Tennisverband Rheinland: Spannende Hallentitelkämpfe beim Finaltag des Bambini-Cup in Andernach
Junge Tennisprofis gaben ihr Bestes
Salima Dababi gewinnt das Finale der Mädchen 12 und die Noll-Zwillinge dominierten den Jahrgang 2005
Andernach. Geduld war gefragt am Finaltag des Bambini-Cup. Während auf Platz eins die Jungen und Mädchen nebst Eltern auf die Ehrung der Sieger warteten, wurde einige Meter weiter noch verbissen um den letzten Titel gekämpft.
Mit dem Endspiel Mädchen 12 zwischen Salima Dababi vom TC Höhr-Grenzhausen und der Andernacherin Annika Berrendorf endeten die Hallenmeisterschaften des Tennisverbandes Rheinland, und die beiden schenkten sich nichts. „Mir zittern jetzt noch die Knie“, gestand Dababi, nachdem sie mit ihrem letzten Aufschlag den Matchtiebreak gewonnen hatte. „Für einen Moment hatte ich das schreckliche Gefühl, der Ball wäre ins Aus gegangen.“ Bei den Freiplatz-Titelkämpfen des Vorjahres in Bad Ems waren Dababi und Berrendorf noch im Halbfinale gescheitert, diesmal standen sie zum Abschluss der TVR-Meisterschaften im Andernacher Tennistreff Mittelrhein in einem Endspiel, bei dem die letzten Reserven mobilisiert werden mussten. „Im zweiten Satz ging mir die Kraft ziemlich weg“, meinte Dababi, die im ersten Durchgang den Tiebreak zum 7:6 mit 12:10 gewonnen hatte. Berrendorf zeigte sich beim folgenden 6:2 überlegen, „aber ich habe ganz auf den dritten Satz gesetzt“, so die spätere Siegerin. Und dann traf sie bei 9:8-Führung mit ihrem Aufschlag exakt die Linie, der Return ging ins Aus. „Es ist ein dummes Gefühl, wenn alles an einem Ball liegt“, ärgerte sich Berrendorf, die schon im Vorjahr im Hallenfinale gescheitert war, mit Tränen in den Augen.
79 Teilnehmer wurden geehrt
Und dann war es soweit, TVR-Jugendwart Michael Montada konnte die Pokale verteilen. 79 Spielerinnen und Spieler waren in den jeweils drei Altersklassen angetreten, hatten in circa 24 Turnierstunden 99 Matches bestritten und dabei 172 Bälle verbraucht, so die Statistik eines Turniers, dem DTB- und TVR-Präsident Ulrich Klaus „ein tolles Niveau“ bescheinigte. „Ich habe hier in der Halle Freude verspürt, und das ist nicht überall der Fall dort, wo ich als DTB-Präsident hinkomme“, sagte Klaus, der seinem TVR gute Arbeit bescheinigte: „Wenn das in allen Bezirken so ist, habe ich keine Bange um die Zukunft des Tennissports in Deutschland.“
Dieses Lob vonseiten der Verbandsführung erfährt jedoch eine Einschränkung: Gerade einmal vier Spielerinnen waren in der Klasse Mädchen 10 angetreten, „erschreckend“, wie TVR-Coach Sebastian Mastalerz feststellte. Während ihm die gut besetzte Altersklasse der Jüngsten „Freude macht und für die Zukunft hoffen lässt“, vermutet Mastalerz für den kritischen Mädchen-Jahrgang 2005 einige Spielerinnen in den Vereinen, „die sich nicht zutrauen, sich für die Rheinlandmeisterschaften zu melden“. Und der Landestrainer fügte hinzu: „Schade, dass hier in Andernach so wenig Vereinstrainer anwesend waren.“
Beherrscht wurde der Jahrgang 2005, wie nicht anders zu erwarten, von den Bad Emser Noll-Zwillingen, die im Vorjahr schon Hallenmeister der Mädchen und Jungen 9 geworden waren. Annalena gewann das entscheidende Gruppenspiel gegen ihre Vereinskameradin Mara Porcos mit 6:2, 6:2, es war eine Wiederholung der Freiplatz- und Hallen-Finalpaarung des Vorjahres; Oliver gewann das Endspiel Jungen 10 gegen Flynn-Tjark Baumert vom Andernacher Tennisclub mit 6:2, 6:3 - im Freiplatz-Finale 2014 hatte er mit dem gleichen Gegner noch wesentlich mehr Mühe gehabt.
