Politik | 06.07.2026, 14:58 Uhr

Studienreise Aachen 2026

Studienreise der GSP Bad Neuenahr-Ahrweiler nach Aachen mit Fokus auf Sicherheitspolitik

Reisegruppe der Sektion BNA vor einem AWACS-Flugzeug
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Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Studienreise 2026 der Sektion Bad Neuenahr-Ahrweiler der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) führte nach Aachen.

Die Teilnehmerzahl war auf 44 begrenzt, so dass nicht alle Interessenten berücksichtigt werden konnten. Die auserwählten Frauen und Männer starteten am 17. Juni frohgelaunt zum zweitägigen Ausflug.

Die Organisation lag wie in den vergangenen Jahren beim Reisekoordinator Franz Maurer in bewährter Zusammenarbeit mit dem Studienleiter der Konrad-Adenauer-Stiftung Harald Trinkaus.

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Sektionsleiter Josef Schmidhofer, erfolgte die Information zum geplanten Ablauf. Das Programm war wieder straff und anspruchsvoll, vor allem unter Berücksichtigung der angekündigten hochsommerlichen Temperaturen.

Der erste Tag begann um 10.00 Uhr mit einer Führung über das Gelände der ehemaligen NS-Ordensburg Vogelsang. Diese Kaderschmiede der NSDAP diente dem Hitlerregime zur Ausbildung und Erziehung junger deutscher Männer zu „Herrenmenschen“, die die menschenverachtende nationalsozialistische Ideologie umsetzen sollten und teilweise auch taten. Hier wurde den Reiseteilnehmern deutlich, wie schnell es zu einer Entmenschlichung und Untergrabung der Demokratie kommen kann, wenn die Mehrheit der Bürger diesen Tendenzen nicht von Anfang an konsequent entgegentritt. Die Gästeführer verstanden es auch, diese Gefahren an aktuellen Beispielen unserer gegenwärtigen Entwicklung deutlich zu machen.

Im Anschluss an die Verlegung nach Aachen und einem gemeinsamen Mittagessen, begann die Besichtigung der Kaiserstadt in Gruppen. Dabei waren neben den architektonischen Schönheiten der Altstadt, der Dom mit dem legendären Thron Karls des Großen und das historische Rathaus wichtige Stationen des Rundganges. Im Rathaus erhielten die Teilnehmer erste Informationen zum Karlspreis, für den Aachen ja weltweite Bekanntheit erlangt hat. Die Rolle des Karlspreises wurde zum Abschluss des Tages durch einen Vortrag von Georg Helg, selbst jahrelanges Mitglied im „Direktorium der Karlspreisgesellschaft“ anhand von Auswahlkriterien und Namen Geehrter verdeutlicht. Das rundete den ersten Tag ab, und machte sichtbar, dass es Bestrebungen hin zu einem vereinten Europa nicht erst in der Neuzeit gibt.

Der zweite Tag war schwerpunktmäßig dem militärischen Teil der Studienreise gewidmet. Er begann mit einer Verlegung zum Headquarter der NATO Airborne Early Warning and Control Force in Geilenkirchen. Die dort stationierten AWACS-Flugzeuge, so das Briefing von Oberst Markus Wiesemann, sind das Rückgrat der luftgestützten Frühwarnung und Gefechtsführung der NATO in Europa. Die Besatzungen sind international. Sie können Flugbewegungen, Marschflugkörper, Drohnen und gegnerische Aufklärungsmittel weit jenseits der eigenen Grenzen erfassen und tragen damit wesentlich zur Entscheidungsfindung in Krisensituationen bei. Die Soldaten in Geilenkirchen sind stolz darauf als eine der wenigen Aufklärungseinrichtungen aus Zeiten des Kalten Krieges, die Friedenseuphorie nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes überstanden zu haben. Heute ist das ein riesiger Vorteil bei der Zuspitzung der internationalen Lage und der wachsenden Spannungen besonders mit Russland an der Ostflanke der NATO.

Der abschließende Teil der Studienreise war nochmals von militärischen Ereignissen der Geschichte geprägt. Die Besichtigung der Zitadelle in Jülich, erbaut zwischen 1543 und 1580, machte deutlich mit welch gewaltigem Aufwand damals schon vermeintlich militärische Sicherheit erreicht werden sollte. Die riesigen Festungsanlagen waren zwar ein Fortschritt gegenüber den mittelalterlichen Stadtmauern, aber das Fortschreiten der Militärtechnik und der Methoden der Kriegführung zeigten auch immer wieder die Grenzen auf. Am Beispiel der Zitadelle Jülich wurde uns Soldaten bewusst, dass es auch im militärischen Umfeld immer wieder neue Erkenntnisse gibt, die es gilt schnell und effektiv umzusetzen. Das wird beim Drohneneinsatz im Krieg zwischen der Ukraine und Russland besonders deutlich. Systeme, die vor Jahren in der Militärtechnik weitgehend unbekannt waren, entscheiden heute über Erfolge auf dem Gefechtsfeld.

Alle Teilnehmer der zweitägigen Studienreise gingen trotz der Belastung durch die Hitze mit interessanten Erkenntnissen zurück in ihre Heimatorte und waren sich einig, derartige Veranstaltungen auch künftig fortzuführen.

KlausKretzschmar

Reisegruppe der Sektion BNA vor einem AWACS-Flugzeug Foto: Foto: Josef Schmidhofer

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