Politik | 21.05.2026, 10:32 Uhr

Integrationskurse unter Druck

v.l.n.r. Miriam Naumiuk, Susanne Müller und Christian Hofeditz
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Ahrweiler. Wenn Integrationskurse nicht starten können, hat das direkte Folgen – für die Menschen, die auf sie warten, und für die Einrichtungen, die sie anbieten. Wie sich aktuelle bundespolitische Entscheidungen konkret vor Ort auswirken, darüber hat sich die SPD-Landtagsabgeordnete Susanne Müller bei einem Besuch der Kreisvolkshochschule Ahrweiler informiert. Im Gespräch mit dem Leiter Christian Hofeditz und der pädagogischen Mitarbeiterin Miriam Naumiuk ging es um die aktuelle Situation der Integrationskurse.

Der Hintergrund: Im laufenden Haushaltsjahr werden nach Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bis auf Weiteres keine neuen Zulassungen für freiwillige Integrationskurse erteilt. Für die kvhs hat das spürbare Auswirkungen. Seit Ende 2025 haben bestimmte Personengruppen keinen Zugang mehr zu Integrationskursen, geplante Kurse müssen verschoben werden oder fallen ganz aus.

Für viele Menschen bedeutet das lange Wartezeiten auf einen Kursplatz – und damit auf die Chance, Deutsch zu lernen und sich im Alltag und im Beruf zurechtzufinden. Gleichzeitig geraten auch die Lehrkräfte unter Druck: Honorarkräfte haben weniger Einsatzmöglichkeiten, es kommt zu Verdienstausfällen und Zwangspausen. Hinzu kommt zusätzlicher bürokratischer Aufwand, da Verfahren teilweise erneut angestoßen werden müssen. Auch finanziell ist die kvhs betroffen, weil vorbereitete Kurse nicht stattfinden können. Für die betroffenen Menschen bedeutet das, dass sie notwendige Sprachzertifizierungen nicht nachweisen können, die sie z. B. für die Aufnahme einer Arbeit dringend benötigen. Dies ist dann mit höheren Kosten und organisatorischen Hürden verbunden.

Im Austausch wurde zudem deutlich, dass auch geplante Veränderungen am Kurssystem kritisch gesehen werden. Diskutiert wird unter anderem, das sprachliche Zielniveau für bestimmte Gruppen abzusenken und Sprach- und Orientierungskurse stärker zu verzahnen. Aus Sicht der kvhs birgt das Risiken für gesellschaftliche Teilhabe und den Zugang zum Arbeitsmarkt.

Susanne Müller sieht hier dringenden Handlungsbedarf: „Jugendliche und Erwachsene verlieren Chancen auf Teilhabe, und ihre Bildungs- und Berufswege werden deutlich schwieriger – das können wir uns angesichts von Fachkräftemangel und demografischem Wandel nicht leisten.“ Integrationskurse seien ein zentraler Baustein für Integration und wirtschaftliche Perspektiven.

Die Abgeordnete kündigte an, die geschilderten Herausforderungen in ihre politische Arbeit einzubringen. Ziel müsse es sein, verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Integrationskursangebote planbar bleiben und Menschen die Unterstützung erhalten, die sie brauchen. Zugleich dankte sie dem Team der Kreisvolkshochschule für das große Engagement in der Integrationsarbeit vor Ort.“

v.l.n.r. Miriam Naumiuk, Susanne Müller und Christian Hofeditz Foto: Christina Sönksen

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