Politik | 27.06.2026, 08:38 Uhr

Nukleare Abrüstung heute

Mayors for Peace: Nukleare Abrüstung in Hönningen gefordert

Ortsbürgermeister Jürgen Schwarzmann, Beigeordneter Michael Pauly, Beigeordneter Ralf Minwegen, Erste Beigeordnete Elfi Pauly
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Hönningen. Der Internationale Gerichtshof in Den Haag stellte vor genau 30 Jahren, am 8. Juli 1996, in einem Rechtsgutachten fest, dass die Androhung des Einsatzes und der Einsatz von Atomwaffen generell gegen das Völkerrecht verstoßen. Zudem bekräftigte er die völkerrechtliche Pflicht, „in redlicher Absicht Verhandlungen zu führen und zum Abschluss zu bringen, die zu nuklearer Abrüstung in allen ihren Aspekten unter strikter und wirksamer internationaler Kontrolle führen.“

Doch gegenwärtig spielen Atomwaffen wieder eine stärkere Rolle in der internationalen Sicherheitspolitik. Das nukleare Abrüstungsregime scheint geschwächt. Nach Schätzungen der Expert*innen des Stockholmer Friedensforschungsinstitutes SIPRI verfügen die neun Atommächte noch immer über 12.187 Atomsprengköpfe. Die Friedensforscher*innen warnen zudem vor einem neuen Wettrüsten der Atommächte.

Mit dem Hießen der Flagge will die Ortsgemeinde Hönningen ein Zeichen setzten. Ortsbürgermeister Jürgen Schwarzmann sagt:

- Noch immer bedrohen mehr als 12.000 Atomsprengköpfe die Existenz der Menschheit. Trotz aktueller sicherheitspolitischer Herausforderungen brauchen wir ernsthafte nukleare Abrüstungsbemühungen. Deshalb ist es wichtig, heute – am 30. Jahrestag des IGH-Rechtsgutachtens – Flagge zu zeigen und gegen ein neues atomares Wettrüsten einzutreten.

- Es darf keine neue Spirale atomarer Aufrüstung geben. Als Mitglied im weltweiten Bündnis der Mayors for Peace rufen wir am Flaggentag zu nuklearer Abrüstung auf. Ein Rückschritt in der atomaren Rüstungskontrolle ist nicht hinnehmbar!

- Am Flaggentag der Mayors for Peace fühlen wir uns dem Vermächtnis der Überlebenden der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki – den Hibakusha – in besonderer Weise verpflichtet. Niemand, so ihr Wunsch, solle jemals wieder ein solches Schicksal erleiden wie sie. Daher fordern wir am 30. Jahrestag des IGH-Rechtsgutachtens einen Stopp des neuen atomaren Wettrüstens und aufrichtige nukleare Abrüstungsbemühungen!

Um einer neuen Dynamik des nuklearen Wettrüstens entgegenzutreten, setzen die „Mayors for Peace“-Mitgliedsstädte mit dem Hissen der „Mayors for Peace“-Flagge vor den Rathäusern am 8. Juli ein deutliches Zeichen. Die Mitglieder des unter der Präsidentschaft von Hiroshima stehenden internationalen Netzwerkes erinnern an diesem Tag an das IGH-Rechtsgutachten von 1996 und setzen sich für nukleare Abrüstung und weltweiten Frieden ein.

Wer sind die Mayors for Peace:

Die Organisation Mayors for Peace wurde 1982 durch den Bürgermeister von Hiroshima gegründet. Das weltweite Netzwerk setzt sich vor allem für die Abschaffung von Atomwaffen ein, greift aber auch aktuelle Themen auf, um Wege für ein friedvolles Miteinander zu diskutieren. 8.579 Städte in 166 Ländern gehören dem Netzwerk an, darunter 931 Städte in Deutschland. Rund 600 Städte in Deutschland beteiligen sich in diesem Jahr am Flaggentag.

Ortsbürgermeister Jürgen Schwarzmann, Beigeordneter Michael Pauly, Beigeordneter Ralf Minwegen, Erste Beigeordnete Elfi Pauly Foto: Ortsgemeinde Hönningen

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