Chance für die Zukunft
Weitere ökologische Entwicklung am Wirftbach in Quiddelbach durch Fällung von Fichten
aus Leimbach
Quiddelbach. Das helle Kreischen der Motorsägen beim Fällen und Entasten der Fichten ist weithin zu hören, dazwischen das dunkle Motorengeräusch der schweren Rückemaschine, die die Stämme zum Polterplatz zieht. Wir sind am Wirftbach, einem der Patenbäche der BUND-Kreisgruppe Ahrweiler. Hier wurden nach dem Zweiten Weltkrieg die so genannten „Brotbäume“ der Eifelbauern gepflanzt. Sie sollten neben der damaligen, kargen Landwirtschaft noch ein Zubrot bringen. Nach 80 Jahren sind die Nadelbäume inzwischen erntereif.
Winfried Sander aus Leimbach hatte vor 15 Jahren für den Naturschutzverband für den oberen Abschnitt des Gewässers eine Patenschaft für den renaturierten Bachabschnitt im vormals desolaten Zustand übernommen. Bei Pflege- und Pflanzmaßnahmen wurden kleinere Nadelbäume aus der Bachaue entfernt, u.a. mit Unterstützung von Walter Schmitz aus Quiddelbach, und durch gewässertypische Laubbäume wie Schwarz-Erle, Esche und Flatterulme ersetzt. Der Gedanke zur Ernte der immer stärker aussamenden Fichten und zur Auflichtung wurde von Förster Thorsten Thelen vom Forstamt in Adenau aufgegriffen und von der Kreisnaturschutzbehörde unterstützt. Thelen konnte die Eigentümer der Flächen, nämlich die Gemeinde Nürburg, die Katholische Kirche sowie die Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG überzeugen, dem Vorhaben zuzustimmen. Der gegenwärtige Holzpreis mit einem Allzeithoch für Fichten erleichterte gewiss die Entscheidung.
Der Fichtenbestand am Rand der Bachaue wurde von Hand mit der Motorsäge gefällt, schonend aus diesem Bereich entfernt, von Hand oder maschinell entastet und über Wirtschaftswege zur Verladestation gezogen. Der Forstunternehmer Michael Müller aus Nettersheim konnte bei trockener Witterung arbeiten und damit möglichst wenig belastend für Boden und Vegetation. „Alle Beteiligten sind der Auffassung, dass die Entfernung der Fichten dem Lebensraum im Bereich von Hatzenbach und Wirftbach wesentlich mehr Licht schenkt und damit weiteres Potenzial für die ökologische Entwicklung schafft“, wie Sander zufrieden kommentiert. Der BUND wird später noch mit engagierten Mitgliedern die kleineren Äste aus der Aue entfernen – Hilfe von ökologisch engagierten Menschen ist herzlich willkommen.
