Allgemeine Berichte | 01.06.2015, 14:51 Uhr

Ehemalige Kriegsgefangene des Rheinwiesenlagers trafen sich in Remagen

Schlamm, Hunger und viel Leid

Gedenken und Kranzniederlegung auf dem Ehrenfriedhof in Bad Bodendorf.BL
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Remagen. „Wir waren das schwächste Glied in einer unendlich langen Kette hungernder Menschen“, mit diesen drastischen Worten umschrieb Heinrich Pankuweit seinen und den Leidensweg seiner Kameraden. Wind und Wetter schutzlos ausgeliefert, darbten zwischen April und Juli 1945 bis zu 300.000 deutsche Soldaten in den sogenannten Rheinwiesenlagern in Remagen und Sinzig.

Auf Einladung des Vereins „Friedensmuseum Brücke von Remagen“ und der Stadt waren am Samstag über 200 ehemalige Kriegsgefangene und Angehörige an die Stätte ihrer Leiden zurückgekehrt, um gemeinsam einen Tag der Erinnerung und des Gedenkens zu begehen. Es war das mittlerweile 14. Treffen seiner Art. Der ehemalige Bürgermeister von Remagen und Gründer des Friedensmuseums, Hans Peter Kürten, erinnerte daran, wie er 1984 auf die vom Lagerinsassen Adolf Wamper aus Lehm gefertigte Madonna aufmerksam wurde, und ihm die Idee gekommen sei, auf dem damaligen Lagergelände eine Kapelle zu errichten. Innerhalb eines halben Jahres waren Spenden in Höhe von 320000 Mark eingegangen. Zur Einweihung der Friedenskapelle „Schwarze Madonna“ waren am 9. Oktober 1987 etwa 1200 ehemalige Kriegsgefangene nach Remagen gekommen. Remagens amtierender Bürgermeister Herbert Georgi spannte den Bogen vom Mai 1945, dem Ende des Zweiten Weltkrieges, bis zum Mai 1949, dem Inkraftreten des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland. Georgi machte klar, dass aktuell weltweit 424 Konflikte und 21 Kriege gezählt würden. Alle Zeitzeugen bat der Friedensaktivist Uwe Werner Schierhorn, ihre Erfahrungen insbesondere an Jugendliche weiterzugeben. „Denn der größte Feind des Geschichtsfälschers ist der Zeitzeuge“, so der 51-Jährige. Einer der Zeitzeugen ist eben Heinrich Pankuweit. Der erzählte bewegend von Elend, Not und Verzweiflung in den Rheinwiesenlagern. Der Bonner wurde im August 1944 eingezogen, bevor er als 19-Jähriger in amerikanische Kriegsgefangenschaft geriet. „Stacheldraht, nackte Erde, Kälte, Regen, Krankheiten, Hunger und Durst quälten uns“, erinnerte sich der heute 90-Jährige. „70 Jahre später sind wir gekommen, um der Verstorbenen zu gedenken, vor allem aber auch, um der jungen Generation den Wert von Frieden, Freiheit und Versöhnung zu vermitteln.“

Gemeinsam machten sich die ehemaligen Kriegsgefangenen im Anschluss per Bus auf zu einem Besuch an der Kapelle der „Schwarzen Madonna“ und legten auf dem Ehrenfriedhof in Bad Bodendorf einen Kranz in Gedenken an die Toten des Rheinwiesenlagers, die dort beerdigt sind, nieder.

Gedenken und Kranzniederlegung auf dem Ehrenfriedhof in Bad Bodendorf.Foto: BL

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