Peter Moskopp im Austausch mit Fahrlehrer-Verband Rheinland
„Bezahlbarer Führerschein ja – aber nicht auf Kosten von Qualität und Verkehrssicherheit“
aus Kettig
Bendorf/Weißenthurm. Die geplante Reform der Fahrschulausbildung war Thema eines Gesprächs zwischen dem Landtagsabgeordneten Peter Moskopp und Joachim Einig, dem Vorsitzenden des Fahrlehrer-Verbandes Rheinland e.V.. Im Mittelpunkt standen die Auswirkungen der Reform auf Fahrschüler, Fahrlehrer und die Zukunft der örtlichen Fahrschulen.
Die Reform verfolgt das Ziel, den Führerscheinerwerb durch mehr Digitalisierung und weniger Bürokratie einfacher und kostengünstiger zu gestalten. Diesen Ansatz bewertet Peter Moskopp grundsätzlich positiv.
„Ein bezahlbarer Führerschein ist gerade für junge Menschen im ländlichen Raum wichtig. Mobilität ist häufig Voraussetzung für Ausbildung, Beruf und gesellschaftliche Teilhabe“, so Moskopp.
Im Gespräch mit Joachim Einig wurde jedoch deutlich, dass Einsparungen nicht zulasten der Ausbildungsqualität und Verkehrssicherheit gehen dürfen.
„Die Fahrlehrerschaft ist nicht gegen Reformen. Wir unterstützen moderne Lernformen und digitale Angebote. Gleichzeitig darf die persönliche Begleitung durch qualifizierte Fahrlehrer nicht an Bedeutung verlieren. Verkehrssicherheit entsteht nicht allein durch das Lernen per App“, betont Einig.
In der öffentlichen Diskussion wird häufig auf Österreich verwiesen, wo moderne Ausbildungsmodelle und begleitetes Fahren seit Jahren erfolgreich praktiziert werden.
Dazu erklärt Moskopp:
„Der Blick nach Österreich ist sinnvoll. Allerdings wird oft übersehen, dass die Fahrschulen und professionellen Fahrlehrer dort weiterhin eine zentrale Rolle spielen. Begleitetes Fahren ergänzt die Ausbildung – es ersetzt sie nicht. Wenn wir von erfolgreichen Modellen lernen wollen, müssen wir das Gesamtsystem betrachten und nicht nur einzelne Elemente herausgreifen.“
Besonders bemerkenswert sei, dass die Bedenken nicht nur von den Fahrlehrerverbänden geäußert würden. Auch der Deutsche Städtetag, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund hätten im Rahmen des Anhörungsverfahrens auf mögliche Risiken für Ausbildungsqualität und Verkehrssicherheit hingewiesen.
Neben den Auswirkungen auf die Fahrschüler ging es im Gespräch auch um die Zukunft der örtlichen Fahrschulen.
„Unsere Fahrschulen vor Ort leisten einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit und sind zugleich mittelständische Ausbildungsbetriebe in unseren Städten und Gemeinden. Deshalb müssen Reformen so gestaltet werden, dass sie die örtlichen Fahrschulen stärken und nicht schwächen“, so Moskopp.
Einigkeit bestand darin, dass die Reform am Ende zwei Ziele erreichen müsse: den Führerschein bezahlbarer machen und gleichzeitig die hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandards der deutschen Fahrausbildung erhalten.
„Modernisierung und Qualität dürfen keine Gegensätze sein. Wir brauchen eine zeitgemäße Ausbildung, starke Fahrschulen vor Ort und weiterhin höchste Standards für die Sicherheit auf unseren Straßen.“, so Peter Moskopp abschließend.