Schaustellerempfang im Rathaus von Bad Neuenahr
Kirmesbeschicker engagieren sich zum Wohl der Stadt
Termin hat lang Tradition in der Kurstadt - Dank an Dr. Margit Ramus
Bad Neuenahr.Der offiziellen Kirmes-Eröffnung war der Empfang der Schausteller im Rathaus voraus gegangen. Seit weit über drei Jahrzehnten wird in der Kurstadt zur Kirmes diese Tradition gepflegt, die immer eine große Teilnahme der Kirmesbeschicker sieht. Unter den Gästen waren auch zahlreiche Vertreter von Politik und Gesellschaft. In Vertretung von Bürgermeister Guido Orthen übernahm der Stadtbeigeordnete Rudi Frick die Aufgabe des Moderators. Er bedankte sich bei den Schaustellern für das Spendenergebnis der Kirmes des vergangenen Jahres. Dazu machte er Beigeordnete eine interessante Rechnung auf: So seien in den vergangenen Jahren 75.000 Euro zusammengekommen. Allein 2012 sammelten die Schausteller 1611 Euro für die Levana-Schule und den Caritas-Sonderkindergarten - eine beachtliche Summe. Der Beifall der Runde war den Kirmesleuten sicher, weil sie stets an die Kinder der Kreisstadt denken.
Dass die Schausteller der Einladung ins Rathaus in so großer Zahl gefolgt waren, freute Frick sehr. „Wie Sie sehen, haben wir heute einen besonderen Gast hier bei uns im Sitzungssaal: den Kirmesmann der Bürgergesellschaft Wadenheim.“ Bevor diese Symbolfigur über die Festtage ihren Platz im Zelt der Feuerwehr einnimmt, wird sie stets beim Schaustellerempfang präsentiert. Am letzten Kirmestag, dem Dienstag, geht es ihr stets an den Kragen. Dann übergeben die Kinder der Grundschule vor dem Festzelt der Feuerwehr innerhalb einer kleinen Aufführung den Kirmesmann der Feuerwehr zum Verbrennen. Vorher halten sie Gericht über den bärtigen Mann.
Aber zurück zum Schaustellerempfang: Die Stadt stellt auf dem Parkplatz City-Ost, der im Volksmund „Kirmesparkplatz“ heißt, die Infrastruktur bereit. Auch in diesem Jahr hatten sich bei der Stadtverwaltung wieder zahlreiche Schausteller beworben. „Für uns ist dies ein Zeichen, dass die Kirmes in Bad Neuenahr nichts von ihrer enormen Zugkraft eingebüßt hat. Wir hoffen, dass wir in diesem Jahr mit den ausgewählten Fahrgeschäften, Imbissbetrieben und Schaustellern einen guten Mix zusammengestellt haben, der bei Groß und Klein, bei Jung und Alt gleichermaßen gut ankommt“, sagte Rudi Frick, der an Vernunft und Einsicht appellierte: Denn um auch die anderen Gäste in der Kurstadt nicht übermäßig zu stören, bat Frick die Schausteller, sich so zu verhalten, wie es dem Charakter eines Heilbads entspricht. „Denken Sie daran, dass ab 22 Uhr die Musik an ihren Geschäften gedrosselt werden muss.“ Die verfügten Verkehrsbeschränkungen anlässlich der Kirmes in diesem Jahr bat Frick entsprechend einzuhalten. Die neuralgischen Punkte im Bereich des Bahnhofs Bad Neumahr seien von Fahrzeugen jeglicher Art freizuhalten. Der Bahnhof wird täglich von einer Vielzahl von Bussen angefahren. Die reibungslose An- und Abfahrt der Busse müsse jederzeit gewährleistet sein. Zudem sollten auch im eigenen Interesse die Zufahrtswege für Rettungsfahrzeuge jederzeit freigehalten werden.
Die Schausteller forderten ihrerseits, die Kontrolle von Alkohol bei Jugendlichen auszuweiten. Das Ordnungsamt der Stadt sowie die Polizei waren an allen fünf Kirmestagen- und -nächten im Einsatz. Es blieb weitestgehend ruhig.
Außerdem hatte sich Rudi Frick bei Dr. Margit Ramus bedankt, die mit ihrer „Grünen Lok“ mit Süßwaren bereits seit drei Jahrzehnten nach Bad Neuenahr kommt. Allein das Schaustellerdasein reichte ihr nicht aus. Im Alter von 47 Jahren hat sie das Abitur abgelegt und anschließend als Kunsthistorikerin promoviert. Schausteller Fredi Zündorf wurde nicht nur gratuliert, weil er seinen 40. Geburtstag gefeiert hatte, sondern auch, weil er zum dritten Mal Vater geworden war. Nach dem Empfang ging man in gemütlicher Runde auf den Kirmesplatz und fieberte dem Beginn entgegen (siehe separater Bericht).
