Fest der guten Laune in Bad Neuenahr
Viel Regen und wenige Besucher
Guido Orthen: „Der Erfolg einer Stadt ist wesentlich mit dem Wir-Gefühl verbunden.“
Bad Neuenahr. Regen, Wind und Temperaturen, die so gar keine Frühjahrsgefühle aufkommen lassen wollten, bestimmten das Bild des 33. Fests der guten Laune im Herzen der Kurstadt. Aussteller wie Einzelhändler waren machtlos: Gegen Petrus' Mailaunen hatten auch sie nichts auszurichten. Und so wurde es ein denkwürdiges Fest der guten Laune mit so wenigen Besuchern wie noch nie.
Die meisten Menschen, die ansonsten die Straßen und Plätze in Scharen säumen, blieben lieber zu Hause. Reagiert hatten auch viele der 100 Aussteller, Künstler und Handwerker, die ihre Zelte am Sonntag ob des schlechten Wetters erst gar nicht mehr aufschlugen und gleich in heimischen Gefilden verweilten. Der Einzelhandel konnte auch nicht wirklich profitieren: wärmende Winterjacken und Rabatte machten die Situation auch nicht besser.
Sonnenschein am Samstag
Dabei hatte das Fest mit der offiziellen Eröffnung am Samstagmittag bei strahlendem Sonnenschein begonnen. Der zweite Vorsitzende der Bad Neuenahrer Werbegemeinschaft, Volker Danko, hatte schon einmal „schönes Wetter“ bestellt - wohl in weiser Voraussicht für das, was dann am Sonntag leider vielen die Laune verdarb. Danko lobte die Zusammenarbeit mit der Stadt im Hinblick auf den „Masterplan Einzelhandel“ und betonte zugleich: „Wir kommen nur weiter, wenn wir alle an einem Strang ziehen.“ Bürgermeister Guido Orthen knüpfte an: „Der Erfolg einer Stadt ist wesentlich mit dem Wir-Gefühl verbunden.“ Dieses Gemeinschaftsgefühl sei in der Stadt derzeit spürbar, so das Stadtoberhaupt. Werbegemeinschaften in der Kreisstadt trugen maßgeblich dazu bei, die Stadt bunter zu machen. Für den neuen Vorsitzenden der Werbegemeinschaft Bad Neuenahr, Alberto Riemer, war es das erste Fest der guten Laune. Er sagte vor lokalprominentem Publikum von Burgundia Carolin Groß über Vertreter der Politik bis hin zur amtierenden Dame der Rose, Janine Ritella: „Nehmen Sie die Stimmung mit und flanieren Sie mit guter Laune.“
Improvisation lautete die Devise
Davon war dann am Sonntag leider nur wenig zu spüren. Improvisation lautete die Devise vieler Aussteller und Händler, die kurzerhand noch einmal die Winterrestbestände aus den Lagern holten. Die einzigen, die sich wenig um das Wetter scherten waren die Kinder, die auf dem Trampolin um die Wette hüpften. In den Cafés war meist mehr los als draußen vor den Eisdielen und Geschäften - wer denkt bei Temperaturen von 10 Grad auch noch an Eis? Die Elferratsdamen der KG Blau Weiß hofften am Samstag an ihrem Crêpes-Stand am neuen Standort vor der Tourist-Info auf den umsatzstärkeren Sonntag, sei das doch der Familientag. Doch die Damen blieben unter sich, nahmen es aber wie es sich für Karnevalisten gehört mit guter Laune. Symbolisch auch das Bild an der Festbühne auf dem Platz an der Linde, als Wischbesen zum wichtigsten Werkzeug wurden, um die Wasserpfützen zu beseitigen.
Tanzwettbewerb
Der Tanzwettbewerb, der den Sonntagnachmittag bunt und lebendig gestaltete, ging als farbenfrohe Attraktion über die Bühne. Den Regen buchstäblich wegtanzen wollten die Kinder mit ihren Tanzvorführungen. Obwohl sie gekonnt ihre einstudierten Formationen darboten, wollte sich Petrus nicht umstimmen lassen. An den Bänken auf dem Platz an der Linde wurde näher zusammengerückt. Hier lebte die Geselligkeit und der Wein vom Weingut Peter Lingen war stets begehrt. Auf dem Platz hatten am Wochenende die „Peanuts“ und „Siegfried Service“ jeweils am frühen Abend zum Tanz animiert. Doch nicht überall war die Stimmung getrübt. Um Sägekünstler Oliver Schulz aus Löhndorf scharrten sich immer wieder Besucher und verfolgten seine Arbeit. Der Zimmermann aus Löhndorf war einmal mehr eine der Hauptattraktionen beim Fest der (guten) Laune. Gerade erst hat er sich bei den Deutschen Meisterschaften im Speed Carving als siebtschnellster Säger im Land behauptet und bewies seine Künste an der Kettensäge beim Fertigen von Eulen-, Wolf-, und Adlerskulpturen. Im „Beach-Studio wurden Body-Glitzer-Tattoos angeboten und versprühten wenigstens einen Hauch von Sommerfeeling. Zu sehen gab es Historisches und Modernes am Stand Ahr-Automobil-Clubs (AAC). Da fielen vor allem der Lloyd aus den 1950-er Jahren und einem Audi Qattro vor allem ein Porsche auf: Walter Röhrls Sieger-Auto, mit dem er 2009 die Rallye Costa Brava gewonnen hatte. Die Wagen dienten vielen als Fotomotiv. Und auch das Reisewelten-Roulette und die Cocktailbar des TUI-Reise-Centerslockten einige Besucher. „Wenn der Sommer schon nicht kommt, dann muss man ihm eben hinterherfliegen“, so das Fazit einer Besucherin aus Bad Neuenahr, die sich am Stand gleich über aktuelle Angebote informierte. Auf ein Neues 2014, mit besserem Wetter und wieder viel guter Laune.
Die KG Narrenzunft aus Remagen tanzte sich durch den Regen auf die Bühne. Fotos: FIX
Auf dem Platz hatten am Wochenende „Siegfried Service“ am frühen Abend zum Tanz animiert.
Die Kosaken-Gruppe der Ballettschule Beug waren eine tänzerische als auch farbliche Augenweide.
