Allgemeine Berichte | 03.03.2015

Polizeiinspektion Bad Neuenahr-Ahrweiler

Zahl der Verletzten ist gestiegen

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Polizeiinspektion (PI) Bad Neuenahr-Ahrweiler ist zuständig für die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, die verbandsfreie Gemeinde Grafschaft sowie die Ortsgemeinden Schalkenbach und Königsfeld der Verbandsgemeinde Brohltal und die Ortsgemeinden Altenahr, Mayschoss, Rech, Dernau, Kalenborn und Berg der Verbandsgemeinde Altenahr. Da die PI Bad Neuenahr-Ahrweiler erst seit 2013 für die genannten Gemeinden der Verbandsgemeinden Brohltal und Altenahr zuständig ist, kann ein Vergleich zu den Jahren vor 2013 nur eingeschränkt erfolgen. Ziel der Verkehrssicherheitsarbeit ist besonders die Reduzierung der Verkehrsunfälle mit Personenschäden. Kontrollmaßnahmen orientieren sich an den Hauptunfallursachen und den Risikogruppen. Es werden Unfallhäufungspunkte und -linien berücksichtigt.

1688 Verkehrsunfälle

Im Jahr 2014 ereigneten sich insgesamt 1688 Verkehrsunfälle. Dies entspricht einer Reduzie-rung um 62 Verkehrsunfälle gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der Leichtverletzten ist um 45 auf 215, die der Schwerverletzten um neun auf 54 gestiegen. Im Jahr 2014 ist ein Verkehrsunfalltoter zu beklagen, 2013 ereignete sich kein tödlicher Verkehrsunfall.

Im Juni 2014 überholte ein 23-jähriger Motorradfahrer auf der B 266 aus Lohrsdorf kommend in Richtung Bad Bodendorf mehrere Fahrzeuge und kollidierte mit einem Pkw, dessen Fahrer nach links in einen Feldweg abbog. Der Motorradfahrer verstarb noch an der Unfallstelle. Über die Gründe der signifikanten Steigerung der Zahl der Verunglückten kann nur spekuliert werden. Im Rahmen der Unfallanalyse ergeben sich in Bezug auf die Unfallstellen keine Auffälligkeiten gegenüber den Vorjahren.

522 Verkehrsunfälle sind auf die Unfallursache „nicht ausreichender Sicherheitsabstand“ zurückzuführen, 497 auf Fehler beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren sowie beim Ein- oder Ausfahren. 107 Unfälle wurden durch eine zu hohe beziehungsweise nicht angepasste Geschwindigkeit verursacht. Erfasst wird jeweils nur eine Unfallursache. Gerade bei Abstandsunfällen spielt die Geschwindigkeit in der Regel ebenfalls eine Rolle. Im Jahr 2014 wurden 369 Verfahren wegen Verkehrsunfallflucht eingeleitet. 2013 waren es 383. In 44,17 Prozent der Fälle konnte der Flüchtende ermittelt werden, 2013 lag diese Quote bei 40,37 Prozent.

Die Zahl der Unfälle unter Beteiligung von Fahrzeugführern, die unter Alkohol- und/oder Drogeneinfluss standen, hat sich insgesamt auf 16 reduziert (2013: 27). 2013 wurden, resultierend aus diesen Unfällen, noch vier Menschen schwer und vier leicht verletzt, 2014 waren es nur noch vier Leichtverletzte. Diese erfreuliche Entwicklung dürfte auf die verstärkte Verkehrsüberwachung durch die Polizei zurückzuführen sein. Die Zahl der Unfälle mit Beteiligung von Kindern hat sich gegenüber 2013 um zwei auf 16 Unfälle reduziert. 15 Kinder wurden leicht, ein Kind wurde schwer verletzt. Acht der verunglückten Kinder waren mit dem Fahrrad, eins war zu Fuß unterwegs.

Mehr „Seniorenunfälle“

2014 ereigneten sich 330 Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Jugendlichen und jungen Fahrern (2013: 336). Hierbei verunglückte ein junger Fahrer tödlich, elf wurden schwer, 56 leicht verletzt. Bei 234 dieser Unfälle ist die Gruppe der jugendlichen oder jungen Fahrer nach Auffassung der Polizei als Hauptverursacher anzusehen, davon 39 mit der Unfallursache Geschwindigkeit.

