Brillantes Klavierkonzert in der Villa Bellestate
Nicht enden wollender Applaus
Grafschaft. Den Auftakt des sommerlichen Konzerts machte Chopins Klaviersonate Nr. 2 b-Moll, die zu den bekanntesten Werken des Komponisten gehört.
Die vier in Moll gesetzten, aber in ihrem Charakter unterschiedlichen Sätze stießen damals bei Robert Schumann auf heftige Kritik. Der berühmte Trauermarsch, der Marche funébre, der zu den düstersten Klavierstücken der Romantik gehört, wurde tief und abgründig gespielt.
Es folgte Chopins Andante spianato und Pollonaise brillante. In der Pause konnte das zahlreiche Publikum unter stahlblauem Himmel die gepflegte italienische Parkanlage der Villa Bellestate mit ihren Rosenrabatten und Wasserspielen bewundern.
Nach der Pause die Sonatine pour piano von Maurice Ravel mit ihrem lyrisch gestimmten Sonatensatz zu Beginn, einem Menuett an zweiter Stelle und einem schnellen Finale wurde der musikalische Impressionismus der 20-ziger Jahre des vorigen Jahrhunderts wieder zum Klingen gebracht. In die selbe musikalische Richtung verweist auch Ravels Klavierwerk Gaspard de la Nuit.
Es basiert auf einer literarischen Vorlage, in der eine Nixe, ein am Galgen Erhängter und ein Kobold klanglich in Erscheinung treten. Der musikalische Schlusspunkt des Klavierkonzertes war Ravels La Valse. Er ist eine von einem russischen Choreoraphen bestellte Balettmusik.
In ihr entfaltet Ravel seine gesammte musikalische Farbpalette: Der brillant gespielte Walzer gleitet über funkelnden Glanz bis in die finstersten Klänge.
Das Publikum war von der panistischen Leistung des 20-jährigen slowenischen Pianisten, Jure Gorucan, so begeistert, dass der Beifall nicht enden wollte und ihm noch zwei Zugaben abgetrotzt wurden.
Das nächste Konzert findet statt im Grafschafter Kunstverein am Sonntag, 24. November, mit dem Gitarrenduo Orfeo.
