständen zu vorhandenen Gebäuden, sodass man schließlich dazu kam, ein Stück der Rüstringer Straße als Stellfläche mit zu benutzen. Die Buden wurden hübsch davor und daneben drapiert, sodass es letztlich ein gutes Bild abgab und man von einem schmucken Kirmesgelände sprechen konnte. Und auch beim Fassanstich am sonnigen Freitagnachmittag galt es, einige Hemmnisse aus dem Weg zu räumen. Das Fass hatte man wegen des schönen Wetters draußen aufgestellt, und als Ortsvorsteherin Angelika Lüdenbach mit dem Hammer antrat, hatten sich zahlreiche Ehrengäste versammelt: Bürgermeister Guido Orthen gehörte ebenso dazu wie Weinkönigin Eva I. und Prinz Marcus I. Doch trotz tatkräftiger Unterstützung wollte der Hahn erst nicht ins Fass und brach dann schließlich entzwei. Durst leiden musste allerdings niemand, denn ein eilends herbei geholter Ersatzhahn aus Kupfer und ein paar kräftige Hammerschläge auf das in Seitenlage gebrachte Fass sorgten schließlich dafür, dass der Gerstensaft doch noch floss. So konnte die Feierabendparty beginnen, DJ Disco-Dieter sorgte für die Musik und alle Besucher genossen einen zünftigen Auftakt.
Gefallenes Fändel und fremdes Feuerwerk
Am Samstagnachmittag stand zunächst der Festgottesdienst in der Heimersheimer Kirche auf dem Programm. Als die Gottesdienstbesucher am frühen Abend aus der Tür von St. Mauritius traten, hatten sich zahlreiche Schaulustige auf dem Marktplatz versammelt. Leider öffnete auch der Himmel seine Pforten und es nieselte, als Dennis Hoss, der das Amt des Fähnrichs von Daniel Hanisch übernommen hat, zum Fähndelschwingen antrat, der Spielmannszug Löhndorf begleitete ihn dabei musikalisch. Auch wenn die Fahne mal zu Boden fiel, gab es stürmischen Beifall für den Auftritt. Abschließend eröffnete Kaplan Andreas Kern den Tanzreigen und legte mit Weinkönigin Eva I. eine flotte Sohle auf das frisch verlegte Steinparkett. Nachdem die Parade der Junggesellen, der Schützen und Honoratioren abgenommen war, machte sich der Festzug auf zum Friedhof, um traditionell die Totenehrung vorzunehmen. Im abends proppenvollen Festzelt machte Cathal Stimmung, sodass trotz einsetzendem Gewitterregen keiner so schnell nach Hause wollte. Als dann noch ein Feuerwerk den Abendhimmel erleuchtete, staunten viele Festbesucher. Doch die bunten nächtlichen Raketen hatten nichts mit der Kirmes zu tun.
Durchwachsener Sonntag mit stimmungsvollem Abschluss
Der beliebte sonntägliche Frühschoppen der Freiwilligen Feuerwehr mit der Blaskapelle Niederheckenbach war der richtige Auftakt für einen zunächst durchwachsenen Sonntag. Denn als nachmittags zu leckerem selbst gebackenem Kuchen mit Kaffee geladen wurde, regnete es schon wieder. Später riss der Himmel dann glücklicherweise auf, sodass der Trinkzug durch Heimersheim unter besseren Bedingungen stattfand. Ab dem frühen Abend lud die Band „Still Searching“ zum Tanzen, Schunkeln und Mitsingen ein. Die Kirmesmann-Litanei und die Beerdigung des Strohmannes beendeten eine Kirmes, die wie es sich gehört mitten im Dorf stattfand. Ob das traditionelle Fest auch wieder mitten im Herz der Heimersheimer angekommen ist, wird sich zeigen. Tim Ihmann, der Präsident des JGV und sein Vorstand um Kassier Pascal Hanisch werden nun den spitzen Bleistift heraus holen und rechnen. Bleibt zu hoffen, dass die Bilanz für Veranstalter und auch für die Schausteller positiv ausfällt.
Dennis Hoss beim Fändelschwenken am Samstagnachmittag auf dem Heimersheimer Marktplatz, musikalisch unterstützt wurde er vom Spielmannszug Löhndorf (im Hintergrund).
