Allgemeine Berichte | 03.08.2026, 09:26 Uhr

Temporäres Museumsdepot

Internationale Unterstützung bei der Kulturgutrettung in Bad Neuenahr-Ahrweiler

Juliana Brueckner unterstützt derzeit die Arbeiten im temporären Museumsdepot in Ahrweiler.
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Bad Neuenahr-Ahrweiler. Das temporäre Museumsdepot in Ahrweiler bietet einen Ort, an dem gerettete Kunstwerke aus der 2021 stark beschädigten musealen Sammlung der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler vorübergehend lagern sowie weiterbearbeitet werden können. Nachdem bereits 2022 und 2024 amerikanische Studierende des Studiengangs material culture der Universität Delaware im Depot zu Gast gewesen waren und die dortigen Arbeiten unterstützt hatten, absolviert dort nun mit der 22-jährigen Juliana Brueckner eine weitere Studentin ein Praktikum.

Juliana war mit der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler bereits vor der Flut bestens vertraut, weil ihre Familie ursprünglich aus dem Stadtgebiet kommt. Derzeit studiert sie am Skidmore College in New York State Geschichte und Literatur. 2021 hatte die Familie Pläne, das Ahrtal zu besuchen, die aufgrund der Flut jedoch abgesagt werden mussten. Erschüttert von den Eindrücken ihres ersten Besuchs nach der Flut im Jahr 2023 beschloss Juliana, ihr Sommer-Projekt 2026 als Praktikum im temporären Museumsdepot in Ahrweiler zu absolvieren.

Im Depot unterstützt Juliana die praktischen Arbeiten im Bereich der Reinigung von Sammlungsstücken, die im Depot bearbeitet werden. Darüber hinaus bekommt sie Einblicke in unterschiedliche Materialien wie Holz, Papier oder Keramik und erweitert damit ihr kulturgeschichtliches Wissen. Im Rahmen ihres Geschichtsstudiums untersucht Juliana, wie die Wahrnehmung der Flutkatastrophe und ihrer Folgen im Rahmen der Presseberichterstattung im In- und Ausland erfolgt ist. Dabei hat sie bereits Unterschiede festgestellt, zum Beispiel, dass das Thema der Flut als Folge des Klimawandels im Ausland deutlich stärker präsent ist, während in Deutschland häufig die Menschen und die Fortschritte des Wiederaufbaus sowie der Katastrophenschutz im Fokus stehen.

Für die Stadt sind die Erkenntnisse aus Julianas Projekt von hohem Wert, denn sie bieten eine Möglichkeit, die Wahrnehmung der Flut und die eigene Kommunikation - auch mit Blick auf das Thema Kulturgutrettung und die eigenen Lehren aus der Katastrophe – zu reflektieren. So können zukünftig gezielt auch Themen zentriert werden, die vielleicht bislang in der Außenwahrnehmung selten präsent waren: Warum ist es so wichtig, Kulturgüter besonders vor Naturkatastrophen zu schützen und wie kann dies besser gelingen? Warum ist die zurückgekehrte und gerettete Kunst so wichtig für die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler? Und wie können diese Werke, die häufig auch nach der Rettung noch Spuren von Schlamm und Wasser tragen, die Erinnerung an die Flut als Teil der Stadtgeschichte bewahren?

Juliana Brueckner wird rund vier Wochen in Bad Neuenahr-Ahrweiler bleiben und in dieser Zeit auch englische Texte für die Digitalisierung des regionalen Kulturgutes beitragen, sodass die museale Sammlung der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler und ihre ganz individuelle Flutgeschichte zukünftig auch von touristischen Gästen besser wahrgenommen werden kann. Ihr Engagement und ihre Forschung zeigen die hohe Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit – im interkulturellen und medialen Austausch, in der Kulturgutrettung sowie in der akademischen Gemeinschaft.

Juliana Brueckner unterstützt derzeit die Arbeiten im temporären Museumsdepot in Ahrweiler. Foto: Stadtverwaltung / Lukas Holling

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