Politik | 03.03.2015

Grafschafter Gemeinderatsfraktionen äußern sich zu Gemeinderatssitzung

Nierendorfer Platanen hätten fallen können!

Streit um Bäume im Herrenwiesenring geht nunmehr ins neunte Jahr

Nierendorf. Politik ist von Kompromissen geprägt. Immer dann, wenn keine eigene Mehrheit gegeben ist, muss man bereit sein von der eigenen Position Abstriche zu machen, um mit Zugeständnissen zumindest einen Teil seiner Ziele realisieren zu können.

Was ist in der letzten Gemeinderatssitzung passiert? Der Streit um die Bäume in Nierendorf geht nunmehr ins neunte Jahr. Einige wollen die vollständige Fällung aller Bäume im Herrenwiesenring, dem Akazienweg und Am Seifen, andere sehen keinen Grund gesunde Bäume zu fällen. Diese harten Positionen hatten sich in den vergangenen Monaten aufgeweicht. Der aufgrund Befangenheit nicht beschlussfähige Ortsbeirat hatte empfohlen, zumindest die erkrankten, beziehungsweise krank gemachten Bäume und zusätzlich sechs weitere Platanen zu entfernen, um dort eine Ersatzbepflanzung vorzunehmen. Alle anderen Bäume sollten erhalten und zukünftig ordnungsgemäß gepflegt werden.

Mit Wissen um die fortdauernde Hängepartie hatten sich die Minderheitenfraktionen des Gemeinderates, bestehend aus SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und FWG, zusammengesetzt und erörtert, mit welchem erweiterten Kompromiss eine Lösung für die betroffenen Bereiche erlangt werden könne. Dabei hat man sich, wenn auch schmerzhaft für einige am Tisch, darauf verständigt, dass der Fällung aller Platanen zugestimmt wird. Die anderen Bäume sollten jedoch zunächst einer baumpflegerischen Maßnahme, mit dem Ziel die ortsbildprägenden und gesunden Bäume auf den anderen Straßenzügen zu erhalten, unterzogen werden.

Anfallendes Laub darf kein Argument sein, einer Fällung von gesunden Bäumen zuzustimmen. Herumfliegendes Restwurfmaterial führt auch nicht zum Verbot von Karnevalsumzügen.

Kompromissbereitschaft lässt zu wünschen übrig

Nachdem die CDU-Fraktion sich in der in der Richtlinie zur „Verfahrensweise bei Anträgen auf Entfernung und Ersatzbepflanzung von Bäumen“ durchgesetzt hatte und in der Kommission, die die Bäume begutachtet, Fachexpertise erfolgreich gegen Allgemeinwissen ausgetauscht hat, glaubte sie in Sachen „rücksichtsloses Durchsetzen eigener Positionen“ einen Lauf zu haben. Dies funktioniert, wenn man jederzeit die Mehrheit hat. Nach der Kommunalwahl 2014 ist dies jedoch grundsätzlich nicht mehr gegeben.

Wenn man keine Bereitschaft zeigt, von der eigenen Position auch nur ein bisschen abzurücken, braucht man sich nicht zu wundern, wenn diejenigen, die ein weitreichendes Angebot im Interesse der Bürger und der Bäume gemacht haben, weitere Gespräche verweigern. Jede Sache hat ihren Preis. Wenn die Preisobergrenze des Einen nicht mit der Preisuntergrenze des Anderen in Deckung zu bringen ist, kommt das Geschäft nicht zustande. Bedauerlicherweise hat die CDU-Fraktion, fairerweise muss man sagen einzelne Mitglieder derselben, keine Risikoabschätzung ihres Verhaltens gemacht und sich zudem noch verrechnet. Sonst hätte Sie gemerkt, dass sie in der Frage über keine wirkliche Mehrheit verfügt. Von daher war es seitens der Minderheitsfraktionen, die in diesem Fall in Summe mit den von der CDU über Befangenheit „kaltgestellten“ Ratsmitgliedern die Mehrheit bildeten, nur konsequent den Tisch zu verlassen.

Bereits seit Jahren wurden SPD Ratsmitglieder beim Thema Nierendorfer Bäume mit Befangenheitsanträgen drangsaliert und von der Beratung und Entscheidung ausgeschlossen. Auch diesmal wurde dies mit der Stimmenmehrheit der CDU durchgedrückt. Der wahre Eklat war nicht das Verlassen der Ratssitzung zu diesem Punkt, sondern dass Mehrheitsverhältnisse durch diese konstruierten Befangenheitsanträge einseitig verändert werden sollten.

Wenn eine Fraktion versucht, mithilfe der Gemeindeordnung Mehrheiten zu verändern, darf sie sich nicht wundern, wenn andere Fraktionen die Regeln der gleichen Gemeindeordnung in ihrem Sinne nutzen.

Eine Einigung ist derzeit nicht in Sicht

Verloren haben die Bürger, denen alle Platanen weiterhin erhalten bleiben. Verloren hat die Gemeinde, die gegebenenfalls ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommend, Instandsetzungsmaßnahmen durchführen muss. Gewonnen hat die CDU-Fraktion, zumindest die Erkenntnis, dass sie keine jederzeitige Mehrheit mehr hat und darauf angewiesen ist ihre Position argumentativ zu vertreten und in Zukunft auch überlegen muss, wo ihre Preisober- und -untergrenzen liegen.