Die Zahl der „Seniorenunfälle“ hat sich 2014 um vier Unfälle auf 356 erhöht. Bei 14 Unfällen wurden Personen schwer, bei 36 Unfällen leicht verletzt. 35,7 Prozent der verunglückten Senioren waren mit dem Pkw, 33,3 Prozent als Radfahrer und 21,4 Prozent als Fußgänger unterwegs. Als Hauptverursacher der Unfälle werden 234 Senioren in der Statistik geführt.

2014 ereigneten sich 57 Verkehrsunfälle (plus neun Fälle gegenüber 2013) mit motorisierten Zweirädern mit insgesamt 50 verletzten Personen (ein Toter, 18 Schwer- und 31 Leichtverletzte). 47 Zweiradfahrer wurden als Hauptverursacher eingestuft. In 16 dieser Fälle hat die Polizei als Hauptunfallursache nicht angepasste Geschwindigkeit registriert.

60 Unfälle (minus vier Fälle gegenüber 2013) mit Fahrrädern, davon einer mit einem Pedelec, ereigneten sich im Berichtszeitraum, davon 15 Unfälle auf einem Radweg und sechs auf einem Gehweg. Bei 52 Unfällen mit Verletzten wurden 56 Personen verletzt (16 Schwerverletzte, 40 Leichtverletzte). Bei elf Unfällen war der Radfahrer allein beteiligt.

Die Maßnahmen zur Verkehrsunfallbekämpfung dienen der Steigerung der Verkehrssicherheit und dem Ziel, die Folgen der Unfälle im Rahmen der Möglichkeiten zu reduzieren. Hinsichtlich der Bekämpfung der Hauptunfallursache Geschwindigkeit ist anzumerken, dass nachfolgend die Ergebnisse der Geschwindigkeitsüberwachung durch die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler und die Verkehrsdirektion Koblenz nicht aufgeführt werden.

Insgesamt wurden 316 Straf- und 700 Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen Verstößen im Straßenverkehr eingeleitet. 54 alkoholisierte Verkehrsteilnehmer mussten sich einer Blutprobe unterziehen. Entsprechende Strafverfahren wurden eingeleitet. Im Bereich 0,5 bis 1,09 Promille fielen weitere 25 Verkehrsteilnehmer auf, gegen die jeweils ein Ordnungswidrigkeitsverfahren geführt wurde. 18 Trunkenheitsfahrten hat die Polizei vor Fahrtantritt verhindert. 123 Fahrer wurden kontrolliert, die unter Drogeneinfluss standen. Gegen einen wurde ein Strafverfahren, gegen die übrigen ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Ferner wird die Führerscheinstelle über das Ergebnis der jeweiligen Blutuntersuchungen informiert und leitet in einer Vielzahl von Fällen ein Verwaltungsverfahren ein mit dem Ziel, die Fahrerlaubnis zu entziehen. Durch Schulung von Polizeibeamten im Hinblick auf das „Erkennen von Drogen im Straßenverkehr“ hat sich das Entdeckungsrisiko deutlich erhöht. Dies wird vermutlich von den überwiegend jüngeren Fahrern noch unterschätzt.

Insgesamt 1225 Verwarnungen mit Verwarnungsgeld und 553 Ordnungswidrigkeitsverfahren waren die Folge von den übrigen festgestellten Verkehrsverstößen. Verstöße gegen Geschwindigkeitsbeschränkungen wurden mit 43 Bußgeldern und 149 Verwarnungen geahndet. 468 Verstöße gegen die Helm- und Gurtpflicht stellte die hiesige Polizei 2014 fest.

938 Mängelberichte

Wegen technischer Mängel, Nichtmitführen von Ausweisen und Ausrüstungsgegenständen erhielten 938 Verkehrsteilnehmer einen Mängelbericht. In der Summe hat die Polizei Bad Neuenahr-Ahrweiler 3197 Maßnahmen zur Verkehrsunfallbekämpfung im Jahr 2014 getroffen.

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