Konzertreihe in Ahrweiler hat Tradition
Rock am Markt begeisterte
Vorbereitung nimmt mehrere Monate in Anspruch - Kostendeckung ist teils schwierig
Ahrweiler. Open Air und „für umme“: Am Freitag ging die Konzertreihe Rock am Markt (RaM) mit gleichwohl kräftigen E-Gitarrensounds wie leisen Tönen in die nächste Runde. Da können noch so viele (Bundesliga-)Bälle ins Rollen kommen, für die eingefleischten Musikfans gab es an diesem Tag nur ein Ziel: den Marktplatz in Ahrweiler.
Es hat irgendwie etwas, wenn im Schatten der St.-Laurentius-Kirche handgemachte Musik zu hören ist, die Abendsonne zwischen den Häuserfassaden hindurch blitzt und Musikfans - ob jung oder alt - gemeinsam eine gute Zeit haben. Bei Rock am Markt kommt das alles zusammen - und das schon seit geraumer Zeit: „Schon mindestens 30 Jahre“, schätzt Lukas Knieps, zusammen mit Erik Wollersheim Organisator von der katholischen Jugend St. Laurentius. So lange sei der „Zweiteiler“ Rock am Markt mit jährlich einem Open-Air-Konzert und dem Winterspecial in der Ahrweiler Zehntscheuer schon eine feste Marke. Finanzielle Ambitionen habe das Ganze nicht, versichert Lukas Knieps. „Wir freuen uns, wenn am Ende eine Null-Summen-Geschichte daraus wird.“ Denn alles hat seinen Preis: Von Technik bis hin zu den Bands - umsonst wie für die Besucher gibt es das alles nicht. Da ärgert es die Veranstalter besonders, wenn Gäste ihre eigenen Getränke mitbringen. „Im letzten Jahr war das extrem. Am Ende bleiben wir auf den Kosten sitzen“, so Lukas Knieps, der die anfallenden Kosten lediglich mit den Einnahmen aus dem Getränkeverkauf kompensiert. Einen kleinen Gewinn verbuchen die Organisatoren allenfalls beim Winter-Konzert, dann kann sich die Jugendabteilung der Pfarrei freuen. Die Vorbereitungen beginnen bereits zwei Monate zuvor mit dem Suchen und Buchen der Bands. Danach geht es an die Werbung, die heute „fast nur noch über Facebook läuft“, erklärt das Organisationsteam. Mit dem Aufbau und letzten Vorbereitungen beginnt kurz vor dem Konzert die Hochphase. Aber jetzt zur Musik: Die fügte sich perfekt in die Sommerabendatmosphäre auf dem Marktplatz ein. Viele genossen Kaffee oder kühle Getränke in den Gaststätten am Markt, während andere mit Freunden kamen und den Klängen der Deutsch-Rock- und Pop-Band Lampenschirm folgten, die den Anfang machte. Melancholische Texte und schwungvolle Rhythmen - die Mischung kam an. Inhaltlich geht es um Liebe, Freundschaft, aber auch geplatzte Beziehungen wie beim Song „Keine Spur“. Lampenschirm kann aber auch rockig: Bei „Wo seid ihr?“ war das Eis gebrochen und der erste Ohrwurm gefunden.
Zum zweiten Mal war die Band Voice of Metropolis aus Siegen mit von der Partie, die sich dem Alternative und dem Stoner Rock verschrieben hat. Musikalisch erinnerten sehr viele Passagen an die „ehrwürdigen“ Rolling Stones. Außerdem brachte Sinew aus dem hessischen Marburg die Menge zum Toben, bevor Sebastian Künstler unter dem Decknamen The Golden Era als Solokünstler mit Folkmusik eine perfekte Atmosphäre auf dem Marktplatz zauberte, die sich auch von einsetzenden Regen niemand so recht vermiesen lassen wollte. Stattdessen lauschte man unter dem Brunnendach weiter. Die Bühne blieb gleich stehen, denn mit dem Ahrweiler Pfarrfest ging es schon am nächsten Tag weiter (siehe separaten Bericht). „Das erleichtert uns die Arbeit sehr“, sagt Lukas Knieps mit Blick auf die vorhandene Infrastruktur. Am Ende waren es wohl rund 400 Besucher, sagen die Veranstalter.
