AG 60 plus der SPD im Kreis Ahrweiler
Zeichen gegen Rechts
Ein Besuch der Gedenkstätte in Hadamar
Kreis Ahrweiler. Die Mitglieder der AG 60 plus besuchte unter der Leitung des Vorsitzenden Werner Jahr im Oktober die Gedenkstätte in Hadamar. Mit diesem Besuch will die AG 60 ein deutliches Zeichen gegen die aktuellen Umtriebe von Rechts setzen.
Besichtigung der Gedenkstätte
„Ich fand den Durchgang durch den Keller, wo die Menschen vergast und dann verbrannt wurden, sehr bedrückend. Es war ein mulmiges Gefühl. Ich würde jedem raten, einmal nach Hadamar zu fahren und sich mit der Vergangenheit unserer Geschichte auseinanderzusetzen“, fasste die stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft (AG) 60 plus der SPD im Kreis Ahrweiler, Anne Turiaux, die Eindrücke der AG 60 plus Mitglieder nach der Besichtigung der Gedenkstätte in Hadamar treffend zusammen. Heute befindet sich auf diesem Gelände eine psychiatrische Einrichtung der Vitos Hadamar gemeinnützigen GmbH. In einem Gebäude ist heute eine Gedenkstätte, die an die Gräueltaten der Nazis erinnert und den Opfern dieser Zeit durch die Aufarbeitung der Schicksale einen Teil ihrer Menschenwürde zurückzugeben versucht. Die Gruppe wurde von Mitarbeitern der Gedenkstätte begrüßt, und schon ging es in den ersten Teil des Programms, in dem die AG 60 plus Mitglieder einen Einblick in das Euthanasieprogramm der Nationalsozialisten erhielten. Die nationalsozialistische Ideologie gab vor, welches Leben als „unwert“ anzusehen und daher zu vernichten sei. Von 1939 bis 1945 war Hadamar eine von sechs Tötungsanstalten im Deutschen Reich. Aus den nach 1945 durchforschten Krankenakten, die lange unbeachtet im Keller lagen, geht hervor, dass in diesem Zeitraum rund 15.000 Menschen systematisch getötet wurden.
Emotional sehr bewegend
In der Zeit von 1939 bis 1942 wurden die Insassen der Klinik (Behinderte, psychisch Kranke) mit Kohlenmonoxid vergast und anschließend im Krematorium verbrannt. Ab 1942 wurden auch andere Personen mit Bussen eingeliefert, durch Spritzen getötet und ihre Leichen anschließend in Massengräbern auf dem Friedhof verscharrt.
Unter den Toten befanden sich auch Kinder sowie Soldaten und Angehörige der SS, die durch die Kriegsereignisse psychisch erkrankt waren. Die Führung durch das Gelände war sehr ausführlich und für alle emotional sehr bewegend, weil nicht nur durch die Anschauung der noch original vorhandenen Teile der Gebäude (Busgarage, Gaskammer, Reste des Krematoriums, Seziertisch, der Anstaltsfriedhof, der bereits seit 1964 in eine Gedenklandschaft umgewandelt wurde.), sondern auch durch die Briefe der Insassen und ihrer Angehörigen die schrecklichen Geschehnisse im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar machen. Die Ärzte sprachen von Gnadentod für die Erbkranken und Behinderten und für alle, die es nicht „wert“ waren, dass sie lebten. Dieses versuchten sie wissenschaftlich zu untermauern.
Im Land der Dichter und Denker
„Das Foto der Tötungsanstalt Hadamar mit einem schwarz rauchendem Schornstein der zu den Krematorien gehörte, hat mich tief erschüttert,“ so Werner Jahr nach der Führung durch die Gedenkstätte. „Ich kann es nicht begreifen, dass so etwas in Deutschland, dem Land der Dichter und Denker, möglich war und das so viele Deutsche sich schuldig gemacht haben.“ Für die Teilnehmer dieser Exkursion ist es unbegreiflich, dass Angesicht dieser Gräueltaten, die in der Gedenkstätte eindrucksvoll dargestellt wurden, diese Nazi-Ideologie heute wieder in der ganzen Welt Anhänger findet.
Infostand „Gegen rechts“
Deshalb beschlossen die Mitglieder der AG 60 plus sich wieder mit einem Infostand „Gegen rechts“ aktiv am „Tag der Demokratie“ am Samstag, 22. November gegen den angekündigten Naziaufmarsch in Remagen zu beteiligen. Im nächsten Jahr wird die AG 60 plus eine weitere Gedenkstätte in Rheinland-Pfalz, die an die Gräueltaten der Nazis erinnert, besuchen.
Pressemitteilung
SPD AG 60plus Ahrweiler