Wirklich gewonnen haben alle gesunden Bäume, die ein weiteres Jahr Lebensraum für andere Tiere bieten und ihren Beitrag zu unserem Klima leisten. Dafür hat sich das Aufstehen gelohnt.

Gemeinsame Presseerklärung

der Grafschafter Gemeinderatsfraktionen und -angehörigen

SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FWG, FDP

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Michael Kroeger: Bestätigung Wahlergebnis am 13.4.2026. Mark Geimer wird Stadtbürgermeister. Unterschrift Nutzungsvertrag Windkraft am 17.4.2026 durch den 1. Beigeordneten Werner Lahme. Die Vereidigung Mark Geimer als...
  • Mirko Walden: Es ging doch darum, dass nicht gewarnt wurde und die Lage nicht erkannt wurde. Ebenfalls wurden keine Maßnahmen umgesetzt. Was ist hierzu passiert? Was bringen neue Sirenen, wenn nicht evakuiert wird?...
  • Dieter Borrmann: Der landschaftlich großartige Weg unterhalb Brauselay über den Conder Kreuzweg nach Cond ist teils unbefestigt, teils sehr glatt, teils steil. Sehr gutes, rutschfestes Schuhwerk (Profilsohle) wird unbedingt angeraten.
Holz Loth-Entsorgung
Kleinanzeigen
Dauerauftrag 2026
Rund ums Haus
Anzeige Uhren Vintage
Kirmes in Löhndorf
Löhndorfer Kirmes
Kirmes Löhndorf
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Empfohlene Artikel
Die neue Baulagerfläche in Bad Neuenahr
72

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Aufgrund der anhaltend intensiven Bautätigkeiten in Bad Neuenahr-Ahrweiler besteht derzeit in der gesamten Stadt ein hoher Bedarf nach sogenannten Baulagerflächen, auf denen Materialien oder auch Gerätschaften baustellennah und schnell verfügbar zwischengelagert werden können.

Weiterlesen

Stadtverwaltung Bad Neuenahr-Ahrweiler
50

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Am Donnerstag, 30. April, findet eine interne Veranstaltung der Stadtverwaltung Bad Neuenahr-Ahrweiler statt. Aus diesem Grund schließt das Rathaus einschließlich des Bürgerbüros an diesem Tag bereits um 12 Uhr. Dies betrifft auch die Stadtbibliothek und das „Öffentliche Wohnzimmer“ (Café) im Haus der Familie/Mehrgenerationenhaus.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Helfermannschaft mit dem neuen Spielhaus auf dem Hof der KiTa Immendorf. Foto: SCH
106

Verein Abenteuer Helfen e.V. erledigte einige Renovierungsarbeiten im Kindergarten St. Christophorus Immendorf und baute für die Kinder eine neue Spielhütte auf

Freizeit ist Helferzeit

Koblenz-Immendorf. Der Verein Abenteuer Helfen e.V. hat sich zur Aufgabe gestellt, mit kleinen und großen Aktionen zum Beispiel Kindertagesstätten, Jugendzentren, Tierheimen und Gnadenbrothöfen praktische Hilfe zu leisten. Hierbei ist das Ziel, organisatorische und handwerkliche Probleme für soziale Einrichtungen zu lösen.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.com
70

Nach mehreren Fällen von getöteten, verletzten oder verschwundenen Tieren liefert DNA-Untersuchung Klarheit

Kreis Altenkirchen/Kreis Neuwied: Mehrere Wolfsangriffe bestätigt

Kreis Altenkirchen/Kreis Neuwied. Am Mittwoch, dem 18.03.26 wurden im Rahmen eines Schadensfalls mit 3 toten, 2 verletzten und 1 verschwundenen Schafen aus dem Gemeindegebiet Mammelzen, Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld (Kreis Altenkirchen) DNA-Abstriche genommen und an das Senckenberg Institut zur Analyse überstellt. Bei der Untersuchung der Proben wurde als Ergebnis „Wolf“ mit dem Haplotyp HW01 - daher zugehörig zur Mitteleuropäischen Flachlandpopulation - nachgewiesen.

Weiterlesen

Das Feuer in einer Kleingartenanlage konnte von den Wehrleuten schnell gelöscht werden. Foto: Freiwillige Feuerwehr Königswinter
32

Rauchsäule wies den Feuerwehrleuten den Weg zum Einsatzort

17.04.: Feuer in Kleingartenanlage: Hütte stand in Vollbrand

Königswinter. Eine Rauchsäule wies den Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr Königswinter am Freitagabend den Weg zu einer brennenden Gartenhütte in Oberdollendorf. Das Feuer in einer Kleingartenanlage am Reihbäumer Weg konnte von den Wehrleuten schnell gelöscht und eine Ausdehnung auf Vegetation und andere Hütten in der Umgebung verhindert werden.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Imageanzeige
online Anzeige Konekt Wirges
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Heizölanzeige
Lava Grill Buffet
Dachdecker (m/w/d)
Kirmes in Löhndorf
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Titelanzeige
Maibaumstellen Heimersheim
Kooperationsgeschäft