Langer Trainingstag bei den Sportteufelchen in Bad Neuenahr
Vorbereitung auf die kommenden Marathons
Bad Neuenahr. „Bringt Isomatte und Decke mit. Wir trainieren von 10 bis 18 Uhr“, kündigte Udo Oelke schon vor einiger Zeit an. Was genau auf sie zukam, wussten die Sportteufelchen nicht. Dementsprechend groß war die Nervosität bei Läufern und Walkern. Nachdem man sich im Vereinsraum häuslich eingerichtet hatte, teilte Trainer Udo Oelke die Gruppen ein. Sauerstoffläufe waren angesagt. „Belastungen mit sehr niedriger Herzfrequenz tragen dazu bei, das Herz-Kreislauf-System und die Muskulatur an längere Belastungen zu gewöhnen“ erklärte Udo Oelke. „Nur durch das langsame Laufen hat man bei langen Distanzen auch zum Schluss noch Reserven“. Je nach Trainingsstand wechselten daher auch Streckenlänge und zu laufende Geschwindigkeit. Nach der ersten Runde gab es für einige erstmal eine Pause. Das Sportteufelchen Andrea Krämer hatte gesunde Häppchen und Salate vorbereitet, die von den Läufern und Walkern begeistert verputzt wurden. Wer wollte, konnte auch ein Nickerchen machen. Für andere ging es allerdings auch ohne Pause weiter. Der Trainer selbst wurde auch aktiv. Er lief mit einigen Teufelchen den Bad Neuenahrer Berg zweimal hoch und runter. „Das war schon eine heftige Steigung, die nicht enden wollte. Aber durch das langsame Tempo war das gut zu schaffen“, berichtete eine Läuferin. Und so ging es die restlichen Stunden weiter. Auf eine Belastungseinheit folgte eine Pause. Was danach anstand, wurde nicht verraten. „Das war mir auch lieber so“, gestand Renate Harder. „Wenn ich vorher gewusst hätte, was noch alles kommt, hätte ich bezweifelt, das zu schaffen“.
„Davos kann kommen!“
So wurde nach einem kurzen Stöhnen und scherzhaftem Beschweren gemacht, was der Trainer sagte. „Er ist der Experte und weiß, was gut ist und was wir brauchen“, sagte Birgit Grötsch. Insgesamt war die Stimmung hervorragend. Während der Pausen wurde gescherzt, gelacht, hin und wieder ein bisschen gejammert und mit Spannung die nächste Einheit erwartet. Am Ende des Tages waren alle erschöpft, aber auch zufrieden. „Ich habe 28 Kilometer geschafft und das, obwohl ich erst seit ein paar Monaten regelmäßig trainiere“, berichtete Silke Streit stolz. „Ich bin fünf Einheiten gelaufen, mit Pausen zwischendurch und das war perfekt“. Andere, die schon länger im Training sind, haben teilweise über 40 Kilometer zurückgelegt. „Ich hätte nie gedacht, dass ich so viel laufen kann. Das war deutlich mehr, als ich jemals geschafft habe“, berichtete Christina Willscheid. „Davos kann kommen!“ Dort findet im Juli nämlich der Swiss Alpine statt, der höchste Bergmarathon Europas, den einige Sportteufelchen in Angriff nehmen wollen. „Auf diese Herausforderung muss man gut vorbereitet sein, das geht schon an die Substanz“, erklärt Udo Oelke, der das nicht nur durch seine diversen Aus- und Weiterbildungen weiß, sondern auch schon oft genug bei diversen Marathons am eigenen Leib erfahren hat. Eine extra aus Stolberg bei Aachen angereiste Läuferin wollte dieses spezielle Training für ihr Vorhaben nutzen, die zehn Kilometer in diesem Jahr erstmalig unter 40 Minuten zu laufen. Andere haben sich zum Ziel gesetzt, zum ersten Mal einen Halbmarathon zu laufen. „Ich laufe
erst seit einem knappen Jahr und hätte nie gedacht, in der kurzen Zeit solche Fortschritte zu machen. Da merkt man doch, dass sich gutes und systematisches Training auszahlt“ erklärt Dr. Ulla Stüßer. Dass so ein Trainingstag noch mal wiederholt werden soll, war am Ende des Tages der einstimmige Wunsch aller Sportteufelchen.
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