„Damals war es knapper, diesmal habe ich weniger Fehler gemacht“, meinte Oliver zufrieden, und sein Vater Carsten Noll ergänzte: „Und konzentrierter gespielt.“ Bruder und Schwester haben den Vorteil, miteinander trainieren zu können. „Die beiden schenken sich nichts, da kann ein Trainingsspiel schon mal drei Stunden dauern“, verriet Mutter Martina Noll. Hinzu kommt, wie Jugendwart Montada aufzählte: „Talent frühzeitig erkannt, gefördert von der positiven Entwicklung auf allen Ebenen im Verein, ein guter Heimtrainer, integriert in den Jüngsten-Landeskader von Rheinland-Pfalz.“
Viele Nachwuchstalente zeigten ihr Können
Nachfolger der Nolls im Feld der jüngsten Teilnehmer wurden Aylin Colaklar (TC Neuwied), die das Finale Mädchen 9 gegen Katharina Weber vom TC GW Betzdorf mit 7:6 (9:7), 6:4 gewann, und Noah Meister (TC Diez), der sich gegen René Gabriel Jung (TC BW Bad Kreuznach) mit 6:2, 6:2 durchsetzte. „René profitiert von unserer Kooperation mit dem Bezirk Rheinhessen und kann regelmäßig in Ingelheim trainieren, das ist für ihn, wie für seine Eltern, eine große Erleichterung“, erklärte Michael Montada. „Lange Zeit kamen wenig Kinder aus dem Raum Bad Kreuznach zu uns, aber jetzt entsteht da etwas“, sieht der Jugendwart eine positive Entwicklung. Jung hatte im Halbfinale 7:5, 6:4 gegen den Trierer Henry Jelen gewonnen, den Neffen des zweimaligen Daviscup-Gewinners Eric Jelen, heute Verbandstrainer Niederrhein.
Der Titel Jungen 12 ging nach Koblenz, Alexander Lowjaga vom TC Oberwerth schlug im Endspiel Benedikt Steudter (TC Höhr-Grenzhausen) mit 6:3, 6:1. „Das war anstrengend, im ersten Satz musste ich ziemlich kämpfen“, so der Sieger. Im Feld der ältesten Jungs fehlte der Andernacher Tristan Reiff, der in Leimen ein Einladungsturnier der nationalen Spitze bestritt und „bis ins Viertelfinale kam“, wie Landestrainer Mastalerz berichtete. „Er wäre hier wohl dominierend gewesen.“
Zahlenspiegel des Bambini-Cup
Mädchen U 9: Finale: Aylin Colaklar (TC Neuwied) - Katharina Weber (TC GW Betzdorf) 7:6, 6:4.
Halbfinale: Colaklar - Isabel Kaiser (TC SW Montabaur) 6:3, 6:2; Weber - Alice Ehrenlechner (TC SW Montabaur) 6:2, 6:2.
Jungen U 9: Finale: Noah Meister (TC Diez) - René Gabriel Jung (TC BW Bad Kreuznach) 6:2, 6:2.
Halbfinale: Meister - Finn Gerharz (TC BW Bad Ems) 6:3, 6:3; Jung - Henry Jelen (TC Trier) 7:5, 6:4.
Viertelfinale: Meister - Julian Franzmann (VfL Bad Kreuznach) 6:2, 6:3; Gerharz - Johannes Kiehl (TuS Hilgert) 6:2, 6:2; Jelen - Ben Brendler (TC Eitelborn) 7:6, 6:4; Jung - Leopold Müller (Andernacher TC) 6:2, 6:2.
Mädchen U 10: Finale: Annalena Noll (TC BW Bad Ems) - Mara Porcos (TC BW Bad Ems) 6:2, 6:2.
Jungen U 10: Finale: Oliver Noll (1, TC BW Bad Ems) - Flynn-Tjark Baumert (2, Andernacher TC) 6:2, 6:3.
Halbfinale: Noll - Moritz Müller (Andernacher TC) 6:2, 6:2; Baumert - Nicolas Weber (4, TC GW Betzdorf) 6:3, 6:4.
Viertelfinale: Noll - Jan Luca Engel (TC BW Bad Ems) 6:2, 6:2; Müller - Aaron Andres (TC Höhr-Grenzhausen) 6:2, 6:3; Weber - Torben Wernecke (TC GW Braubach) 6:4, 6:2; Baumert - David Rosen (TC Diez) 6:2, 6:2.
Nebenrunde: Hendrik Hildesheim (TC SW Montabaur) - Toni Reiff (Andernacher TC) 6:4, 6:4.
Mädchen U 12: Finale: Salima Dababi (2, TC Höhr-Grenzhausen) - Annika Berrendorf (1, Andernacher TC) 7:6, 2:6, 10:8.
Halbfinale: Berrendorf - Aaliyah Hohmann (TV Wincheringen) 7:6, 6:2; Dababi - Jil Antonia Burkardsmaier (TC Mülheim-Kärlich) 6:2, 7:5.
Nebenrunde: Marie Ilse (TC Höhr-Grenzhausen) - Jenna Müller (TC Oberwerth Koblenz) 6:1, 6:1.
Jungen U 12: Finale: Alexander Lowjaga (2, TC Oberwerth Koblenz) - Benedikt Steudter (1, TC Höhr-Grenzhausen) 6:3, 6:1.
Halbfinale: Steudter - Florian Leonhard (Bendorfer TV) 2:6, 6:2, 16:14; Lowjaga - Julian Gemmer (TC SW Montabaur) 7:5, 6:3.
Nebenrunde: Laurenz Heimes (TC Kamp-Bornhofen) - Till Kirchgässner (TC Mülheim-Kärlich) 6:2, 6:3.
Alexander Lowjaga vom TC Oberwerth Koblenz freute sich über seinen Sieg bei den Jungen U 12.
