Politik | 25.11.2024

Von Wölfen, Weidetieren und schießwütigen Trophäenjägern

Symbolbild.  Foto: pixabay.com

Dass Weidetierhalter einen extrem wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt leisten, wird weder von der Politik noch von der Öffentlichkeit gewürdigt.

Diese Menschen handeln oft leise und kaum beachtet aus Passion für ihre Tiere.

Chronisch knapp bei Kasse und überarbeitet sind die meisten. Bisher hat das kaum jemanden interessiert.

Aber mit der Rückkehr der Wölfe werden sie gerne instrumentalisiert. Von Trophäenjägern und von fanatischen Wolfshassern. Nun rufen die Landtagsabgeordneten Gies und Schneider nach Bejagung! Hilft das den Weidetierhaltern?

Wohl kaum.... Ein „Bestandsmanagement“ zur Reduzierung von Wolfsrissen wurde/wird in etlichen europäischen Ländern versucht und hat bisher nie zum Erfolg geführt. Nachzulesen in diversen wissenschaftlichen Arbeiten. Was passiert – ganz praktisch, jenseits von Wissenschaft - bei einem „Bestandsmanagement“?

Weidetierhalter wiegen sich durch eine Wolfsbejagung in Sicherheit und betreiben noch weniger Herdenschutz. Da Nutztierrisse heute schon – wie im Brohltal – überwiegend an nicht oder schlecht geschützten Tieren erfolgen, werden sie weiter steigen! Getötete Wolfseltern hinterlassen führungslose und deutlich übergriffigere Jungtiere, was die Risse an Weidetieren ebenfalls ansteigen lässt. Wurde bereits in vielen Ländern mit bejagten Wolfspopulationen beobachtet. Wildbiologen halten wolfsfreie Gebiete aufgrund der hohen Mobilität von Wölfen für unmöglich.

Hat man sie „wolfsleer“ geschossen, kommen bald Wanderwölfen durch, mittelfristig besetzten neu gebildete Rudel das Gebiet. Zu viele Wölfe ohne Abschüsse? Nein!

Wölfe regulieren sich über ein Reviersystem auf der Grundlage des vorhandenen Nahrungsangebotes seit vielen Jahrtausenden selbst. Im Yellowstone-Nationalpark wurden von rd. 30 Jahren wieder Wölfe angesiedelt, die nicht bejagt werden, trotzdem beträgt die aktuelle Population nur etwa 110 Tiere auf 9.000 qkm. Dort wie überall auf der Welt töten sich Wölfe bei Revierkämpfen öfter gegenseitig.Und passen ihre Reproduktionsrate ihrer Lebenswirklichkeit an. Gerne werden die Vorteile der Rückkehr der Wölfe übersehen:

1. Massiver Rückgang des Wildverbisses im Wald

2. Durchbrechen von Infektionsketten durch den bevorzugten Riss kranker Wildtiere

3. Rückgang von Verkehrsunfällen durch Schalenwild, da Wölfe wie alle Wildtiere Straßen zum leichteren Fortkommen nutzen, und durch ihre dortige Präsenz das viel zahlreichere Schalenwild vermehrt von Straßen fern halten. Viele positive Auswirkungen der Rückkehr der Wölfe auf die dringend notwendige Stabilisierung unserer Ökosysteme haben wir noch gar nicht verstanden. Dass Weidetierhalter den Wolf nicht mögen und aufgrund von Geldmangel und Überarbeitung gerne das Märchen der Wolfshasser und Trophäenjäger glauben, Zäune nützten eh nichts, ist menschlich verständlich. Aber das ist vielfach widerlegt!

In NRW scheint man endlich begriffen zu haben, dass auch hier „Wehret den Anfängen“ gilt, und erstreckt den Herdenschutz nun auf das ganze Bundesland. Mal sehen, wann Frau Eder nachzieht. Und das KLUWO personell den Erfordernissen anpasst. Derzeit dauert es bis zu sechs Monate, bis ein Antrag auf Förderung bearbeitet wird. Was die Ökosystemleistung der Weidetierhalter auf unerträgliche Weise missachtet!

Hanno Pilartz

Honerath

Symbolbild. Foto: pixabay.com

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Kommentare
29.11.202417:13 Uhr
Dr. M. Dommermuth

Vielen Dank für den Artikel von Hr. Pilartz, in dem endlich auch einige positive Effekte der Wiederkehr des Wolfes angesprochen werden. Der Umgang mit dem sich ausbreitenden Wolf im Hinblick auf die Weidehaltung ist ein schwieriges Thema, das eine ernsthafte sachliche Auseinandersetzung und keine Schwarz-Weiß-Malerei erfordert. Und schon gar keine unerträgliche und geschwurbelte Polemik!

29.11.202414:40 Uhr
Annegret Sproesser

Ich vermisse meinen Kommentar zu diesm Artikel.
Der Inhat ist unzutreffend und basiert nicht auf Recherche!
Er enthält viele Falschbehauptungen.
Er Artikel ist nahezu 1:1 abgeschrieben aus einem Pamphlet der Frau von Thomas Mitschke, einem Pro-Wolf-Wichtigtuer.

28.11.202415:58 Uhr
Klaus Urbschat

Eine abschreckende Bestandsregulierung ist unerlässlich!
Der Wolf geht - wie alle Beutegreifer - bei der Nahrungsbeschaffung stets den Weg des geringsten Widerstandes. So reißt er in Deutschland mittlerweile vielerorts schon BEVORZUGT wehrlose und fluchtunfähige Nutz- und Weidetiere, wenn bzw. weil ihm dabei ABSOLUT NICHTS PASSIERT!
Und er wird erkennbar dreister, denn mittlerweile reißt er Kälber in der Scheune und verfolgt gehetzte Pferde bis in die Stallungen!
Wer das als normal, erhaltens- und steigerungswert ansieht, glaubt scheinbar immer noch das Happy End in den Fakemeldungen um Rotkäppchen.

27.11.202421:13 Uhr
Manfred Mauren

Trotz des Ernstes des Themas muss ich ob des doktrinierten subversiven Pro-Wolf-Plädoyers schmunzeln. Und ich gehe mein Antwort denn auch logisch-rabulistisch an: Wir beginnen mit den Weidetieren, um die es schlußendlich bei der Diskussion geht. Logisch ist nach dem Bericht, dass nach deren Riss der Verbiss im Wald reduziert wird. ? Und die Autoversicherungen werden dan bald die Prämien senken? Und zu den Trophäenjäger, nicht das jemand meint, ich wäre ein Wolfsverteufeler: Ich befürworte die Wolfsjagt mit der Saufeder!

26.11.202420:41 Uhr
Peter Schramm

Leider sehe ich hier keinen Realismus. Allein schon an den veröffentlichen Zahlen kann man erkennen, daß hier nicht erwünscht ist, zu reagieren.
Es gehören in Deutschland mindestens 2500 Tiere liquidiert. Das wäre Liebe zur Heimat...

26.11.202411:02 Uhr
Simone Düllmann-Peckert

Danke für diese informativen Kommentar. So geht gezielte Aufklärung und keine Panikmache.

26.11.202406:46 Uhr
Jörg Gaeb

Endlich mal einer, der das Thema unaufgeregt und ohne das Märchen vom bösen Wolf angeht.

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